Montags-Potpourrie

Was vor vielleicht vor zwei Jahren noch hieß: Nicht mit Rechten reden, heißt es heute: Nicht mit Andersdenkenden reden. In einem Schutzraum der gehobenen Version kann man sich dann auch unwidersprochen austoben, bis dann doch jemand sagt, der Kaiser ist nackt. Manchmal gar nicht nötig, denn man kann den Humbug auch so stehen lassen und muss nicht den Fehler machen, sich auf eine Diskussion einzulassen. Er kann für sich selbst sprechen. Wer sich nur darüber lustig macht, merkt erst wie die ticken; irgendwann vielleicht auch sie selbst. Gab für mich persönlich und im Netz ein schönes Sammelsurium dieser Tage.

Die Musikschule in Plattling, eine hochgelobte Bausünde, über die ich schon mal geschrieben habe, scheint der Architekt auch nach seiner Fertigstellung noch als sein persönliches Eigentum zu betrachten. Früher lud man den Urheber später nochmal ein, um ihm zu zeigen wie sich zum Beispiel ein öffentliches Gebäude mit Leben erfüllt hat. In diesem Fall will er aber keinerlei Veränderung und wahrscheinlich auch keine Anzeichen von Leben. Deshalb dürfen dort in den Räumen und Gängen keine Bilder aufgehängt werden. Als er nun wieder dort war, hat er sich über die Spinde im Bild

Schrank

aufgeregt. Die wurden nur deshalb angeschafft, weil es ursprünglich auch keine Garderobe oder Kleiderhaken geben durfte. Nun fordert er, dass diese grau sein müssten, um die Ästhetik nicht zu stören. Da es dort aus ästhetischen Gründen auch keine Mülleimer gibt und die Schulleitung noch berät, wie man das Problem lösen könnte, habe ich einem Schüler diesen Vorschlag geschickt. Dann fügt sich das Innere auch wieder ansprechend in die Umgebung der Schule.

Von einem Schüler weiß ich, dass viele Mitschüler immer noch ein pubertäres Verhalten zeigen, obwohl die meisten zwischen 19 und 23 sind. Das sind solche, die bei jeder kleinen Prüfung Plüschmaskottchen und Diddelmaus auspacken. Früher vermutete man bei Schülern jenseits der 7.Klasse schon einen Schatten. Heute ist diese Infantilität weitgehend Standard, weshalb es ein Plüsch-Schulmaskottchen gibt, das immer dabei ist, auch beim Ausflug. Ein harter Kern von Untergrundkämpfern gegen den Zeitgeist konnte es irgendwann nicht mehr ertragen und hat es in einer Schüssel mit Wasser im Gefrierfach über Nacht zu einem Eisblock gefroren und wieder zurückgestellt. Die Untergrundkämpfer wunderten sich dann erst recht, dass die sich aktiv ans auftauen machten, anstatt das ausgestopfte Vieh einfach in die Sonne zu stellen. Eine meinte, es würde jetzt schimmlig werden. Die Täter haben aber gegenüber mir angekündigt, dass sie weiterhin versuchen werden, Schüler eines neuen Jahrgangs zu „radikalisieren“.

Man kann sich wirklich ausschweifendes Gelaber gegenüber den Zeitgeistlern sparen, reicht ein Witz, ein Satz oder einfach schweigen. Gestern hat es Meuthen bei Illner vorgemacht, als er meinte, man müsse die Ska Keller einfach labern lassen, weil das hilft seiner Partei am meisten. Hätte man so stehen lassen können, doch, dass Illner daraufhin mehr Respekt von ihm einforderte, das hat dann die sinnentleerten Floskeln von Ska noch getoppt.

Boris Reitschuster hat sich auf Twitter über ein Foto lustig gemacht, das Heiko Maas im Flugzeug zeigt, wo ihm die ausgesuchten Journalisten zu Füßen liegen. Noch bevor der Shitstorm richtig losging, kombinierten andere das Foto mit ähnlichen Bildern aus Nordkorea. Echt witzig. Am Ende wurde alle von der Zeitgeist-Community rechts verortet. Wo sonst. Kein Wunder, dass Soldaten bei der Bundeswehr eine Beschwerde über einen Vorgesetzten erst am folgenden Tag einreichen dürfen. Einmal darüber schlafen, schützt sie auch davor, sich unnötig lächerlich zu machen. Diese Regelung sollte für Journalisten und Politiker generell gelten, bevor sie irgendwo ihren Sums dazugeben.

