Hambacher Fest: Zurück zu den Wurzeln.

Im dienen alle Feier- und Gedenktage in Deutschland, so unterschiedlich die Ereignisse sind, die dahinterstehen, inzwischen dem gleichen Zweck. Zuerst wird von Schuld und Verantwortung gelabert, um dann die Kurve zu kriegen, dass es im Kern nur um die Schaffung eines kunterbunten, europäischen Einheitsstaates geht. Entweder als moralische Verpflichtung oder man unterstellt, dass zum Beispiel der D-Day mit Weitsicht stattgefunden hatte, um am Ende zu den Vereinigten Staaten von Europa zu kommen. Und wir sind dazu genötigt, schließlich haben die Alliierten so viele Opfer gebracht. Schon bei diesem Gedenktag betreibt man Geschichtsklittierung, wie auch der russische Außenminister Lavrov richtig bemerkt. Man will die damalige Sowjetunion hinausdrängen, obwohl sie beim Sieg über Nazideutschland die meisten Opfer zu beklagen hatte und es erst soweit geschwächt hatte, dass die USA eine Landung wagen konnten.

Die Geschichte zu den eigenen Zwecken umzuschreiben, ist ja ein besonderes Steckenpferd der Linken. Nun haben sie das Hambacher Fest für sich entdeckt, obwohl dieses Ereignis in den letzten Jahren keine Rolle spielte. Erst seit sich deutsche Bürger seit einigen Jahren wieder daran erinnern, dass hier eigentlich die Wurzeln der deutschen Nation liegen mit seinen damals schon geforderten Bürgerrechten, hat sich das geändert, denn sie sehen genau diese später erkämpften Bürgerrechte durch unseren Parteienstaat bedroht.

Diejenigen, die diesen Tag vor Ort wieder feiern wird vorgeworfen, sie wären (natürlich) AfD-nah und wollten sich damit ein demokratisches Mäntelchen umwerfen.

Der Potsdamer Politikwissenschaftler Gideon Botsch sagt über die AfD: „Der Grundgedanke der AfD ist: Wir sind Fundamentalopposition. Wir wollen die Verfassungsordnung grundlegend ändern. Mit der Nutzung solcher Symbole können sie suggerieren, sie stünden in einer demokratischen Tradition. Das ist positiv besetzt in der Bevölkerung.“

Ja, das sind die üblichen Mietmäuler, die als Experten vorgeschickt werden, damit unsere SED-nahen Medien und Politiker jegliche Kritik an ihren neo-marxistischen Träumen diskreditieren können, ohne selbst das Wort ergreifen zu müssen.

So wie sie PEGIDA und AfD als menschen- und demokratiefeindlich bezeichnen und den Beweis schuldig bleiben müssen, weil diese Behauptung sich weder in den 19 Punkten von PEGIDA, noch im Parteiprogramm der AfD finden lässt, so dürfen sie auch nicht auf die Geschichte des Hambacher Festes eingehen. Die Konsensparteien okkupieren nun auch dieses Fest, um es für ihre Zwecke zu missbrauchen. Dabei dürfte inzwischen nichts weiter von den Zielen der Initiatoren des Hambacher Festes entfernt sein, wie unser Parteienstaat und die grün-links gedrehten Leitmedien.

Der Ausgangspunkt liegt am Ende der napoleonischen Kriege. Nach der Neuordnung Europa waren die Deutschen enttäuscht, dass nicht auch sie in einem gemeinsamen Nationalstaat zusammenleben konnten, sondern sich in einem in Kleinstaaten aufgedröselten Territorium wiederfanden, wo Adel und Obrigkeit das letzte Wort hatten. Der Streben nach einem Nationalstaat hatte dabei auch rein praktische Gründe. An den vielen innerdeutschen Grenzen mussten für Waren Zölle entrichtet werden, was zu unnötig hohen Preisen und auch Hungersnöten führte. Auch fühlten sich die Deutschen, die in den napoleonischen Kriegen für ein geeintes Deutschland gekämpft hatten, verraten. Die Kritik an der Kleinstaaterei und der Verweigerung der Volkssouveränität wurde unterdrückt: (hier)

