Flucht vor politischer Willkür.

Bevor die AfD sich etabliert hatte, hieß es immer, das wären nur Protestwähler und, weil die nicht mitgestalten konnten (durften) wie die Altparteien hieß es, die Stimmen wäre verloren, genauso wie die für die Kleinstparteien. Dabei muss man den Wählern der Kleinstparteien zumindest zugutehalten, dass sie sich wenigstens einreden, ihre Partei könnte aktiv etwas verändern. Mir kommt es heute zumindest bei vielen Wählern so vor, als würden sie ihre Wahl nach anderen Kriterien treffen wie früher, wenn man die direkten Profiteure herausrechnet. Man will entweder das schlimmste verhindern oder zumindest sagen können, man sei auf der richtigen Seite gewesen, wenn der Karren an die Wand fährt. Obwohl es auf den ersten Blick so aussieht, denke ich, dass hier sogar Grün- und AfD-Wähler etwas gemeinsam haben. Wem täglich die Klimaapokalypse erzählt wird, der wird sich auch in Ansätzen informieren, dass Deutschlands Einfluss schwindend gering ist, aber man will wenigstens auf der richtigen Seite gestanden sein. Wer sieht, dass es praktisch unmöglich ist, das Klima zu ändern oder Deutschland ohne Kohle- und Kernkraft mit Strom zu versorgen, der muss zwangsläufig eine Art religiöse Überzeugung bekommen, dass es trotzdem funktioniert. Was der Durchschnittsdeutsche mitbekommt ist, dass der Klimawandel wohl das geringste Problem ist, obwohl und Angst und Schuldgefühle schon so tief eingepflanzt sind, dass wir uns nicht mal mehr über ein paar heiße Sommertage freuen können. Wie heißt der Sommerhit dieses Jahres? Sehen sie. Sie denken schon an Klimawandel, wenn sie Backpapier kaufen, da ist ihnen das gar nicht mehr aufgefallen.

Während man wohl die Menschen, die mit rechter Gewalt zu tun hatten, an einer Hand abzählen kann, dürften es unzählige sein, die von der ungesteuerten Einwanderung aus Orient und Afrika betroffen sind. Man denke nur an Freibäder und eine ganz normale Zugfahrt. Im Kampf gegen rechts nimmt man bei den Maßnahmen gerne Kollateralschäden hin, obwohl unter der Hand jedem klar ist, dass man mit Zensur und Einschränkung der Meinungsfreiheit genau die mit abernten will. Nämlich liberale Konservative, von denen sich kaum mehr einer in den Altparteien findet und als Partei eine ernste Gefahr für deren Pfründe bedeuten würde. Auf der anderen Seite glaubt nur mehr die ganz Naiven, dass die ganzen Migrationsgesetze irgendwas bewirken würden. Es laufen trotzdem weiterhin noch 500 bis 900 über die deutsche Grenze und jede Quote, die Zahl der Abschiebungen zu erhöhen, hat sich jedes Mal als Witz erwiesen. Da passt wirklich die Aussage von Putin, die ich gestern im Radio gehört habe:

Wer so eine Migrationspolitik macht, kann sie auch bleiben lassen.

Wann hat es zum letzten Mal ein Gesetz in Deutschland gegeben, von dem die wirklichen Leistungsträger und deren Familien etwas hatten? Es kam mir wie ein Witz vor, das Scheuer glaubte, er käme bei der EU mit einem Maut-Gesetz durch, bei dem nicht auch die Deutschen neben der PKW- und Mineralölsteuer zusätzlich belastet würden. Geht gar nicht.

Man ist fast froh über die Sommerpause, dass dann keine Gesetze verabschiedet werde. Die Deutschen hatten noch nie die Mentalität, gegen die Regierung auf die Straße zu gehen, wie die Franzosen. Man arrangierte sich mit dem Regime hieß es früher. Wer noch etwas im Kopf hat, der wählt irgendwas, um wenigstens das gute Gefühl zu haben, sich dem links-grünen Irrsinn entgegenzustellen und legt sich schon im Geiste zurecht, wie man deren sozialistischen Weltenrettungs-Krimskrams entkommen kann.

Wer an die fünfzig geht oder darüber, der weiß, dass es kein Problem war als die Grünen zum ersten Mal in den Bundestag einzogen. Die hätten auch den Kanzler stellen können und hätten trotzdem nicht im Handstreich gleich ein ganzes Land umgemodelt, denn es gab einen Bundestag, Verfassungsgericht und auch eine Presse; und sogar verschiedene Parteien. Heute, wo man die Aussagen von Politikern erst überprüfen muss, ob sie Satire sind, und alles für regel- und gesetzeskonform gehalten wird, wo schon der Laie einen Verstoß erkennt, da ist natürlich alles möglich. Schön zu sehen an der Merkel-Entscheidung 2015, Migranten planlos aus humanitären Gründen ins Land zu lassen, die Verweigerung des Bundestags, der AfD einen Bundestagsvizepräsidenten zuzugestehen oder der verweigerte „Hammelsprung“ bei offensichtlicher Nicht-Beschlussfähigkeit des Bundestages. Wenn Naturgesetze und praktische Erfahrung bei politischen Entscheidungen auch keine Rolle mehr spielen, dann ist Wählen wirklich zu einer Haltungssache verkommen.