Heute habe ich in der Arbeit ein Gespräch mitverfolgt, wo es um Strache ging. Irgendwann sagte einer, dass es doch komisch wäre, dass das Video gerade jetzt veröffentlich wird, obwohl es schon zwei Jahre bekannt wäre. Ja, da kann man nur schweigen. Vielleicht hätte man bei den Videos über die vermeintlichen Giftgasangriffe Assads in Syrien, bei denen danach immer zufällig die Weißhelme vor Ort waren und mehrmals die gleichen Kinder retteten, auch sagen sollen, dass man die Videos schon vor zwei Jahren aufgenommen hat. Komisch, hätte sich dann einer gedacht, dass man sie gerade dann veröffentlicht hat, als die Invasoren des Westens sie brauchten, weil es in Syrien eine Zeitlang allzu friedlich zuging. Und irgendwann schafft man es dann auch sich generell zu fragen, warum immer alles so passend eintritt, wovor unsere Konsensparteien gewarnt, gemahnt und es vorhergesagt haben. Braucht wahrscheinlich für viele noch ein paar solche Ereignisse, um nicht mehr an Zufall zu glauben und dann noch an der richtigen Stelle nach den Urhebern zu suchen.

Mit den Klima-Hysterikern sollte man inzwischen auch so verfahren: Schweigen und genießen. Das Verhalten jede Wetteränderung mit dem Klimawandel in Verbindung zu bringen, ist in meinem Umfeld auch schon gängige Praxis. Was früher Wetter war, ist heute auch Unwetter. Ich kenne unzählige Leute, die Unwetterwarnungen als reale Unwetter sehen, auch wenn die Folge nur ein banaler Dauerregen ist, den sie tags darauf mit eigenen Augen sehen. Anstatt zu kombinieren: Banaler Dauerregen ist kein Unwetter, mutiert dieser im Kopf zu: banaler Dauerregen ist ein Unwetter. Darum brauchte es diesen Witter auch nur 50cm zur Schneekatastrophe mit Unterrichtsausfall und nicht 1,50 wie noch 2006. Fanden viele völlig angemessen. Wenn man diesen Mai sieht, dann sind die Eisheiligen auch nicht mehr das, was sie vor 20 Jahre mal waren. Da hatten wir noch Klimaerhitzung und nicht so ein Schmuddelwetter.

Dann ist mir noch eine 14-jährige US-Amerikanerin aufgefallen, die witzige Videos gegen den Zeitgeist macht. Da man sich aber frei nur im vorgegebenen Korridor bewegen darf, haben sich gestandene Journalisten darüber erregt, dass Soph das neue Vorzeigegesicht der Rechten sei. Zumindest ist sie keine Weltuntergangsprophetin, um die sich gleich eine Ökokirche mit ihren Jüngern versammelt, wie Greta Thunfisch. Nichtjeder will sich bei Weltuntergangs-Videos entspannen. Die Reaktion der Linken hat sie eigentlich erst bekannt gemacht. Vielleicht sollten sich die Lohnschreiber selber sperren, um wie sie mehr Abonnementen zu bekommen.

Ja, was sollte man noch Worte über sowas verlieren. Ich habe mal ein Interview mit einem Sozialismus-affinen Studenten gehört. Der meinte, man bräuchte für den Sozialismus erst gute Ausgangsbedingungen, damit er funktioniert. Wie wahr. Er läuft so lange, bis das fremde Geld alle ist oder sich mit ihrer Ideologie so lächerlich gemacht haben, dass sie noch vor der kompletten Umsetzung scheitern und die Bürger noch die Möglichkeiten haben abzuhauen oder umzusteuern.

