Bloggen im postfaktischen Zeitalter.

Es heißt immer, die Welt wäre komplexer geworden und der Bürger könne sie oft nicht richtig durchschauen. Ersteres bezweifle ich, letzteres trifft weitgehend zu. Vor genau zwei Jahren habe ich meinen ersten Blogartikel geschrieben und ein paar Tage später meine Seite online gestellt. In diese Zeit fielen die Wahl Trumps, die Bundestagswahlen und der Übergang zur völligen Klimahysterie. Seit einigen Monaten hat eine Infantilisierung in der Politik und der Gesellschaft (nicht wie sie in dem Maße wirklich ist, sondern wie sie angeblich sein soll) eingesetzt, dass es sogar für einen Schreiberling wie mich schwierig geworden ist, zu entscheiden, ob man nun bestimmte Themen noch ernsthaft behandeln sollte. Es reicht, hier die gestellten Anfragen und Anträge auf dem Bundestagsserver durchzuscrawlen: Etwas über Koransuren auf Beipackzettel, Abbau von Rohstoffen auf Asteroiden, Schulmaterial für LSBIGTRE-Irgendwasgeschlechter in Integrationskursen (im Text), Klimanotstand für alle usw. Braucht da jemand noch eine schriftliche Erklärung in einem Blog, dass das Bullshit ist? Das Gleiche gilt für die Äußerungen von Politikern, Kirchenleute oder Journalisten. Was soll man zu AKKs Aussage zu Rezos Video sagen, außer vielleicht drüber schlafen und dann etwas sagen, was keinen größeren Schaden anrichtet oder, dass Hofreiter selbstgemalte Bilder von gefährdeten Alpenpflanzen auf seine Seite stellt oder, dass einer vorschlägt, den älteren Leuten Wahlrecht und Führerschein zu entziehen, damit endlich die jungen Leute zum Zuge kommen. Man könnte auch über das Nahles-Video von Bremen diskutieren und fragen, was sich mit dem Trio Dreyer, Schäfer-Gümbel und Schwesig ändern soll. Die Propagandaseiten für die infantilen bis 30 geben Aufschluss darüber, welche Leute hier mal das Ruder übernehmen werden.

Recherche? Ja, war mal aufwändiger. Mit der Zeit, weiß man, welchem Pfad man folgen muss. Am Ende kommt immer irgendwas mit Grün-Lobby, Gegen-Rechts-Lobby, Atlantikbrücke oder Soros raus. Auf diesem Pfad erfährt man dann noch nebenbei, wo unsere Steuergelder verbraten werden. Hoffentlich wird der Berliner Flughafen schnell fertig, dann können sie das Geld gleich über ihren Wohngebieten abwerfen.

Ich habe heute mit einem gesprochen, der selbstständig ist und handwerklich ziemlich breit aufgestellt ist. Der meint, dass es das beste wäre, wenn die Grünen bald an die Regierung kämen, damit sie das Land schnell endgültig an die Wand fahren. Mit seiner Tochter möchte er eine Art handwerklichen Schnellservice anbieten, weil die meisten heute nicht mal mehr eine Steckdose anschließen können oder eine wackelige Schranktür reparieren und für solche Kleinigkeiten kaum mehr ein Handwerker zu finden ist. Wer noch halbwegs bei Vernunft ist, der plant schon für den Untergang.

Der Klimawandel, Klimaerhitzung und die Klimakrise finden nur in Deutschland statt. In meiner Heimatzeitung finden man im überregionalen Teil oft mehrere Artikel dazu; bei meinen fünf Kilometer entfernten Nachbarn scheint das Klima dagegen weniger bedrohlich zu werden. Ein Skeptizismus ist in Deutschland nicht erwünscht und so werden auch die ausgebremst, die sich fern der Alarmisten unserer Medien und des PIK informieren wollen. Bis vor einem Jahr konnte man auf wetter.com noch die historischen Temperaturdaten der letzten 15 Jahre der einzelnen Orte abrufen, jetzt reicht sie nur noch ein Jahr zurück. Als ich einen Datensatz von 30 Jahren für einen bestimmten Ort wollte, stellte ich fest, dass man dafür sage und schreibe gut 800.-€ wollte. Bei drei Orten gab es Mengenrabatt. Auch die deutsche Wikipedia wurde leergefegt, wenn es um Studien geht, die sich mit dem Klima jenseits des CO2-Narrativs beschäftigen. Allerdings gibt es auf der englischen Version unzählige Seiten dazu. Die Seite eike hatte heute dazu einen Artikel, wie man diese Fundgrube am besten anzapft, ohne im Wust der Informationen zu versinken. Ich habe mir dort einen kleinen Überblick verschafft und mit einigermaßen guten Englischkenntnissen ist das wirklich ergiebig.