Wo es vorher hieß, Schaden vom deutschen Volk abzuwenden, heißt es nun, den persönlichen Schaden durch politische Entscheidungen möglichst klein zu halten. Wenn 50% Habeck noch nicht kennen, dann ist man klar im Vorteil, wenn man ihn kennt, denn dann werden die meisten überrascht sein, was sie erwartet. Alles was „angedacht“ wird, wird irgendwann Realität und leider sind viele so auf Kante genäht, dass sie das einfach so hinnehmen müssen oder selber schuld. Wer heute einen Schlüsseldienst kommen lassen muss, weil er nie daran gedacht hat, irgendwo einen Ersatzschlüssel zu deponieren, den will ich bei einem Stromausfall sehen.

Ich denke da nicht an Prepper oder aktive Vorbereitung auf eine Katastrophe, sondern eher an die mentale Vorbereitung. Wer wie ich als nicht polit-korrekter “Schreiberling“ auftritt, der rechnet natürlich damit, dass er irgendwann Besuch bekommt, auch wenn es bis jetzt nur „Hassmailschreiber“ betrifft.  Wer es heute für unmöglich hält, dass der Verkauf von Verbrennungsmotoren verboten wird, weil es weder machbar noch sinnvoll ist, der sollte mal einen Gedanken daran verschwenden, denn ein Berliner Senator will ja Autofahren so unangenehm wie möglich machen:

Natürlich denkt er ja an Ausnahmen. Gewerbetreibende, Ärzte usw. Wie im Sozialismus üblich, sollte man immer darüber nachdenken, wie man zu dem notwendigen Privileg kommt. Ich denke auch darüber nach, irgendwo eine billige Kiste mit Dieselmotor zu kaufen und irgendwo in einer Garage oder Stall unterzustellen. Muss nicht morgen sein aber immer im Hinterkopf zu haben, dass alles möglich ist, schadet nicht. Denn „Oldtimer“ geht später sicher auch noch. Kann ich etwas, wo ich mir selber helfen kann oder was andere brauchen könnten? So kann man sich über die Jahre auch ein Netzwerk aufbauen, um wirklich alles unter der Hand zu besorgen.

Wenn ein Staat immer von Datenschutz spricht Freiheit, kann man davon ausgehen, dass er wirklich alles wissen will. Manchen ist das egal, sie haben schließlich nichts zu verbergen. Mir nicht. Kennen sie den Moment, wo keiner weiß, wo sie sind und was sie gerade so treiben? Handy, Bankkarte und Navi dabei? Man kann sich die Freiheit nehmen, nicht erreichbar zu sein, kein Navi zu haben und immer bar zu bezahlen. Tolles Gefühl.

Schon jetzt zeigt sich, dass Betroffene nicht jeden Irrsinn mitmachen. Zum Beispiel, als die Grünen große Streuobstwiesen unter Schutz stellen wollten, haben die Obstbauern über Nacht einfach die entsprechende Anzahl der Bäume gefällt. Hat ihnen sicher auch weh getan, aber buchstäblich enteignen lassen wollten sie sich auch nicht.

Und so wird es kommen. Je enger sich die Schlinge des Öko-Sozialismus zieht, desto kreativer werden die Leute werden, dieser zu entkommen. Wenn die Auflagen für Handwerker und Gewerbetreibende immer strikter werden, dass sich der Betrieb nicht mehr lohnt oder man durch den jetzt schon vorhandenen Mangel für Handwerksleistungen horrende Preise verlangen kann, die sich keiner mehr leisten kann, dann heißt das nicht, dass das Angebot und die Nachfrage damit einfach verschwinden. Wer irgendwann den Verkauf von Holzöfen und Kohle wegen CO2 und Feinstaub verbietet, dann heißt das nicht, dass sie nicht zu besorgen sind oder betrieben werden können. Darüber sollte man sich aber nicht erst Gedanken machen, wenn es soweit ist.

Ich denke, dass es viele nicht mehr schätzen, dass sie höchstwahrscheinlich nicht verhungern werden oder auf der Straße leben müssen, obwohl es manche Städte in den USA schon vormachen, wohin die Reise gehen kann. Wer schon mental einknickt, wenn er keinen Handyempfang hat, der macht sich beim Mangel elementarer Dinge erst recht ins Hemd. Und der wird auch unsere Parteien nicht dafür verantwortlich machen, denn uns wurde ja jahrelang eingehämmert, dass nur Trump, Putin oder Rechtspopulisten für unsere Lage verantwortlich sein können oder, dass wir nichts gegen den Klimawandel unternommen haben.

Wer in einer Zeit lebt, wo politisch plötzlich alles möglich ist, der sollte erkennen, was alles möglich ist, um sich dieser Willkür zu entziehen. Bis dahin kann er ja nach Haltung wählen.

 

 

4 Gedanken zu “Flucht vor politischer Willkür.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.