Die wahren Rassisten.

Ich habe in meinem Leben schon viele Schimpfwörter gebraucht: Depp, Aff, Goaß, Wixer, Arschloch. Und natürlich habe ich die genaue Bedeutung durch die praktische Anwendung bei anderen gelernt. Das Bairische kennt ja Unmengen davon und, dass man sie noch sauberer ausdifferenzieren kann, spielt auch die Stimmlage eine Rolle. Wenn ich zu jemandem sage: Du bis aa so a Depp, mit höherer Stimmlage, dann meint man, dass derjenige sich bei einer Sache recht umständlich angestellt hat. Wenn ich aber Depp in tieferer Stimmlage sage: Dös is aa so a Depp, dann ist das ein echter Depp. Nur das Wort Rassist bzw. rassistisch habe ich noch nie live gehört. Weil das inzwischen pauschal für jede Aussage gilt, bei dem der gemeinte Depp eben irgendwie etwas anders aussieht, als die gewöhnlichen Deppen bei uns, sollte man sich die Definition mal etwas genauer ansehen:

Rassismus ist eine Gesinnung oder Ideologie, nach der Menschen aufgrund weniger äußerlicher Merkmale – die eine bestimmte Abstammung vermuten lassen – als sogenannte „Rasse“ kategorisiert und beurteilt werden. Die zur Abgrenzung herangezogenen Merkmale wie Hautfarbe, Körpergröße oder Sprache – aber auch kulturelle Merkmale wie Kleidung oder Bräuche – werden in der biologistischen Bedeutung als grundsätzlicher und bestimmender Faktor menschlicher Fähigkeiten und Eigenschaften gedeutet und nach Wertigkeit eingeteilt. Dabei betrachten Rassisten alle Menschen, die ihren eigenen Merkmalen möglichst ähnlich sind, grundsätzlich als höherwertig, während alle anderen (oftmals abgestuft) als geringerwertig diskriminiert werden. Mit solchen Rassentheorien, die angeblich wissenschaftlich untermauert sind, wurden und werden diverse Handlungen gerechtfertigt, die den heute angewandten allgemeinen Menschenrechtenwidersprechen.

Gut, dass es in meiner Jugend noch keine Stuhlkreise gab, uns den Rassismus auszutreiben. Im Gymnasium wurden die Schüler aus allen Himmelsrichtungen zusammengekarrt und da wurde fein säuberlich nach Herkunft unterschieden. Die Zwieseler waren Schmaatzer, die Regner Noan (Narren), die Frauenauer Spinner (bzw. die haben es nicht recht), die Bodenmaiser Bauern und die Unterlandler hatten sowieso einen Schlag. Für den unteren Bayerischen Wald haben wir nämlich gar nicht mehr nach Orten unterschieden. Weil man ja von irgendwo herkam, war man für die verbleibende Mehrheit immer der Depp und Untermensch, während man sich selbst qua Herkunft für die Allergrößten hielt. Und, weil alle jenseits der Rusel mehr oder weniger Preißn waren, hielt man am Ende doch wieder zusammen.

Nach der Schule zerstreute sich alles und man zog teilweise um, sodass man dann plötzlich zum Beispiel kein Narr mehr war, sondern ein Spinner. Man sieht das heute wesentlich unverkrampfter, wo der echte Depp herkommt und, das wird später noch wichtig, alle die die Kategorien der Schulzeit beibehalten haben, sind fast immer welche, die, die nicht die hellsten sind und nicht damit angeben können, dass sie etwas besonders gut könnten, sondern nur angeblich über alles Bescheid wissen und sich damit brüsten, dass sie locker 10 Halbe trinken können.

Es gibt also überall Deppen, Arschlöcher, Kriminelle und Leute die mir auf den Sack gehen und mich muss auch nicht jeder mögen. So lange nicht mehr auf einen Haufen sind, ist es kein Problem; wenn es mehr sind, dann versucht man ihnen aus dem Weg zu gehen.

Und jetzt heißt es oben: Dabei betrachten Rassisten alle Menschen, die ihren eigenen Merkmalen möglichst ähnlich sind, grundsätzlich als höherwertig, während alle anderen (oftmals abgestuft) als geringerwertig diskriminiert werden.

Ja, irgendwann ist der kunterbunten Betüdelungsfraktion aufgefallen, dass man für die ganzen Neubürger seit 2015 besondere Integrationsmaßnahmen bräuchte und viele haben plötzlich ihre gutmenschliche Seele entdeckt und ältere Damen haben die Migranten in der Gestalt von orientalischen Kriegern buchstäblich an die Hand genommen. Dass unter den echten Flüchtlingen, die das vereinzelt nötig hatten, sich auch buchstäbliche intrigante Deppen fanden, die einen auf Opfer machen, um sich von hinten bis vorne bedienen zu lassen und für alles eine Ausrede haben, um ja keinen Finger zu rühren, das hat irgendwann auch die enragierteste Helferin gemerkt. Wenn er ihnen dann zum Zeitvertreib noch an die Wäsche geht, dann ist es eben zufällig ein echtes Arschloch.

