Pseudowissenschaftler verteidigen Pseudowissenschaft.

An die Meldung selbst, dass Rechtspopulisten nicht der Wissenschaft und den Fakten vertrauen würden, sondern ihrem Gefühl, kann ich mich noch erinnern, doch nun bin ich nach drei Wochen auf einen Artikel dazu in der taz gestoßen, der ist dermaßen daneben, dass man sowas vor 40 Jahren für einen Scherz gehalten hätte.

Ich kann mir jetzt nicht vorstellen, dass echte Wissenschaftler in einem Artikel dagegen anschreiben würden, dass die Bürger trotz der Fakten lieber an den 100-jährigen Kalender, Horoskope oder eine flache Erde glauben und sie von denen vielleicht entsprechend rüde formulierte Gegenargumente geschickt bekommen. Im Artikel steht auch nicht, dass Physiker, Informatiker oder Chemiker ein Problem damit haben, sondern es sind Klima-, Gender- und Migrationsforscher. Und die fühlen sich von einer bestimmten Seite angegriffen:

In Deutschland versucht vor allem das AfD-nahe Milieu, mit gefühlten Wahrheiten Politik zu machen. Und das kommt an. In der aktuellen Mitte-Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung, die rechtsextreme Einstellungen in Deutschland untersucht, gab die Hälfte der Befragten an, ihrem eigenen Gefühl mehr als „sogenannten Experten“ zu trauen.

Nehmen wir die Studie trotzdem ernst, wenn sich auch herausgestellt hat, dass diese das Ergebnis von Junk-Wissenschaft ist. Für Baumringe und Eisbohrkerne verwenden die Klimatologen so genannte Proxydaten. Die müssen aber von Klimaforschern weitgehend ignoriert werden, weil sonst auffallen würde, dass ihre Modelle vollkommener Bullshit sind. Zum Glück sind die Proxydaten, also die indirekten Anzeiger, für die Theorien und Behauptungen bei Gender und Migration vor der eigenen Haustür zu finden. Wenn sie abseits der linken Sekten weder Männlein noch Weiblein finden, das behaupten würde, Frauen wären in Deutschland strukturell unterdrückt und, dass sie keine Frau finden, die sagt, sie wäre zum Spielen mit Puppen, Einhorn und Schminke erzogen worden und hätte Krankenschwester werden müssen, obwohl sie viel lieber Baggerfahrerin werden wollte, dann kommen natürlich Zweifel.

Viele haben auch das „Gefühl“, dass sie von den Neueinwanderern als Polizist, Lehrer oder Bewohner eines Problemviertels nicht unbedingt Bereicherung erfahren. Wenn dann Theorien aufgestellt werden, dass Unternehmen durch die Frauenquote viel erfolgreicher wären und Neu-Migranten im Durchschnitt gebildeter als die einheimische Bevölkerung und sich das nicht mit der Erfahrung deckt, dann hat man zurecht das Gefühl, dass die Theorie nicht stimmt.

Die zitierten „Wissenschaftler“ ordnen die ganzen Zweifler den Rechtspopulisten, Rechtsextremen und geistig einfach Gestrickten zu:

„Dinge als Fakten zu bezeichnen, die landläufig nicht als solche gehandelt werden. Also statt objektiv zu sein, ein Gefühl zum Faktum zu erklären.“ Aus dieser Sicht sei die Wissenschaft Teil einer „korrupten Elite“, dagegen stehe das „moralisch reine Volk, das aus gesundem Volkswillen heraus weiß, was richtig ist“.

Ja, ist schon wichtig, dass nicht die wirklichen Fakten landläufig als solche gehandelt werden. Dabei helfen Medien, Unis und Politik kräftig mit. Wer einen Beleg sucht, ob die genannten „Wissenschaften“ nicht doch völligen Humbug verbreiten, der findet ihn auch. Das wissen auch die Artikelschreiber. Deshalb werden auch Seiten wie sciencefiles oder eike bzw. Leute wie Baberowski oder Ulrich Kutschera sofort als rechts und unseriös eingeordnet. Dass diese Fake-Wissenschaftler bei dem Biologen Kutschera lieber vor Gericht gehen, um ihn mundtot zu machen, anstatt sich mit ihm einer öffentlichen Diskussion zu stellen, sagt eigentlich schon alles.