Staatliche Stellen beobachteten Wirths Zeitung Deutsche Tribüne von der ersten Auflage an.[40] Auch Siebenpfeiffers Zeitung Westbote überzogen die Behörden mit Schikanen. Anfang 1832 versiegelte der angewiesene Bürgermeister Wirths Druckerpresse, weil dieser ohne Erlaubnis seine Zeitung dennoch herstellte. Siebenpfeiffer erging es ebenso.[41](…) Die Teilnehmer dieses „Ersten Schülerfestes“ sahen sich selbst als Patrioten. Ihre Forderung war, dass sich jegliche Gesetzmäßigkeit aus Volkssouveränität erschließen müsse und nicht mehr durch göttliche Legitimation des Königtums begründbar sei. Würde dieser Wechsel vollzogen, so wäre es der Grundstein für „Deutschlands Wiedergeburt“.[Q 2]In der Weiterführung der Idee gründeten die Anwesenden den Deutschen Vaterlandsverein zur Unterstützung der freien Presse.

Hier wird nicht um kleingeistiges Brimborium oder einen Versorgungsstaat gekämpft, sondern um Mitbestimmung und Pressefreiheit.

Selbst die Verhaftung Wirths am 16. des Monats brach aber nicht den Geist der Opposition. Vielmehr füllten andere Publikationen die hervorgerufene Lücke, so etwa die Zeitschrift Bürgerfreund von Johann Heinrich Hochdörfer. Das Appellationsgericht (Berufungsgericht) zu Zweibrücken sprach Wirth am 14. April frei. Das Urteil führte zu öffentlicher Anteilnahme und bekräftigte, dass Journalisten sich gegen die Zensur publizistisch zur Wehr setzen durften. Der Freispruch Wirths und die daraus sich andeutende Ungerechtigkeit des Vereinsverbots brachte dem Preß- und Vaterlandsverein großen Zulauf.

Kein Wunder, dass sich die Kritiker an den derzeitigen Zuständen in Deutschland dieses Fest zum Vorbild nehmen, denn wir beobachten heute das Gleiche: Journalisten und Blogbetreiber werden wegen vermeintlicher  Hetze- und Hassrede vor Gericht gezerrt, wo sich dann am Ende herausstellt, dass alles mit der Meinungsfreiheit gedeckt ist. Trotzdem führt es dazu, dass die Bürger sich ihre eigene Meinung verkneifen, um keine finanziellen, sozialen oder beruflichen Nachteile zu erleiden.

In einer Rede heißt es am Ende:

Hoch! dreimal hoch das conföderirte republikanische Europa!

Ich warte noch darauf, dass die Leitmedien sich auf diesen Satz berufen und darin schon den Wunsch auf ein vereintes Europa herauslesen. So wie man in den letzten Tagen schon durch den passenden Schnitt und den Kommentaren dazu versuchte, die Veranstaltung in eine rechtsradikale Ecke zu stellen, wird sich sicher noch ein Experte finden, der diesen Satz „instrumentalisiert“, wie es so schön heißt, wenn es um die Gegner des Links-Staates geht. Da muss man natürlich die vorhergehenden Sätze aussparen:

er möge (man möge sich) auch zu gleicher Zeit mit den reinen Patrioten der Nachbarländer sich verständigen, und wenn ihm Garantien für die Integrität unseres Gebietes gegeben sind, dann möge er immerhin auch die brüderliche Vereinigung suchen, mit den Patrioten aller Nationen, die für Freiheit, Volkshoheit und Völkerglück das Leben einzusetzen entschlossen sind. Hoch! dreimal hoch leben die vereinigten Freistaaten Deutschlands! Hoch! dreimal hoch das conföderirte republikanische Europa!

Es geht darum, dass die Patrioten der jeweiligen Länder ihre Freiheit und ihre Volkssouveränität erlangen. Kaiser und Könige haben für ihr Machtstreben die einfachen Leute in den Krieg gezwungen und das sollte ein Ende haben, weil jede Nation die Integrität auf ihr Gebiet haben soll. Das ist das genaue Gegenteil von dem, was sich die EU unter Europa vorstellt. Nun gibt es Leute, die wegen der zunehmenden Islamisierung auf die Straße gehen oder gegen die Nullzinspolitik. Obwohl es Beispiele und Prognosen, die die Befürchtungen stützen, kann man immer schön auf die Gegenwart verweisen: Alles ist gut. Alles halb so schlimm.

