Globalisten auf dem Rückzug?

Wer sich die Gestalten ansieht, die zurzeit die Politik bestimmen, muss zugeben, dass es nur die Sprechroboter einer dahinterliegenden Agenda sein können. Selten waren die Politiker in der ersten Reihe so ideologisch verbohrt, so wenig mit Intelligenz und Menschenverstand ausgestattet und so weit entfernt von den Völkern, die sie regieren, wie jetzt. Die Strukturen hinter den ganzen Marionetten, der Tiefe Staat, der auch die Regierungswechsel problemlos überdauert, lebte immer davon, dass sie Erfolge vorweisen konnten.

In den USA legitimierte er seine Macht über fast ein dreiviertel Jahrhundert durch steigenden Wohlstand und einen erfolgreichen Kampf gegen den Kommunismus. Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks hatte man mit dem Kampf gegen den Terror neue Feindbilder aufgebaut, doch die Ergebnisse ihrer Politik im Irak, Libyen und Syrien zeigen, dass ihre Macht schwindet. Geopolitisch sind die USA ins Hintertreffen geraten mit dem Versuch die Welt zu amerikanisieren, also in ihrem Sinne zu globalisieren. Die Welt ist multipolar geworden, China und Russland sind ernst zu nehmende Gegner und auch die Macht des Dollars bröckelt. Und auch im Inland scheinen die alten Machtstrukturen ziemlich in Bedrängnis zu kommen wie dieser lange aber lesenswerte Artikel beschreibt:

Die moralische Ausschweifung untergräbt die Legitimität des Staates und damit der gesamten Machtstruktur. Wie ich kürzlich unter In Roms Fußstapfen treten: Moralischer Verfall, steigende Ungleichheit (29. Juni 2019) festgestellt habe, verfolgt Amerikas aktueller Weg des moralischen Verfalls und der zunehmenden Ungleichheit von Reichtum und Macht Schritt für Schritt den Zusammenbruch Roms. (engl. Orig. übersetzt))

Die ganze Identitätspolitik, die Verteufelung althergebrachter Tugenden und Moralvorstellungen und die neosozialistischen Anwandlungen in Politik, Kunst und Medien können eben keine Erfolge vorweisen, außer eine zunehmende Verarmung großer Bevölkerungsschichten und die zwei unvereinbaren Lager von konservativen Amerikanern und Links-Liberalen. Früher hatte sich Republikaner und Demokraten trotz aller Differenzen unter dem Sternenbanner versammelt, heute sind sie unversöhnlich zerstritten. Der Tiefe Staat ist eine sehr heterogene Elite, die zu bestimmten Zeiten Zweckbündnisse schmieden, und die ganze Politik im richtigen Fahrwasser halten. Der Globalismus und die Relativierung traditioneller Werte bis hin zur Dekadenz haben für die meisten Amerikaner keine Vorteile gebracht. Trump hat in den USA wesentlich mehr Rückendeckung als man uns glauben machen will, bzw. eigentlich ist nur die Ablehnung gegenüber dem neomarxistischen Kurs der Demokraten und der Mainstreammedien gewachsen und es besteht die Gefahr, dass die alten Strukturen hinweggefegt werden, weshalb es nun gilt, seine Haut zu retten.

Ich bin seit langem der Meinung, dass es im Deep State ein Lager gibt, das das Endspiel des Neocon-Globalismus erfasst und eine konkurrierende, national ausgerichtete Strategie ausarbeitet. Es gibt enormen Widerstand gegen die Aufgabe des Neocon-Globalismus, nicht nur von denen, die sehen, wie Macht durch ihre Finger gleitet, sondern von allen, die der Hybris eines magischen Glaubens an den Erfolg der Vergangenheit als Garant für den zukünftigen Erfolg fest verpflichtet sind.