Dann bemängeln sie, dass das was diese Seiten schreiben nicht peer-reviewed wäre, also nicht gegengelesen von anderen Wissenschaftlern. Die fabrizieren aber einen derartigen Käse, dass oft schon ein gutes Schulbuch in Physik, Biologie oder Chemie reicht, um Kontra zu geben. Und wiederum wird alles als so rundweg falsch abgelehnt, dass man sich damit nicht beschäftigen muss. Der Klimaalarmist Prof. Levermann verhält sich in einer Anhörung im Bundestag sogar gegenüber renommierten Wissenschaftlern so. Gegenargumente? Keine.

Und dann sagt eine etwas, was fast einer Offenbarung gleichkommt:

Die Grundlogik des Rechtspopulismus funktioniere entgegengesetzt zur Wissenschaft, sagt Beate Küpper: „Das Muster ist: Eine Botschaft, die ist wahr oder falsch.“ Wissenschaftler*innen, die komplexe Sachverhalte korrekt darstellen wollten, hätten es schwer, dagegen zu argumentieren. Was der politischen Meinung widerspricht, wird als methodisch unsauber angegriffen. „Als ‚Methodenkritiker‘ gewinnen Sie doppelt: Sie sind der vermeintlich kritische Geist, schlagen die Wissenschaft mit ihren eigenen Mitteln.“ Eine weitere Taktik: einem ganzen Forschungszweig die Wissenschaftlichkeit abzusprechen, wie es bei den Gender Studies praktiziert wird.

Wenn man komplexe Sacherhalte darstellen will, kann man sich nicht ins bloße Rumlabern flüchten, wo wahr oder falsch gar keine Bedeutung mehr haben müssen, nur, weil man den Durchblick nicht mehr hat. Und es wird auch nicht angegriffen, weil es der politischen Meinung widerspricht, sondern, weil Vieles wirklich methodisch unsauber ist.

Sie schlagen Wissenschaft mit eigenen Mitteln. Hilfe! Solche Leute haben ihren Bildungstitel durch ein Rubbellos gewonnen. Wissenschaft besteht darin eine Theorie dahingehend zu überprüfen, ob zum Beispiel der Versuchsaufbau fehlerhaft ist, zwischen einer Korrelation wirklich eine Kausalität besteht oder, ob die angewandten Methoden überhaupt zu einem aussagekräftigen Ergebnis führen. Man schlägt hier nicht Wissenschaft mit eigenen Mitteln, das ist Wissenschaft.

Und, weil die ganzen Scharlatane da natürlich den Kürzeren ziehen, werden dann unzählige Beispiele von wirklichen Wissenschaftlern gebracht, die den links-grünen Konsens nicht mittragen, wo sie überall schon geredet oder veröffentlicht haben. Es werden die AfD, kath.net. oder sciencefiles genannt, also völlig unseriös, rechts und Verschwörungstheoretiker. Sie werfen ihnen vor, sich mit den Argumenten der „Experten“ gar nicht auseinanderzusetzen. Dabei ist genau das Gegenteil der Fall. Sobald ein Kutschera sich mit stichhaltigen Argumenten den angeblichen Experten entgegenstellt, dann reagiert man mit Boykott, Anzeige oder Diffamierung. In den ÖR-Medien bleiben die „Klimaforscher“ auch unter sich und reden nur über die anderen, die Greta nicht für eine Heilige halten, anstatt sich mit ihren Fakten auseinanderzusetzen. Trotzdem verbreiten sich diese Fakten und man ist inzwischen bei den Wissenschaftsadvokaten dazu übergegangen, Daten zu unterschlagen, zu fälschen oder passend zu machen.

Einmal in der Welt, werden die so erzeugten „Fakten“ als Teil eines komplizierten wissenschaftlichen Meinungsstreits wahrgenommen.

Ja, eben. Das ist nämlich Wissenschaft und, dass nicht-lineare Systeme kompliziert sind, wird auch keiner bestreiten. Einen 97% Konsens der Wissenschaftler zum Klimawandel -was auch ein Fake ist- ist eben kein Beleg für die Richtigkeit einer Theorie und sie richtet sich auch nicht nach einer politischen Korrektheit.

Daneben gibt es immer wieder Fälle von Akademiker*innen, die – womöglich ermutigt durch die Ausweitung der „Grenzen des Sagbaren“ – rechte Positionen äußern. Asta-Vertreter*innen der TU Darmstadt ergriffen die Initiative, als sie von rassistischen und sexistischen Aussagen eines Dozenten für Biologie-Didaktik hörten. „Da klang eine geschlossen rechte Ideologie durch: Er versuchte, biologistisch herzuleiten, dass es Rassen gibt.