Nun hat ein echtes Arschloch aber keine Hilfe verdient und trotzdem bekommen alle nach Herkunft ohne Unterschied das gleiche Bedüdelungsprogramm. Aber keine Spanier, Tschechen Pole, keine Japaner oder Neuseeländer. An der Entfernung zu Deutschland kann es also nicht liegen. Und zwar deshalb, weil sie sich rassemäßig zusammen mit denen als höherwertig sehen gegenüber den…upps. Das durfte natürlich nicht sein, denn schließlich sind die nicht vor Gott mit einem freien Willen ausgestattet worden, mit unterschiedlichen Talenten und Fähigkeiten, sondern wir sind alle gleich geboren und nur die schlimmen Umstände haben die besonders Betreuten zu dem gemacht, was sie sind. Deshalb sind all die gut Integrierten, integriert, weil sich die Betüdelungsmuttis so angestrengt haben, und die ganzen Arschlöcher sind alle traumatisiert und durch die äußeren Umstände von Krieg und Flucht so geworden.

Das letzte Ergänzung mussten sie jetzt so dazusagen, denn, wenn einer von den Arschlöchern, einer Frau ohne Schleier in den Schritt greift, weil er sie aus diesem Grund für eine Hure hält, dann könnte jemand darauf kommen, dass dieses Verhalten nicht an den Umständen von Traumatisierung, Krieg und Flucht liegt. Dass manches Arschloch meint, es müsste jetzt noch die Ex messern, weil sie ihm einen Korb gegeben hat, dann schließe ich ja auch nicht darauf, dass es daran liegt, weil er eben so gut gelernt hat mit einem Messer umzugehen.

In der Schule waren wir richtige Rassisten, doch es hielt keinen davon ab, nach Zwiesel, Frauenau, ins Unterland oder gar jenseits der Rusel umzuziehen, auch, wenn er zufällig einen Deppen oder ein Arschloch aus dieser Region kannte. Vorurteile haben ausschließlich die, denen es an geistiger Masse fehlt oder es nie so weit gebracht haben mit dem, was sie können, über den eigenen Tellerrand, bzw. über ihr Hinterwalddorf hinauszukommen. Sie hatten nie die Gelegenheit herauszufinden, ob in Bodenmais Bauern leben, in Regen die Narren oder in Frauenau die Spinner, weshalb sie 40 Jahre nachdem sie die Schule verlassen haben, noch genauso infantil daherreden wie damals. Sozusagen der Vermutungsrassist.                        .

Ja, jetzt überlegen sie mal, wo die ganzen Rassissten sitzen, die die Menschen in Wirklichkeit nur nach ihrer Herkunft beurteilen. Es ist nicht der Stammtisch in einem Hinterwaldwirtshaus, wo mancher den Ort nur verlassen hat, weil er mal zu Ikea gefahren ist. Kleiner Tipp: Es sind die, die jeden Orientalen und Afrikaner als Bereicherung sehen, die Sachsen für Untermenschen, die Briten für Populisten, die Ungarn für Fremdenfeinde und alle Deutsche für verkappte Nazis qua DNA.

Die sitzen nicht in einem Wirtshaus, wo der Wirt mit der beste Kunde ist, sondern in den Unimensen, in den Readaktionscafeterien oder den Kellerbars der Parteizentralen. Die gleiche Blase wie der Hartzer Josef Kammernickl am letzten Hof in Hinterwurmansberg. Nix gelernt aber alles besser wissen, das Maul weit offen aber sich vom Staat durchfüttern lassen und sich mit einem infantilen Weltbild über alle anderen ein Urteil erlauben, denen er selbst nie begegnet ist und, wenn dann die Kollegen eine Zustimmung lallen, glauben er, er hätte recht.

Sein Studium mehrfach zu schmeißen und zu glauben mit SPIEGEL und ZEIT auf dem neusten Stand zu sein, ist nicht besser als jede Lehre abzubrechen und das gleiche von der BILD zu meinen. Bei Cappuccino im Rotweinviertel einen Plan für die ganze Welt zu entwerfen, ist wie die Lösung aller Probleme ins Bierglas zu lallen, denn der Horizont beider ist der Gleiche. Ob man nun Haltungsrassist ist oder gewöhnlicher Rassist macht keinen Unterschied. Beide wollen sich über andere aufgrund von Aussehen oder Herkunft erheben, um etwas für ihr Selbstwertgefühl zu tun, weil man im Leben der anderen ein nutzloser Fresser wäre.

