SPD und ihre bürgerferne Basis.

Ja, die SPD geht unter und niemand wird sie vermissen, obwohl sie doch glaubt sie wäre so nah am Menschen. Normalerweise kann es eine Partei verkraften, wenn sie vorübergehend von Schwachmaten geführt wird, weil es an der Basis in den Kommunen fähige Leute gibt. Aber auch eine Null als Ministerpräsident kann ein fähiger Parteichef verkraften, weil die Bürger der Partei während dieses Totalausfalls die Stange halten. Schwierig wird es, wenn eine Partei von unten und von oben von Parteisoldaten zerdrückt wird. Zufällig bin ich auf Twitter auf die vergangene Landtagskandidatin der SPD für Bayern Bettina Blöhm gestoßen mit dem Tweet:

Bettina Blöhm@BettinaBloehm

  • 12. Aug.

Antwort an

@ostkurve

Die #Vollpfosten in den Kommentaren zeigen ganz gut, dass ihr das richtig macht. 😉 #noafd #nonazis

#antifa ist eine Selbstverständlichkeit.

Nicht außergewöhnlich für eine junge SPDlerin, allerdings kommt sie aus dem Landkreis Freyung-Grafenau; mit Regen sozusagen das Bayerwald-Kerngebiet. Ihre Tweets bestehen zu 50% aus irgendwas mit Rechtsextremismus, AfD stoppen und Rassismus. Ja, damit ist sie wie die Wahlergebnisse zur letzten Landtagswahl für den Landkreis Freyung-Grafenau zeigen genau richtig. CSU, AfD, Freie Wähler und BP erreichten zusammen 75% und Bettina Blöhme schaffte es sogar noch mit 5,7%, das SPD-Traumergebnis von 6,2% zu unterbieten. Sie schreibt über ihre Heimat, dass sie gerne die ganzen fleißigen Leute sieht, hat sich dann aber wohl gedacht, dass Zuschauen bei der Arbeit doch schöner ist:

Ich stamme aus einer Familie von Gärtnern in Schlinding (bei Thurmansbang), entschied mich nach meiner schulischen Laufbahn für ein Studium der Soziologie und Politikwissenschaft in Regensburg. Nach meinem Abschluss arbeitete ich unter anderem in der Jugend- und Familienhilfe in den Landkreisen Freyung-Grafenau, Regen und Passau, bis ich meine aktuelle Beschäftigung als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei unserer Bundestagsabgeordneten Rita Hagl-Kehl im Wahlkreisbüro Deggendorf aufgenommen habe.

Also Kreisssaal und Hörsaal hat sie schon und als Parteisoldat in der SPD macht es auch nichts, wenn sie nie eine Wahl gewinnt, man kommt trotzdem irgendwo im Plenarsaal oder oben in der Partei an, so wie Thorsten Schäfer-Gümbel oder Ralf Stegner, der in Schleswig-Holstein das schlechteste Wahlergebnis seit dem 2.Weltkrieg erreichte.

Man kann sie sogar auf ihrem Blog besuchen aber sie hat anscheinend schnell gemerkt, dass der Arbeit macht: 30.April 2018, 2.Mai, 4.Mai, 12.Mai, 22.Mai, Juni, Juli, August (2), September, Oktober und am 5. Januar, wo es buchstäblich ein letztes Mal in den Abgrund geht und sie beklagt, dass es immer mehr Rechtsradikale in ihrem Landkreis gäbe:

(…)Eine kleine Alltagsanekdote: Zwei Männer und zwei Frauen – die Kleidung einer dieser Frauen ließ schon auf eine Richtung blicken – unterhalten sich draußen beim Rauchen. Ich stehe daneben. Typ A sagt zu Typ B: Eigentlich bräuchtest du einen AfD-Aufkleber auf deinem Auto. Daraufhin Typ B: Nein, eigentlich ein Hakenkreuz, aber dann würden sie mich rauswerfen.

Genau solche Situationen meine ich. Die soziale Kontrolle funktioniert nicht mehr, diesen Menschen ist es egal, ob etwas sozial erwünscht ist oder nicht. Andere Menschen interessieren sie nicht. Zugegeben, ich selbst war etwas perplex in dieser Situation (hatte diese Typen schon früher gesehen und damit nicht gerechnet), so dass mir spontan nur einfiel „Und das zu Recht“. Woraufhin mich alle vier mit Augen groß wie ein Auto angesehen haben. Zeigt für mich, dass sie nicht allzu oft Widerspruch hören.