Der Grund, warum ich zu bloggen begonnen habe, ist, dass ich im Grunde immer von der anderer kostenlos profitiert habe, und sonst nur für mich selbst zur Befriedigung meiner Neugier recherchiert habe. Eigentlich dachte ich am Anfang, dass politische Blogs das ganze Meinungsspektrum abbilden, doch auf einer Liste der einflussreichsten politischen Blogs, finden sich fast ausschließlich konservative Stimmen, die natürlich rechts sind und nur Desinformation verbreiten. Der Autor der Liste beschreibt zum Beispiel die Seite achgut als gruselig, allerdings sind die anderen Beschreibungen sehr hilfreich und weitgehend neutral. Darunter auch Rayk Anders, der recht gelobt wird.

Was haben wir gelacht. Ein vom ÖR bezahlter Meinungsmacher, sozusagen Klaus Klebers Leitmeinung in leichter Sprache. Ich habe mich ja echt bemüht mal über den Tellerrand hinauszusehen, doch diejenigen Blogs, wo die Autoren sich schon auf der ersten Seite mit Bild und Text entleiben und ankündigen, worüber sie alles schreiben würden, die sind längst tot. Gerne Erstsemestler, welche ankündigten, sie werde jetzt täglich von ihren tollen Erfahrungen im Studium berichten. Von den Bloggern des Jahres habe ich keinen einzigen gekannt, außer Prominente, die auch bloggen. Zum Beispiel Dieter Bohlen. Natürlich sind Frauen dort besonders erfolgreich, während sie in der Liste der politischen Blogs nur Einzelfälle sind wie Jasina, die wirklich tolle Videos macht. Die Netzfrauen werden dort als Absteiger des Jahres geführt; soll immer langweiliger werden und immer die gleichen Themen pushen. Ein Preis von 2017 wurde aberkannt.  Sophie Hingst hatte sich mit jüdischen Vorfahren geschmückt, die im Holocaust umgekommen sein sollen. Auch eine Möglichkeit sein Ego zu veredeln.

Für den „Blogtext des Jahres“ wurde Rechtsanwältin Nina Straßner alias Juramama. In „Raus aus meinem Uterus“ behandelt sie den §219a des Strafgesetzbuch, der Ärzten Werbung für Abtreibung untersagt.

Ja, neben Schminke, Kochen kenn ich jetzt von weiblichen Bloggern auch nicht mehr als Themen, die mit ihrem Bauchnabel abwärts zu tun haben. Trotzdem sind die weiblichen Preisträger deutlich in der Überzahl. Der Hashtag des Jahres ist wiesindmehr# einer Natalie Grams. Wahrscheinlich war es ihnen peinlich das Familienministerium auszuzeichnen. Alle prämierten Blogs beschäftigen sich bis auf eine Ausnahme mit weichen Themen wie Nachhaltigkeit, Essen, Kochen, Sport, Garten, Wein, Behinderte und Frauenbefreiung. Ich bin auf eine Liste gestoßen mit den 10 erfolgreichsten Bloggern, die selbst eigentlich nichts schreiben und ihre Dienste anbieten wie man einen erfolgreichen Blog betreibt. Das kommt mir vor wie die Faber-Werbungen für das totsichere System beim Lotto zu gewinnen. Das ein Blog vielleicht ein Thema oder einen Inhalt haben sollte, wir da gar nicht thematisiert.