Wer was im Kopf hat und für andere Mehrwert erzeugt, der ist nicht darauf angewiesen, sich über andere zu erheben, um sein Selbstwertgefühl zu steigern. Trotzdem bleibt ein Depp ein Depp und das Arschloch ein Arschloch, unabhängig von der Herkunft, und geht ihnen, wenn möglich aus dem Weg. Wenn aber Rassisten dafür sorgen, dass man ihnen aufgrund eines Kollateralschadens nicht mehr aus dem Weg gehen kann und es nicht mehr darauf beschränkt ist, dass mir jemand auf den Senkel geht oder mir auf der Tasche liegt, sondern vielleicht ein Messer im Rücken stecken habe, dann ist nur zu verständlich, dass ihnen die Verursacher, die man nicht mehr loswerden kann, und der unkompatible Import gestohlen bleiben können.

Und diese Leute nennt man dann Rassisten und Demokratiefeinde.

 

 

4 Gedanken zu “Die wahren Rassisten.

  1. Das mE wichtigste, was ich in meiner Zeit an der Uni gelernt habe, ist: Blöd schwafeln ist einfach; das kann eigentlich jeder. Ne Sache auf den Punkt bringen, das ist schwer.

    Fiel mir bei der Linksipedia-Deinfition von „Rassismus“ ein: _Ja was sagt uns das denn nun?_

    „kategorisiert _und_ (kursiv!) beurteilt“. Das „und“ ist nutzlos. Rassismus ist ein Kampfbegriff, ein Kampfbegriff braucht eine Wertung. Eine „Kategorisierung sind auch „grün und rot“ – das ist per se keine Wertung (außer, es sind 10- und 100€- Scheine). D.h., blödes Geschwafel.

    Rassismus ist *gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit* (kommt von MK von Schincefiles vor vielen Jahren, finde ich bünding und sinnvoll und sind v.a. *2 Wörter“, nicht hundert.

    Länger? Rassismus ist, wenn *ich* jemanden nicht leiden kann, _nur weil_ *ich* ihn einer Gruppe zuordne. Dann wäre *ich* Rassist. Mit Betonung auf _nur weil_. Wenn zB Trump die bekloppte Stripperin oder die ISIS-Braut krisitisert, macht ihn das eben *nicht* zu einem Rassisten, weil die eine sexy Latina oder die andere Mokka ist.

    Das ist das sehr, sehr schwache, pseudo-moralisierender Argument der modernen Linken, die nicht mehr mehr können als Kampfbegriffe brüllen – ich bin gerade nicht 40, ich weiß nicht, ob die je was anderes konnten.

    Nun ist aber das zentrale Crux, dass „Xenophobie“ als gesellschafliches, „ach-so-diskriminierendes“ _Problem_ auszubauschen selbstverständlich eine self-fullfilling prophecy ist: Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht – Die Angst (eher: Scheu) vor Fremdem ist schlicht evolutionär sinnvoll. Wer mir da widersprechen möchte, möge bitte einfach beliebige im Wald gefundene Pilze essen. je bunter, desto besser, „Vielfalt“ ist ja gerade in.

    Was hier also passiert ist, urmenschliche Instinkte, die jeder hat und jeder haben muss, wenn er keine Tollkirschen oder Fliegenpilze essen will, als irgendwie schlecht darzustellen.

    Die Frage, die ich mir gerade stelle, ist nun: ich bin nicht mehr der jüngste. Meine Abi-Klasse war knapp unter 50% nicht-„deutsch“ (knapp drüber, wenn wir die Ossis mitzählen) – und das war im letzten Jahrhundert. Resoniert das in der Politik derart, weil die „solche Leute“ nicht kennen? Wenn ich hier zum (guten) Türken essen gehe, bin ich – mit Ausnahme von ein paar offensichtlich türkischstämmigen Studentinnen, Hälfte mit Kopftuch, fast immer mit Freundinnen – meist der einzige „deutsche“ (Tisch) – und das wäre die größte Diaspora-Gruppe in Deutschland, soweit ich weiß.

    Ich denke, die Leute, die das „Rassismus“-Geschreie (a) veranstalten und dem (b) irgendeine Bedeutung zumessen _kennen_schlicht und einfach zu wenig Menschen aus zu wenig Gruppen – wohl, weil sie Rassisten sind.

