Die fade Welt der Moralisten.

Den ganzen Dödel, die permanent von der Bedrohung der liberalen Demokratie faseln, fällt gar nicht mehr auf, dass das, was sie angeblich verteidigen, längst Vergangenheit ist.

Es gab in der Menschheitsgeschichte nämlich nur kurze Abschnitte, in denen der Mensch so frei war, dass er nicht in irgendeiner Weise einer Gewissensprüfung unterzogen wurden, ob er auch den richtigen Glauben hätte, die richtige politische Einstellung oder gemeinhin ein sittliches Leben führte. Den Herrschenden war es nur recht, dass es genügend Leute gab, die auch ihre Mitmenschen entsprechend aushorchten und anschwärzten. Wenn man Glück hatte, dann bekam man noch die Gelegenheit allem Bösen oder dem falschen Glauben abzuschwören und mit Nachdruck Besserung zu geloben. Das war in der katholischen Kirche nicht anders als unter den kommunistischen Apparatschiks. Die ganzen Ideologen sind einfach irgendwann an der Realität gescheitert. Dürren waren eben keine Strafe Gottes, Meereistheorie Humbug und jeder Sozialismus brachte am Ende eben nicht das Paradies, sondern nur Mangel, Korruption und Zerfall.

Meiner Meinung nach waren es nur die Jahre zwischen etwa 1980 und 1995, wo man wirklich tun und lassen konnte, was man wollte. Es interessierte keinen, wieviel jemand raucht oder trinkt oder jeden Tag seinen Schweinshaxen isst. Was jemand in seiner Freizeit getrieben hat oder welche politische Gesinnung jemand hatte, spielte im täglichen Umgang eigentlich keine Rolle. Die typischen linken Bazillen und Besserwisser gab es damals natürlich auch. Bezeichnend war, dass, wenn jemand recht früh gestorben ist, weil er eben mehr getrunken, geraucht, gegessen und geweibert hat als gesund war, es dann bei der Beerdigung hieß, dass der immer recht gut gelebt oder ihm das Bier recht gut geschmeckt hätte.

Wie sieht es heute aus? Geht da die Diskussion los, dann geht es schnell um die eigenen Lebensgewohnheiten, wieviel Fleisch man selber isst, dass man ja fast immer Bio einkauft und ja insgesamt ganz umweltbewusst ist, als wolle man es sich selbst bestätigen, dass man deshalb nicht so früh ins Gras beißen dürfe. Ja, die scheiß Angst vor Krankheit und Tod. Man warnt vor Vogelgrippe, Huntervirus, Schwermetallen, Alkohol, zu wenig Bewegung, zu viel Fleisch oder der falschen Matratze. Und blöderweise pfeifen einfach viele darauf und wollen sich einfach nichts verbieten lassen. In den letzten Jahren ist man deshalb fließend dazu übergegangen, dass man behauptet, nicht nur das eigene Leben wäre bedroht, sondern gleich das der ganzen Menschheit. Da ist das Ganze dann plötzlich keine Privatsache mehr, wenn ich ins Grüne fahre, den Grill anwerfe mit ein paar Schweineschnitzel drauf. Da geht es dann plötzlich um Ressourcenverschwendung, Feinstaub, CO2-Abdruck und Klimawandel. Wir machen uns sozusagen ein gutes Leben auf Kosten anderer und da kriechen natürlich die verbissenen Moralisten aus ihren Löcher, um denen das madig zu machen. Seien wir uns ehrlich, so ist es doch von oben gewollt. Dieses „menschenverachtende“ Verhalten wird natürlich zusätzlich mit der politischen Einstellung verwoben. Es ist eben der bierbäuchige Deutsche, Klimaleugner und Rechtspopulist, der sich ein Leben auf Kosten anderer macht. Vor einigen Jahren haben sie den ganzen Weltverbesserern noch den Stinkefinger gezeigt, weil sie ja die Leistungsträger sind, die den Laden am Laufen halten und deshalb kein schlechtes Gewissen haben müssten. Und man hat wirklich live zuschauen können wie der ganze Links-Siff unser Land gekapert hat. Heute drückt man mit Quote und Antidikriminierungsgesetze die Minderleister ins System, hat Fake-Studiengänge eingeführt, Abi für Analphabeten und kann jetzt sogar vorrücken, wenn man die richtige Gesinnung zeigt. Wenn jemand wegen seiner Minderbegabung trotzdem versagt, dann wird einem eingeredet, es läge an den schlechteren Startbedingungen, dem Bildungssystem, Diskriminierung, Sexismus, gläserner Decke oder der falschen Bürotemperatur. Und wer ist schuld daran? Sie ahnen es. Die gleichen, die sich immer noch gerne ihr Schnitzel auf den Grill werfen, aber sich jetzt zusätzlich noch anhören müssen, dass sie den jungen Leuten eine zerstörte Welt hinterlassen hätten. Die reiben sich die Augen, ob die meinen, eine sichere Stromversorgung, Handy, Internetdienste, getakteter Nahverkehr, Mikrowelle und Cappuccino-Vollautomat wären einfach so vom Himmel gefallen und natürliche Erscheinungen.