Im Vergleich dazu war ich vom ersten Artikel an ein Dinosaurier. Ich möchte gar nicht, dass man meinen Namen mit dem Blog in Verbindung bringt, keine fünf Leute wissen in der Realität davon und behalten das auch für sich. Geld will ich auch nicht damit verdienen. Ich sehe mich als „Dienstleister“ für Leute, die wie ich selbst, Dinge aufbereitet haben wollen, die sie im Original aus Zeitgründen nicht lesen würden, eine Analyse über Hintergründe und Querverbindungen haben wollen oder einfach nicht so gut Englisch können, um Artikel im Original zu lesen. Man muss die Welt fast in Echtzeit verfolgen, weil sonst Recherche recht aufwändig wird. Deshalb sichte ich ab 5.15 Uhr morgens schon mal die Lage, durchforste verschiedenen Kommentarbereiche zu Artikeln vom Vortag und lege mir die interessanten Dinge bereits in der Leiste ab. Mittags lese ich dann Artikel vom Tage und die Überschriften in den Leitmedien, bevor ich dann das Thema für den eigenen Artikel einenge. Der Rest ist dann abendfüllend, weil ich für jeden Artikel etwa 3 bis 4 Stunden brauche. Leider habe ich nicht mehr viel Zeit, mir längere Videos anzusehen, weshalb ich meist einen Tag in der Woche nichts veröffentliche, um das einigermaßen nachzuholen. Warum tue ich das? Weil ich es gut und wichtig finde, dass Leute informiert sind und sich nicht mit dem ÖR-Einheitsbrei zufriedengeben sollen.

Und das wichtigste ist: Ich schreibe gern, ich mag die deutsche Sprache und ich sehe es nicht als Arbeit. Ich denke, dass viele unterschätzen, dass man trotzdem auch eine gewisse Disziplin mitbringen muss, wenn man fast täglich etwas veröffentlichen will. Seit Juni 2017 habe ich gut 630 Artikel veröffentlicht, was etwa 2000 maschinengeschriebene Seiten entspricht. Im vergangenen Jahr seit Juni 2018 sind das etwa 87 000 Aufrufe und etwa 25000 Besucher.

Ich finde es nett, wenn jemand meine Artikel weiterverlinkt, da ich ja ja nicht auf twitter, facebook usw. vertreten bin, oder diese kommentiert, egal, ob wohlwollend oder kritisch.

Die nächsten Jahre werden sicher spannend, weil sich unser Land in der Politik und weiten Teilen der Gesellschaft weitgehend von der Realität verabschiedet haben und wir uns sozusagen im postfaktischen Zeitalter befinden. Dass sich heute eine Fraktion der größten links-grünen Jung-Knallköpfe im Bundestag totstellen durften, zeugt davon. Zum Glück sind unsere Nachbarn nicht ganz so durchgeknallt und Gretas Stern ist ja in Schweden bei der Europawahl schon gesunken, wenn man das Ergebnis der Grünen ansieht. Ich hoffe, dass ich das noch erlebe, wenn der ganze Fake spätestens an der Realität zerbröselt.

Ich werde auf jeden Fall schreiberisch dranbleiben.

14 Gedanken zu “Bloggen im postfaktischen Zeitalter.

  1. Ich finde Recherche immer noch aufwendig. Mein Blog/Videoblog ist aber auch tatsächlich etwas jünger. Ich merke schnell, dass Sachen ganz schön ausufern und dann überleg ich, mit was man reinzoomen kann, um etwas allgemeineres anzusprechen.

    Heute: Der Untergang der Sozialdemokratie.

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  2. Stellvertretend (allerdings ohne Auftrag!) für die Konsumenten dieses Blogs mal ein herzliches Dankeschön für die Arbeit und ihre Früchte.
    Der Waidler gehört zu meinen täglichen Ritualen einfach dazu mittlerweile.

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  3. Seit ich mich von den Mainstream Medien endgültig verabschiedet habe, also im Spätherbst 2015, hat sich eine beachtliche Menge an BLOG’s in meinem persönlichen Feed angesammelt.
    Mittlerweile um die 60 Stück.
    Ein Konsens zieht sich wie ein Roter Faden vollständig durch, nämlich dass die Grünen doch tatsächlich an die Regierung kommen sollen, damit der Wahnsinn schnell ein Ende nimmt.
    Wie die Aussage von Deinem Handwerker Bekannten.
    Sogar meine eigenen Gedanken gingen sofort in diese Richtung, warum nicht die Grünen wählen.
    Besser ein Ende mit Schrecken, als Schrecken ohne Ende.
    Wer weiß, was bei einer eventuellen Neuwahl passiert. 😉
    Vielleicht legen die Grünen einen sensationellen Wahlsieg hin.
    Nur die Gründe für den hohen Stimmenanteil könnten dann gänzlich andere sein, als die, welche sich die Grünen dann zusammenreimen werden. 😉
    In dem Sinne, ein Herz für die Grünen. 😉 😉 😉

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    1. Leider kann ich mich nicht erinnern, dass einmal ein Gesetz zum Schaden der deutschen Steuerzahler jemals zurückgenommen wurde. So dürften die Grünen so oder so einen „bleibenden Eindruck“ hinterlassen.