    Das geht aber am Punkt vorbei, dass Leute aus X alle Y sind: „You’re so nice and talkative, are you _really_ German?“ – das ist kein Rassismus. Das ist halt _Erfahrung_. Wenn ein *zu großer* Teil der Zigeuner/Polen/werauchimmer halt klaut, dann bekommen die ihren Ruf halt ab. Wenn sich Deutsche überall aufführen wie besoffener Arsch mit Socken in den Sandalen – JA FUCK, – dann _ist man halt nett zu den Leuten_. Man ist *individuell* *anders*.

    Das war so mal, früher, im Sinne der Aufklärung, das *individuelle* Sein des Menschen. Weswegen ja Rassismus auch „falsch“ ist. _Moralisch_, übrigens. Nicht de facto. De facto ist es sehr evolutionär überlebenswichtig, anderen Leuten nicht zu trauen. Und das je weniger, desto weniger sie so aussehen wie Du selbst. Frag mal ne Katze.

    Aber zum Thema: Nein, natürlich gibt es keine einfachen Lösungen für komplexe Probleme, es gibt auch sicher keine Lösung für _alle_ Probleme. Ich habe aber gelernt, dass die Lösung der „sozialen Frage“ „Arbeitslager“ ist. Linke Wunschdiskussionen sind damit zumindest immer ohne Gegenargument – nach dem ersten, pseodo-rheotischen „Ja, würdest Du denn wollen, dass man Dich…“ – „Nein, ich _verdiene_ meinen Lebensunterhalt ja bereits selbst – zuende.

    Das ist dann übrigens „Klassismus“, neben Sexismus der zeitlich jüngste Abklatsch vom Rumjammern von Versagern, die nix auf die Reihe bekommen.

    Ich denke, der Danisch hat Recht mir der 36sten Welle der marxistischen Revolution.

    Aber hey: Frauen können, wie wir aus dem Feminismus gelernt haben, alles so viel besser. Äthiopien zB hat gerade eine schwarze Frau als Präsidentin. Das tolle ist: Mit einem deutschen Pass _darf_ man da sogar rein. Oder Burma.

    Deutsche _Pässe_ sind toll. Menschen sind über all gleich – wertlos.

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  2. Du hast mit diesem Artikel den Kern des Problems der Menschheit und die Ursache für sämtliches Übel auf diesem Planeten benannt.
    In dem Du die wahren Verursacher und damit auch das, auf das man Alles zusammen dampfen kann, benannt hast.
    Die Verursacher sind die „Nutzlosen“.
    Die, die keine Fähigkeiten mitbringen, um an der Wertschöpfung teilzunehmen.
    Die damit auch keinen Erfolg und so auch kein Lob, oder Anerkennung einfahren können.
    Da so etwas aber auch jeder Mensch braucht, versuchen die es über die Moral Schiene.
    Denn irgendeine Haltung einnehmen kann selbst der dümmste DEPP, der ansonsten gar Nichts kann.
    Deshalb sind diese Menschen ja auch so gefährlich.
    Irgendwelche verrückten Anführer haben sich das seit jeher zu eigen gemacht, um die Nutzlosen führ ihre Ideologie vor den Karren zu spannen.
    Und aus irgendwelchen Gründen funktioniert das mit nutzlosen Deutschen am Besten, die werden ganz besonders treue Mitläufer.
    Sogar, wenn der verrückte Anführer eine Gruppe von ein paar Millionen Menschen als Böse deklariert und meint, diese müssten jetzt industriell vernichtet werden.
    So etwas wie die Nazis konnte wahrscheinlich tatsächlich nur in Deutschland groß werden.
    Leider sind nach dem 2 WK die Nutzlosen ja nicht ausgestorben.
    Und nach einer gewissen Zeit des Friedens, die wohl mehr der Schockstarre wegen des zurückliegenden Krieges möglich war, haben sich jetzt neue Anführer aufgeschwungen und die Nutzlosen wieder hinter sich vereint.
    Die „neuen Nazis“ sind jetzt die Multikulturalisten, Klimafanatiker und Genderisten.
    Die Menschheitsgeschichte verläuft nicht linear, sondern ist ein Zyklus, aus Aufbau, Mehrung von Ressourcen, dann Verleben der Substanz und zum Schluss der Zerstörung.
    Danach beginnt der Zyklus wieder von vorne.
    Wir befinden uns nun eben in der Endphase des Verlebens der Substanz.
    Wenn wir es schaffen, die Zerstörung zu überleben, können wir daran mitwirken, wieder etwas Neues aufzubauen.
    Das will ich, ich liebe es, Dinge zu erschaffen und zu erhalten.

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    1. Das ist typisch deutsch. Weil eigenbezogen.
      Und typisch blöd.
      Weil vorindustriell industrieller Massenmord so schwer ist.

      Aber viel Spaß beim Wichsen.

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