Ein Tipp für die, die nach dem Ende des Öko-Sozialismus und den neo-marxistischen Gesellschaftsumbau nochmals einen Anlauf wagen wollen: Deutschland, falls es diesen Versuch überlebt, nochmals aufbauen lassen bis wieder genug Geld da ist und sich unauffällig verhalten, dann über Nacht ein totalitäres Einparteiensystem installieren, Mauer drum herum, alle Kritiker gleich in Lager. Ob sie aber die 72 Jahre der UdSSR toppen können ist aber dann trotzdem nicht sicher, wenn dieser Staat nur aus Funktionären besteht.

7 Gedanken zu “Montags-Potpourrie

  1. Man weiß gar nicht mehr, wo man anfangen soll. Das meiste in dem Text war mir auch unbekannt. Das Maas-Bild, das gesperrte US-Mädel, der narzistische Architekt…über all das läst sich ewig reden. Es ist einfach mittlerweile zu viel auf einmal, das aus den Fugen läuft.

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    1. Die haben einfach zu dick aufgetragen und das Ergebis konnte man gesten bei Illner sehen. Sie haben die letzten 20 Jahren nichts geliefert und treten immer noch mit den gleichen Worthülsen auf und, was bei ihrer Arbeit herauskommt bewirkt genau das Gegenteil. Die können nicht mal den Fall-Srache hochpuschen, weil jeder weiß wie koruppt der ganze Haufen ist. Die haben sämtliche Medien gekapert und keiner will sie mehr hören, sämtliche Unis mit Gender u.a. Schwachsinn, faseln was von 50 Geschlechern und keinen interessiert es. Dieter Nuhr hat den Genderblödsinn im Original vorgelesen. sowas kann kein Kabaretist erfinden. Und wenn eine Simone Peters im kalten Mai ein Zeichen für die Klimaerwärmung sieht, dann interessiert das wohl nur noch die eingefleischen Jünger. Sie haben sämtliche „breiten Bündnisse“ gekapert, die im Sinne der Regierung auf die Straße gehen und können die Deutungshoheit nur halten, wenn sie alles andere verschweigen oder wegzensieren.

      Das wird sie jetzt schon ärgern, dass sie die Bundeswehr zu einer Pussyarmee gemacht haben und die Polizei feminisiert haben. Die können den Krempel auf Dauer nicht mal mehr mit Gewalt durchsetzen.

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      1. Ich sehe immer noch nicht, dass die breite Masse durchblicke und das Spiel der Eliten nicht mehr funktioniere. Leider.

        Am Tag nach der Trump-Wahl hat ZEIT online jedes einzelne Bild ROT unterlegt. JEDES Bild. Das ging für Tage so und ich dachte, „Das war’s. Jetzt sind die durch“. Frag mal jemanden auf der Straße, was er über die ZEIT weiß, und der sagt i.d.R., „seriös, nüchtern, intellektuell“. Tja.

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  2. 19-23 Jähriger verhalten sich noch wie pubertierende Jugendliche. 🙂
    Du musst mal an meinem Arbeitsplatz vorbei kommen und Dir anschauen, wie sich hier Erwachsene jenseits der 35, bis jenseits der 45 in der Kaffeeküche verhalten.
    Da haben meine damaligen Schulkameraden und ich im 4 Schuljahr schon nicht mehr so herumgealbert.
    Es ist wirklich nur noch erschreckend und abstoßend.
    Und der Auslöser sind immer irgendwelche Smartphone Videos auf unterirdischem Niveau.
    In letzter Zeit haben irgendwelche Leute Anschläge auf Mobilfunkmasten betrieben, stand jetzt schon zwei Mal in der Zeitung.
    Die Polizei sucht noch nach denen.
    Wer weiß, was denen durch den Kopf gegangen ist.
    Vielleicht können die solchen Schwachsinn mittlerweile nicht mehr ertragen und es war eine verzweifelte Notwehr Handlung. 🙂 🙂 🙂
    Ich hatte schon mal an ein EMP gedacht. 🙂
    Aber nur gedacht.

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    1. Mir reicht es schon, wenn in Büros Regeln in infantiler Sprache aufgehängt werden. Zum Beispiel, wenn an der Schere ein Schildchen hängt: Ich bleibe hier. oder an der Spüle, wo man die Tassen abstellt: Wasch mich ab!

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