Es sieht so aus, als würden die Neocons wie H. Clinton und ihre Zuträger hier den Kürzeren ziehen, denn der letzte Trumpf gegen Trump, seine angeblichen Russlandverbindungen und die russische Einmischung in den Wahlkampf dürften sich nicht nur in Luft auflösen, sondern nach hinten losgehen. Der Mueller-Bericht stützte sich bisher auf eine Chronologie über übermittelte E-Mails an Wikileaks und eine russische Troll-Fabrik.

(…)Im Februar 2018 beschuldigte der Sonderstaatsanwalt eine St. Petersburger Trollfarm namens Internet Research Agency (IRA) zusammen mit zwei weiteren Unternehmen, deren Eigentümer Jewgeniy Prigoschin und 12 Mitarbeitern. Die Anklage: Betrug, Reisen in die Vereinigten Staaten unter falschen Vorwänden und die Nutzung von Social-Media-Plattformen wie Facebook und Twitter, um „Zwietracht zu stiften“ und „sich in politische und Wahlprozesse der USA einzumischen, ohne ihre russische Zugehörigkeit erkennen zu lassen“. Die Anklage war sowohl rechtlich fragwürdig als auch unbeholfen, ein Fall, bei dem ein Vorschlaghammer benutzt wurde, um eine Fliege zu erschlagen. Aber Mueller ging noch weiter in seinem Bericht, von dem im April eine bereinigte Version veröffentlicht wurde. Die IRA war nicht mehr nur ein russisches Unternehmen, sondern jetzt ein Arm der russischen Regierung. „Die Untersuchung des Sonderberaters“, erklärte er auf Seite eins, „stellte fest, dass Russland sich bei den Wahlen 2016 hauptsächlich durch zwei Operationen eingemischt hat. Zuerst führte eine russische Einheit eine Social-Media-Kampagne durch, die den Präsidentschaftskandidaten Donald J. Trump bevorzugte und die Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton verunglimpfte. Zweitens führte ein russischer Geheimdienst Computereinbrüche bei Einheiten, Mitarbeitern und Freiwilligen durch, die an der Clinton-Kampagne arbeiteten, und gab dann gestohlene Dokumente weiter.“ (ganzer Artikel hier)

Jewgeniy Prigoschin wird in dem Bericht auch nachgesagt, dass er Verbindungen zu Putin hätte. Der ganze Vorwurf gründet auf einen Artikel in der New York Times. Warum haben sie eigentlich nicht gleich den SPIEGEL zitiert. Man glaubte, die Anklage wäre eine sichere Sache, denn der russische Oligarch konnte nicht belangt werden und hätte keinen Grund vor Gericht zu erscheinen. Doch nun kam es anders. Der nahm sich nämlich einen US-Anwalt, um gegen diese Anschuldigungen vorzugehen, worauf ein Gericht anordnete, dass Mueller die Behauptungen nicht mehr aufstellen dürfe, weil sie den Ruf von dessen anderen Unternehmen schädigt. Die Befragung durch die Demokraten dürfte in einer Katastrophe enden, meint der Artikel, denn worüber sollte man reden?

Hier kommt nun der Fall Epstein ins Spiel:

Betreten Sie den schmutzigen Fall von Jeffrey Epstein, der nach einem Jahrzehnt der Unterdrückung von Unternehmensmedien und Eliten plötzlich zutage getreten ist. Es ist lächerlich zu sehen, wie erbärmlich die Unternehmensmedien nun versuchen, sich auf den Fall einzulassen, nachdem sie ihn über Jahrzehnte hinweg aktiv unterdrückt haben: Jeffrey Epstein war ein Sexualstraftäter. Die Mächtigen hießen ihn trotzdem willkommen. (New York Times) Wo war die NYT vor einem Jahrzehnt oder vor fünf Jahren oder sogar vor einem Jahr?

Von allen auftretenden Fragen lautet das Signal einfach: Warum jetzt? Es gibt viele Fragen, seitdem der Fall ausgegraben wurde: Woher hat Epstein sein Vermögen? Warum kehrte er aus dem Ausland in die USA zurück und wusste, dass er verhaftet werden würde? Warum konnte der Miami Herald nach elf Jahren Schweigen plötzlich zahlreiche Artikel veröffentlichen, in denen die skandalöse Unterdrückung der Gerechtigkeit aufgedeckt wurde? Jahre später berichten die Opfer von den Auswirkungen des Missbrauchs durch Jeffrey Epstein.

