Nicht-SPIEGEL-Leser versäumen nichts.

Die Wirtshäuser, wo der Wirt der beste Kunde ist, überleben auch bei uns im Ort nicht lang. Die Ausnahmen bilden die, die ihr Angebot soweit runtergefahren haben, dass nur ein paar Eingefleischte übrig blieben, die keinen Wert auf Bedienung, Deko und sauberes Klo legen, Hauptsache was zu trinken. Eine Sorte Bier genügt. Der Wirt musste nur hoffen, dass sie ihn überleben, damit er auch bis ans Ende ein auskommen hat. Der Jakob mit seinem SPIEGEL muss das gleiche Geschäftsmodell haben, wenn man sich das heutige Online-Angebot ansieht. Eigentlich wollte ich mir nur einen groben Überblick verschaffen, was heute so aktuell ist.

Die ersten vier Artikel bringen etwas über den FPÖ-Politiker Strache, dem von Journalisten eine Falle gestellt wurde. Er wollte einer angeblich russischen Oligarchin Aufträge verschaffen und im Gegenzug positive Berichterstattung bekommen, von der Zeitung, die sie übernehmen wollte. Das ist natürlich berichtenswert, aber kein Grund das auszuwalzen. Das mag den linken-grünen Cappucinotrinker gefallen, der sich mit seiner Meinung über „Rechtspopulisten“ bestätigt sieht. Der Normalsterbliche wird sich denken, wie es der SPIEGEL bloß wieder geschafft hat, das so passend vor die Europawahl hinzurecherchieren. Dabei interessierte ihn bisher in keiner Weise, wie es die SPD als reichste Partei der Welt (nach der KP in China) mit über 100 Medienbeteiligung und einem speichelleckendem links-grünen Staatfernsehen, in dem durch ehemalige SED-Mitglieder auch ihre radikalsten Positionen unwidersprochen bleiben, geschafft hat, in Richtung Kleinstpartei zu driften. Mag daran liegen, dass sich SPD und SPIEGEL so ähnlich sind. Sie bedienen nur die eigenen Sektenmitglieder und merken nicht, dass sich die Österreicher höchstens wundern werden, warum es ÖVP und FPÖ überhaupt nötig haben, nach diesen Entscheidungen selbst für gute Presse zu sorgen.

Wen will eigentlich der SPIEGEL mit diesen Artikeln erreichen? Die folgenden Überschriften geben Aufschluss: Wo bleibt Europas Strategie gegen Trump? Mit Artikeln über das Iranabkommen füllt man höchstens noch eine Lücke im Auslandsteil. Der Nicht-Spiégelleser weiß, dass die EU ohne die USA ein Zwerg ist, der Wahlweise von China oder dem Islam überrannt wird, wenn sie bei den Amis nicht um Hilfe betteln.

Bremer SPD schließt Groko aus. Wir gehen mit jedem zusammen, Hauptsache wir bleiben an der Macht, müsste die Überschrift eigentlich heißen. Dann hätte man sich den Artikel sparen können. Der Leute wissen es, außer die SPD-Wähler und SPIEGEL-Leser. Die sind dann immer ganz überrascht, wenn es anders kommt, als die SPD vorher behauptet hat.

Soldaten bekommen Smartphones ohne Internetzugang. Eher was für die Rubrik Vermischtes. Eine Schlagzeile wert wäre gewesen, wenn es geheißen hätte: Bundeswehr bekommt funktionsfähige Smartphones.  

Ukraines neuer Präsident Selenskyj: Der Komiker und sein sehr, sehr reicher Freund. Wäre doch eher berichtenswert, wenn es nicht so wäre, dass er aus dem Hintergrund gesponsert wird. Interessanter wäre nur, ob der reiche Freund aus dem korrupten Sumpf kommt, dem es egal sein kann, wer an der Macht ist oder mit Soros verbandelt ist.

Klima-Fake-News: Ölriese Exxon wusste schon 1982, wie stark die Erderwärmung 2019 ausfällt. Nur konnten sie nicht voraussehen, dass es ab 2000 keine Erwärmung mehr gab. Keine Schande, wenn man bei einer Prognose danebenliegt, wenn man sie an ein Computermodell des IPCC anlehnt, das von gleicher Qualität ist. Darum heißt es in der Überschrift auch Fake-News.

Millionengrab Hauptstadt-Flughafen: BER treibt Airport-Gesellschaft in die roten Zahlen. Ach, was. Wenn es geheißen hätte: BER treibt Airport-Gesellschaft in die Gewinnzone, hätte ich den Artikel gelesen. Heutzutage hätte man sogar das geglaubt.

Künstlerkollektive äußern sich zu Anti-Nazi-Aktion in BVB-Optik ist so wichtig wie BVB-Mannschaft grillt mit Katrin Göring-Eckert Sojaschnitzel.

Dann noch was mit einem Bakterium, E-Scooter, eine Mutter sagt in einem Prozess aus, Start-up Opfer von Hackern, „wohl aus China.“, Gewinnspielsystem durchschaut, Serienhighligt Fleabag und Game-of-Thron-Petition.

Wie der SPIEGEL-Erklärbär(in) Stokowski uns das eine oder andere noch weiterverdauen wird, der braucht sich nur ihre heutigen Tweets anschauen. Wer damit prahlt, der weiß, dass seine Zielgruppe noch kleiner ist als die Anzahl der Spiegelleser. Wie groß ist die Teilmenge der Leser, die den Spiegelschlagzeilen irgendeine Relevanz abgewinnen können und es gleichzeitig noch aus der brachialfeministischen Perspektive erklärt haben wollen?

Es gibt aber heute durchaus berichtenswerte Dinge: Zum Beispiel das und das.

Auf den Spuren der Selbstzerstörung wandelt auch das time-magazin, das Greta Thunberg zur Führerin der nächsten Generation gewählt hat. Wer hier eins und eins zusammenzählt, der kann sich ausmalen, dass Greta wohl als Pseudoheilige in die Geschichte eingehen wird und den SPIEGEL- und time-magazine-Lesern ihr Exemplar dann persönlich vorbeibringen kann, wenn sich deren Angebot bei „richtiger“ Haltung weiterhin zwischen Irrelevanz und Panikmache bewegt.

Der SPIEGEL ist wie das Wirtshaus, wo der Wirt bester Kunde ist. Nur, dass es hier nicht das Billigbier für 2.-€ ist, sondern die Lesezirkelexemplare in den Wartezimmern, wo sich die Patienten denken: Wenigstens was zu lesen.

 

 

4 Gedanken zu “Nicht-SPIEGEL-Leser versäumen nichts.

  1. […]sondern die Lesezirkelexemplare in den Wartezimmern, wo sich die Patienten denken: Wenigstens was zu lesen.

    Nee, du… nicht mal dann würde ich zu diesem Blatt greifen.
    Dann schon eher billigstes Bier. Kistenweise.
    Dann macht das blöde werden wenigstens ein bisschen Spaß.

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    1. Stimmt. Wenn ich in einem Wartezimmer bin, dann stelle ich fest, dass eigentlich inzwischen alle lieber ins Leere schauen als in eine der angebotenen Zeitschriften. Gibt es eigentlich einen Bäcker, der seine Semmeln verschenkt und sie trotzdem nicht los wird?

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