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    2. Tja, und ich halte das für Fake News. 60 Blogs, die gegen die Grünen sind und sich die Grünen an der Regierung wünschen, damit das Land endlich kaputtgeht? 60?

      Um mit Danisch zu sprechen: Wer glaubt sowas?

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      1. Ich denke, dass die meisten erkannt haben, dass die Grünen nur dann wieder verschwinden, wenn sie für kurze Zeit an die Regierung kommen, am besten mit rot-rot-grün, denn eine Verbindung mit der CDU , wäre das Ende der CDU, worauf, dann eben dann erst rot-rot-grün folgt. Wäre FDP, CDU und SPD möglich, würden sie die gleiche Grüne Politik machen, weil sie von den Medien dazu genötigt werden, worauf dann irgendeine Verbindung mit Grün folgt. Niemand von diesen Blogs wünscht sich Grün, doch solange man sie von den Medien hypen kann, weil sie keinerlei Verantwortung tragen, werden sie immer weiter zulegen. Es ist die Wahl zwischen Pest und Cholera. Die CDU müsste in die Opposition, anders wird sie sich nicht erneuern können.

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      2. Ich kann gar nicht oft genug wiederholen für wie fatal ich diesen Irrglauben halte. Das wäre das erste mal in der Geschichte, dass ein Wahlvolk seinen Fehler eingesteht und die Schuld bei der eigenen Entscheidung ausfindig macht, v.a. ohne Diskurs.

        Außerdem legt das Parteiblatt der Grünen, die ZEIT, nahe, dass die NIEMALS die Macht wieder an die „Nazis“ abgeben, wenn die einmal alle Macht aggregiert haben.

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  4. Genau das ist der Punkt, der im Übrigen auch mich durch Benutzen meines gesunden Menschenverstandes selber zu der Erkenntnis gebracht hat.
    Die Grünen müssen mal temporär an die Regierung und richtig Schaden anrichten, damit die dann in der Versenkung verschwinden können.
    Die meisten Menschen lernen leider nur durch eigene schlechte Erfahrungen, oder wenn sich deren persönliche Situation drastisch verschlechtert.
    Nur deshalb gab es ja gegen Ende der 80er Jahre auch die Aufstände in der DDR.
    So lange es zu Vielen noch zu gut geht, rühren sich halt leider einfach zu wenige.
    Und wenn die Grünen am Ruder sind und sich die Situation vieler plötzlich signifikant verschlechtert, denen es jetzt ja noch „so gut“ geht, dann wird es auch schwer, das irgendwelchen „Rechtspopulisten“ in die Schuhe zu schieben.

    Das ist übrigens wie mit dem Feminismus.
    So lange es tatsächlich noch Restriktionen für Frauen gab, konnten sich alle Frauen, auch die Unfähigsten hinter der Aussage verstecken:“Ich darf ja nicht“.

    Nun gibt es aber schon spätestens seit Mitte der 80er Jahre echte Chancen Gleichheit und die Aussage zieht nicht mehr.

    Dadurch hat sich schon länger offenbart, auch auf Grund der Verteilung in den Berufen und auf den Posten und wegen der ganzen Quotenforderungen, dass es eben Bereiche im Leben gibt, in denen wir Männer den Frauen eben doch ganz einfach hoffnungslos überlegen sind.

    Das wollen die Hardcore Feministinnen natürlich nicht wahr haben und deshalb wird das ganze Gezeter immer höher gefahren und wird immer absurder.

    Viele „Dummchen“ konnten damals höchstwahrscheinlich super damit Leben, mit dem Gedanken:“Ich bin genauso gut wie die Männer und nur deshalb nicht auf einem hohen Posten, weil die Männer mich nicht lassen.“

    Kann für solche Gemüter sogar eine schöne Ausrede vor sich selber sein, um sich seine eigene „Dummheit“ nicht eingestehen zu müssen.

    So etwas ist gut für’s „Feel Good“
    Also vielen Frauen hat der Feminismus auch sehr viel genommen und Ihnen damit mehr geschadet, als genutzt.

    Ich persönlich bin der Meinung, der Schaden des Feminismus überwiegt den Nutzen bei Weitem und hat vor Allem den meisten Frauen geschadet, Stichwort: „Katzenlady“ 😉

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