Dazu kommt, dass noch Zehntausende ungeöffnete Anklagen bei der Staatsanwaltschaft liegen. Man hat sich offensichtlich entschieden, dies nun anzugehen. Gerade war wieder in der tagesschau ein Empörungsbericht über einen Trumptweet, in dem er ein paar zufällig weibliche Demokratinnen mit Migrationshintergrund aufforderte, das Land zu verlassen, wenn sie es hassten. Es überraschte mich, dass sie einen weiteren Tweet brachten, wo er meinte, er wäre kein Rassist, sondern bei den Besagten handelte es sich um Linksextremisten. Das bringt die Demokraten meiner Meinung nach in die Bredouille, denn sie werden dies zurückweisen in dem Wissen, dass die Demokraten aktiv die Gewalt der ANTIFA unterstützen und durch die Befürwortung der Immigration über Mexiko und ihrer Identitätspolitik die USA in eine bunten Multikultistaat auflösen wollen. Und das wird auffliegen. Die Demokraten werden trotzdem noch aggressiver gegen Trump vorgehen, weil sie die Medien und den größten Teil der Eliten hinter sich sehen. Und die kommende Entwicklung wird sie deshalb hinwegfegen, wenn sie bei der sich vollziehenden Wende auf der falschen Seite stehen, denn es wird nicht genügen, ein paar Bauernopfer zu bringen, um die Bürger bei Laune zu halten, damit das Spiel weitergehen kann wie zuvor, denn:

Die verborgenen Konflikte im Tiefenstaat tauchen auf und die daraus resultierende Krise wird explosiv. Denken Sie daran, die Hausreinigung muss öffentlich sein, sonst geht die Legitimität des Staates über die Klippe. Wenn der Deep State seine Macht behalten will, muss er die korrupten Entarteten ausrotten, bevor sie die gesamte morsche Struktur zerstören.

Und, wenn es heißt „öffentlich“, dann müssen dabei auch die großen Medienunternehmen und Zeitungen mitmachen, denn ihre Glaubwürdigkeit ist ohnehin schon am Boden und sie können ihr Überleben nur sichern, wenn sie diese Aufgabe übernehmen.

Wer weiß, ob nicht wir auch etwas davon haben. Man hat eine von der Leyen zur Kommissionspräsidentin gemacht, eine Person, die ihre Unfähigkeit in mehreren Ministerämtern unter Beweis gestellt hat und sich für jeden Furz einen Berater geholt hat. Ob man hier nicht jemanden gebraucht hat, der die bisherige Politik von „Klimazielen“ und „mehr Flüchtlinge“ noch beschleunigt, kombiniert mit einer Lagarde, die das Gleiche in der Finanzpolitik macht, um das EU-Projekt endgültig an die Wand zu fahren. Auffällig, dass ausgerechnet Selmeyer zurückgetreten ist, der bisher alles dafür getan hat, die Briten für einem Brexit abzustrafen. Vielleicht hat es sich nur aus der Schusslinie genommen, um später an anderer Stelle wieder aufzuerstehen. Wäre das nicht gerade jetzt der richtige Mann neben vdL.?

Sollte sich diese Entwicklung wirklich vollziehen, dass die Neocon-Globalisierung gescheitert ist, dann sind es wiedermal die Deutschen, die es als letzte merken und noch bis an die Wand weiterfahren, während die anderen längst kehrtgemacht haben.

 

2 Gedanken zu “Globalisten auf dem Rückzug?

  1. Es kommt ja meistens anders, als man denkt. Je mehr die Linken „drücken“, desto grösser wird halt der Gegendruck. Der einzige Unterschied zu früher ist, dass jetzt alles gleichzeitig stattfindet. (rasender Stillstand) Ob dies mit der allgemeinen Beschleunigung und Globalisierung zu tun hat, weiss ich nicht.

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