Doch Politik und Medien bestärken die ganzen Moralaposteln und Hohlköpfe noch darin, dass die Welt eine bessere würde, wenn man die ganze Brut ausmerzt, die dafür verantwortlich ist: Es sind die alten, deutschen Fleischfresser und Dieselfahrer, die den Klimawandel, 50 Geschlechter und die Vorzüge der bunten Gesellschaft leugnen. Der Einfachheit halber nennt man sie Rechtspopulisten.

Und so sind wieder bei Gesinnungsprüfung und Denunziation angelangt. Man schießt fähige Leute raus oder verweigert ihnen die verdiente Stelle oder diskreditiert ihre Leistung oder ihre guten Taten, wenn sie die falsche Gesinnung haben. (hier und hier und hier)

Wir hatten eine hohe Stufe der Zivilisation erreicht, als man eine Leistung oder eine Tat unabhängig von der Person betrachtet hatte. Der Vorgesetzte mag ein Arschloch gewesen sein, doch man konnte anerkennen, dass er eben Ahnung hatte. Man hat sich das dann eben insgeheim gedacht und sich eben nicht noch privat mit dem getroffen. Ein ehemaliger Vorgesetzter sagte mir mal, es gäbe Leute, da ist er froh, wenn er mit denen zusammenarbeiten kann, mit denen würde er sich aber nie auf einen Kaffee treffen. Andere träfe er gerne auf einen Kaffee, denen möchte er aber auf keiner Baustelle begegnen. Mit manchen geht beides.

Heute sind viele so hirngewaschen, dass ihre Moral, ihre Haltung und ihre Prinzipien so eng mit ihrem Selbst verbunden sind, dass die gar nicht annehmen dürfen, falsch zu liegen, vor allem, weil sie damit so penetrant bei ihren Mitmenschen hausieren gegangen sind, andere womöglich belehrt und angeschwärzt haben. Deshalb müssen solche Leute auch ihre persönliche Biographie schönen. Sie können sich nicht eingestehen, dass sie einfach Fehler gemacht haben, zu behäbig oder zu inkompetent waren. Es müssen immer andere oder die Umstände schuld an ihrem faden Leben sein.

Ich meine, man muss die Prinzipien, nach denen man handelt, als etwas Veränderliches sehen. Man muss einfach eingestehen, dass man es früher eben vielleicht nicht besser gewusst hat oder Dinge unterschätzt bzw. sich selbst überschätz hat. Es sollte mich nichts angehen, aus welchen Prinzipien jemand handelt oder es sollte auch bei mir niemanden etwas angehen. Es heißt: An ihren Taten sollt ihr sie erkennen und an anderer Stelle, dass diejenigen, die sich für moralisch halten, anderen Lasten aufbürden, die sie selbst nicht tragen müssen. Deshalb sollte man auch nicht irgendeiner Esoterik nachlaufen und blind den offiziellen Verlautbarungen folgen, sondern sich einfach selbst informieren. Wer nichts weiß, muss alles glauben und wer Ahnung hat, der kann sich auch mit guten Begründungen gegen den Irrsinn stellen.