Die Forderung nach Meinungsfreiheit und Volkssouveränität ist für mich irgendwie anrührend. Hier fordert niemand ein Privileg oder etwas, wofür andere bezahlen sollen, sondern es wird gefordert, die Knebel (wieder) zu lösen. Dies ist keine Forderung, die man links oder rechts verorten kann, sondern der Ruf nach Freiheit. Die ehemaligen DDR-Bürger sind nicht in erster Linie für Bananen und Reisefreiheit auf die Straße gegangen, sondern sie wollten dem Gefühl permanenter potentieller Bespitzelung entgehen. Sie wollten, dass sie offen reden können und Politik wahrhaftig sich an der Realität orientiert.

Die Neuauflage des Hambacher Festes ist keine rechte Veranstaltung wie man uns weismachen will, sondern es werden Forderungen gestellt, die es erst möglich machen, dass es einen offenen Diskurs zwischen Links und Rechts geben kann.

Die Zerstörung des Bildungssystems durch links-grün ist ja schon weit fortgeschritten, doch in diesem Fall muss man fast dafür dankbar sein bzw. die Chefideologen haben die Folgen nicht bedacht. Die ganzen speichelleckenden „Wissenschaftler“ und Journalisten haben eben auch dieses System durchlaufen und glauben meist auch noch an das, was sie uns erzählen. Deshalb gilt hier der Satz:

Schreibe nicht der Böswilligkeit zu, was durch Dummheit hinreichend erklärbar ist.

Anstatt diese Veranstaltung am Hambacher Schloss einfach totzuschweigen, weil man da wirklich nichts zu melden hat, möchte sich die Linksideologen in Unis und Medien auch diese Medaille umhängen. Die glauben, es reichte die Forderungen beim Hambacher Fest einfach zu unterschlagen und sie gleichzeitig für sich zu vereinnahmen. Das mag vielleicht bei den durch die tägliche Propaganda weichgespülten Köpfe funktionieren, doch jeder, der in seinem Kopf noch halbwegs ein eigenes Licht brennen hat, wird das doch wohl wenigstens auf Wikipedia mal nachschlagen, worum es da ging.

Hier wird eben kein Nanny-Staat gefordert, der leistungslosen Wohlstand und jedem Schneeflöckchen seinen Schutzraum bietet, sondern, dass ich meine Meinung frei äußern kann und (gravierende) politische Entscheidungen nicht ohne den Volkswillen getroffen werden.

Ja, liebe linke und grüne Pest. Und auch die journalistischen Arschkriecher sind gemeint. Nichts könnte weiter von Eurer Vorstellung von Demokratie entfernt sein, wie die Forderungen, die am Hambacher Fest gestellt wurden. Dass heute nicht blaues Blut über die Allmacht entscheidet, sondern die richtige Haltung und Frausein macht eben nicht wirklich einen Unterschied. Wenn dann der Journalist mit Bildungslücke den vermeintlichen Experten an der Quoten- und Divers-Uni anruft, um sich seine Meinung bestätigen zu lassen, dann müssten hier die Chefideologen eigentlich merken, dass man mit einem neomarxistischen Bildungssystem nicht nur verblödete Untertanen bekommt, sondern auch eigene linientreuen Helfer mit Intelligenzdefizit.

Ja, wir sind Euch dankbar. Mit Eurer Hilfe wird vielleicht eine Handvoll Bürger mal eigenständig nachschlagen, worum es beim Hambacher Fest ging, und damit erkennen, dass der öko-sozialistische Haltungsstaat mit Freiheit eben nicht mehr viel zu tun hat und sie den Systemwechsel, den ihr den heute Feiernden unterstellen, selbst im Banner tragt. (hier und hier).

Bis die Forderungen des Hambacher Festes erfüllt wurden, dauerte es danach noch Jahrzehnte. Wie lange es diesmal dauen wird ist schwer zu sagen. Zumindest arbeiten unsere Gegner hart daran, dass es diesmal etwas schneller geht.

 

 

6 Gedanken zu “Hambacher Fest: Zurück zu den Wurzeln.

  1. Obwohl ich in günstiger Entfernung wohne, bin ich nicht hingefahren, weil es im wesentlichen eine Veranstaltung des lauen Werteunions-Milieus ist. Es hat keinen Sinn, Leute zu unterstützen, die glauben, die Islamisierung mit Liberalismus aufhalten zu können, die nicht als rechts bezeichnet werden wollen, oder empfehlen, Kleinparteien zu wählen.

    Das historische Hambacher Fest sollte man nicht überbewerten. Es nahm mit zunehmender Dauer den Charakter eines Weinfestes an.

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