Den menschengemachten Klimawandel in Frage zu stellen oder biologisch zu belegen versuchen, dass es neben Hunderassen und Pferderassen auch Menschenrassen gibt, sind keine rechten Positionen, sondern sie ergeben sich aus Beobachtungen. Dazu Theorien aufzustellen und sie der Kritik auszusetzen ist Wissenschaft, auch wenn sie sich im Nachhinein als falsch herausstellen sollten. Die Theorie dann trotzdem zum Dogma zu erheben wie die ganzen Klima-, Gender- oder Migrationsforscher nennt sich dagegen Ideologie. Und Ideologien können es natürlich nicht zulassen, wenn sich ihre vermeintlichen wissenschaftlichen Theorien als falsch oder gar unwissenschaftlich herausstellen, weshalb für Ideologien es „Verstöße“ sind, wenn man rechtsbeschmutzte Wissenschaftler an der Uni reden lässt.

Die Kritik an derlei Vorstößen wird im Gegenzug als Angriff auf die akademische Freiheit gewertet.

Abgeordnete der AfD konstatierten in einer Kleinen Anfrage, die sich unter anderem mit den Fällen Baberowski und Kutschera befasste, an Universitäten herrsche „ein Klima der Repression und Einschüchterung, das selbsternannte Wächter sogenannter politischer Korrektheit schüren“ und dadurch „wissenschaftliche Diskurse erschwert und verhindert und somit die Freiheit der Wissenschaft bedroht“ seien. Dabei scheint es vor allem um die Aspekte der Wissenschafts- und Diskursfreiheit zu gehen, die die eigene Argumentation befördern.

Ja, blöd, wenn die Wissenschafts- und Diskursfreiheit es befördern, dass sie ihre Argumente und Fakten auch frei an der Universität kommunizieren dürfen. Die Autoren des Artikels wollen dem Leser unterschieben, dass es ihnen nicht zusteht auf die Wissenschafts- und Diskursfreiheit zu bestehen. Es soll suggeriert werden, Wissenschaftler wären Leute, die an der Uni ihr Süppchen kochen und ihre vermeintlichen Erkenntnisse über jede Kritik erhaben sind, vor allem gegenüber dem Pöbel außerhalb, der keine Qualifikation vorweisen kann. Verlassen die linken Wissenschaftsideologen wirklich mal ihre Sekte, dann sprechen sie öffentlich nur dort, wo kein Gegenwind zu erwarten ist: In den ÖR-Medien, bei links-grünen Stiftungen oder dem evangelischen Kirchentag.

Schon mal von einem Physiker gehört, der sich in einem Artikel darüber beschwert, dass die Fridays for Future bei ihrem Gegröle den 2. Satz der Thermodynamik völlig außer Acht lassen? Wissenschaftler genügt es erst mal, dass sie nicht widerlegt werden. Schlimm wird es erst, wenn die ganzen ideologischen Schalartane auf die obersten Positionen kommen und mit Titel dekoriert werden, während dem echten Wissenschaftler die Karriere versagt wird.

Die genannten Fake-Wissenschaften und ihre Ableger können ruhig noch ein wenig weiterzetern und es braucht uns nicht zu jucken. Denn spätestens, wenn das Geld ausgeht -in der DDR brauchte es allerdings 40 Jahre- dann stehen diese Möchtegern-Wissenschaftler alle auf der Straße. Sie können sich ja dann wieder in einem Artikel in der taz darüber beschweren, dass ihnen die Rechten das Leben so schwermachen. Doch die taz dürfte dann auch Vergangenheit sein.

 

 

 

3 Gedanken zu “Pseudowissenschaftler verteidigen Pseudowissenschaft.

  1. Ein ganzer Wissenschaftszweig…
    Hust, das haben die an den DDR-Unis zum „Wissenschaftsbereich“ Marxismus-Leninismus auch gesagt.

    Oder nehmen wir den Guru Bhagwan (kennt den jemand noch):
    „Meine Botschaft ist keine Doktrin und auch keine Philosophie. Meine Botschaft ist eine gewisse Alchemie, eine Wissenschaft der Transformation, so dass nur jene, die bereit sind, ihr derzeitiges Sein abzulegen und in etwas Neues hineingeboren zu werden, was sie sich jetzt noch gar nicht vorstellen können. Nur wenige mutige Menschen werden bereit sein zuzuhören, denn das Zuhören könnte riskant werden.“

    Wissenschaft, reinste Wissenschaft 😉

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