Diese hypermoralisierenden, links-grünen Weltverbesserer sind nichts Anderes als wirre Hohlköpfe. Sie knabbern an ihrer rohen Gelben Rübe für ein langes Leben und glauben gleichzeitig, dass in 12 Jahren die Welt untergeht, wenn wir nicht das Land mit Windrädern zupflastern. Bessere Untertanen kann man sich gar nicht wünschen. Da reicht der moralische Zeigefinger, um sie zur Selbstkasteiung zu nötigen. Die sind nicht für Dieselverbot und CO2-Steuer, weil es gegen den Klimawandel hilft, sondern, dass auch der Rest, der das für Schwachsinn hält, etwas von ihrem beschissenen Leben abbekommt.

Die begeben sich in einen staatlichen Schutzraum, lassen sich von Medien und Politik erzählen, was zu einem guten Leben gehört, und sich von denen als Denunzianten missbrauchen. Die lassen sich für jede Flugreise, jedes Schnitzel und dem Kaminfeuer ein schlechtes Gewissen einreden, genau von denen, die selbst auf jegliche Selbstbeschränkung pfeifen und sich für ihr moralisches Gesülze von Steuergeldern schmarotzen, während sie dem Rest die Folgen ihrer öko-sozialistischen Utopien aufnötigen.

Versager und Schmarotzer brauchen eben immer ein Kollektiv. Es wird ihnen eingeredet, sie wären besonders integer und zu irgendwas nützlich, denn alleine würde ihnen schnell auffallen, dass sie eigentlich nur Neider sind, die nichts können und keine Ahnung haben, was zu einem guten Leben gehört. Die können es nicht ertragen, dass es manchem reicht, eine Halbe zu trinken, ein Schnitzel auf dem Grill zu werfen und ihnen dabei keiner mit einem moralischen Gesülze auf den Senkel geht. Und am meisten trifft sie, dass solche Leute sie auslachen und nur Verachtung und Mitleid für sie übrig haben.

 

5 Gedanken zu “Die fade Welt der Moralisten.

  1. Ein toller Text. Und heute Abend wird bei uns der Holzkohle(!)grill angeworfen und drauf kommen ein paar schöne Stücke Schweinebauch. Dazu gibt es Bier und Weinschorle (Frau bevorzugt dies) und einige Zigaretten (wir beide) bis die Kohlen durchgeglüht sind.

    Und damit ein schönes Restpfingsten von

    Erwin

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  2. Was die Jahre 1980 bis 1995 angeht, gebe ich Dir vollumfänglich Recht.
    Ich durfte, ja DURFTE, denn es ist ein Segen, dass es so gekommen ist, meine Schulzeit und den Beginn meiner Ausbildung in dieser Zeit verbringen.
    Dadurch bin ich in der Lage, selbstständig zu denken und meinen eigenen Verstand zu benutzen. 😉
    Und auch, meine Ressourcen in der freien Wirtschaft zu erwirtschaften.

    Was interessant ist, dass, obwohl man doch in dieser Zeit unbeschwert fressen und saufen konnte, was man wollte, die Anzahl der fetten Menschen gerade in den letzten 5 – 10 Jahren sprunghaft angestiegen ist.

    Damals, in der genannten Zeitspanne von 15 Jahren gab es zwar auch dicke Menschen, aber beileibe nicht in der Anzahl, wie heute und vor Allem auch nicht so viele extrem Adipöse Menschen wie heute.

    Wo es besonders erschreckend ist, dass gerade bei sehr jungen Frauen dieser Zustand in einem verheerenden Maße zugenommen hat, im Wahrsten Sinne des Wortes. 😉

    Meiner Meinung nach ist das aber in einem großen Maß dem ausufernden Feminismus geschuldet, mit diesem ganzen „Body Positivity“ Wahnsinn. Ja, WAHNSINN!!!

    Auf jeden Fall, würden die Menschen Ihre eigene Propaganda dann mal bei sich selber umsetzen, müssten die ja Alle rank, schlank und kerngesund sein. 😉

    Wenn ich so Abends einkaufen gehe, sehe ich aber das pure Gegenteil.
    Die propagierten Lebensmittel haben durchweg eine so geringe Energiedichte, dass man vom Volumen her schon gar nicht so viel davon essen könnte, um so dermaßen fett zu werden wie einige Gestalten.

    Aber es ist auch da, wie überall.
    Wasser predigen und Wein trinken.
    Auch da hat sich gegenüber den damaligen Kirchen Ideologen Nichts geändert.

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