Ja, sie hat die Typen schon früher gesehen und nicht damit gerechnet. Ja, weil die Leute bei uns immer so blöd daherreden und die hätten das sicher nicht bei der verkniffenen Bettina gemacht. Sieht so aus, als wären die beiden Herren bisher nicht öffentlich so aufgefallen, dass sich jemand daran gestoßen hätte. Der geht vielleicht jeden Tag zur Arbeit, ist bei der Freiwilligen Feuerwehr und kümmert sich um seine Kinder und hat sich noch nie darum gekümmert, ob das, was er sagt, sozial erwünscht wäre. Es gibt keine braunen Fackelzüge und null Übergriffe auf Migranten oder Heime und auch keine Hakenkreuzschmierereien. Die Republikaner sind gekommen, die CSU hat ein wenig reagiert und dann waren die wieder weg. Und, wenn wirklich einer einer anderen politischen Meinung ist, dann schickt man keine Schwarzvermummten vor, um ihn vom Gegenteil zu überzeugen. Das nennt man soziale Kontrolle.  Der Waidler ist nämlich ein gutmütiger Typ, der sich eh alles gefallen lässt und dem es egal ist, bei welcher Partei einer ist, solange man ihm nicht verbietet als Ventil blöd daherzureden oder von oben mit irgendwelchem moralischem Krimskrams auf den Senkel geht. Ich glaube nämlich, dass sie es der Bettina allgemein sehr übel nehmen, dass sie plötzlich alle für Nazis hält, die jetzt AfD wählen und noch vielen mehr unterstellt, dass sie falsches Gedankengut in sich tragen, vor allem, wenn sie selbst eine „Gschtudierde“ ist. Schließlich pflegen die Waidler ein weit freundschaftlicheres Verhältnis zu den „Ausländern“ aus Tschechien als es ihnen die Politiker vormachen. Für den Waidler ist Heimat da, wo er sich nicht erklären muss, weshalb er mit den Tschechen besser kann als mit den Preißen. Deshalb wählt kaum einer die SPD, weil sie dem Waidler erst erklären müsste, warum sie die ANTIFA unterstützt.

Wenn die Leute sehen würden, dass die Hälfte ihrer Tweets wieder nichts Anderes wie rechtsextrem und Klima runterleiern wie der Dreck in den Leitmedien, den sie jeden Tag hören und auch „Unser Land“ am Dritten nicht verschont wird, dann hätte sie wohl nur 2% bekommen. Bettina ist vom Waidler so weit weg wie eine Schwesig vom Kohlekumpel, auch wenn sie sich auf ihrer Seite mit den Kategorien „I mog“, „wos feid“ usw. anbiedert. Da mag sie an der Basis sich noch so bemühen, allein damit hat sie beim Waidler schon verloren.  Wenn Du so gern dahoam bist, dann müsste Dir auch aufgefallen sein, dass der Waidler nicht mehr glaubt, dass der Bub gescheiter wird, wenn er ein paar Watschen kriegt, aber noch weniger glaubt er, dass es durch gutes Zureden passiert. Deswegen freuen sich die Waidler, dass die Schüler aus dem SPD-Bildungssystem noch dümmer sind, als die nicht so Gescheiten hier.

Ganz abgesehen mal davon, dass der #Bildungsmonitor so ein #INSM Ding ist, werde ich wohl nie verstehen wie sich manchen Bundesländer darüber ‚freuen‘ können, vermeintlich besser als ein anderes zu sein. Alle Kinder haben ein Recht auf beste #Bildung.  (hier)

Auf ihrer Seite lässt man noch den Abgeordneten Georg Weiß aus der Weimarer Republik hochleben und wohlweislich nicht einen Helmut Schmidt und Gerhardt Schröder. Besonders an den letzten beiden müsste sie erkennen, dass sich nicht die Leute verändert haben, sondern die SPD zu einem bürgerfernen Ideologenzirkel aus Parteisoldaten verkommen ist, der auch die Bettina instruiert hat, und so in allen Themenbereichen nur die gleichen Worthülsen bietet wie die Bundespartei.

Man ist als Partei erst ganz unten angekommen, wenn die Feinde den eigenen Kandidaten loben:

Stegner der sicherlich unsympathischste Mensch Deutschlands.ist sicherlich erste Wahl.
Der fleischgeordene Gegenbeweis dafür,das man eben doch anhand seiner Äusserlichkeit auf den Charakter schliessen kann.
Muss Parteivorsitzender werden!
Radikaler,totalitärer,gnadenloser Führer einer Splitterpartei.

 

oder

Stegner ist der geeignete Mann.

Franz-Josef Strauß hatte sicher weit mehr Feinde als ein Ralf Stegner, nur hatten eben auch seine Feinde Respekt vor ihm. Hätte es damals schon Twitter gegeben, dann hätte man sich an ihm genauso erfolglos abgearbeitet wie jetzt an Trump. Vielleicht hätte die Bettina sich mal von früheren Wahlveranstaltungen erzählen lassen. Da mussten die Politiker mindestens Zwischenrufe wie „Du Kaschperl“ aushalten. Wenn einer wie Kevin Kühnert auf einen Tweet von Paul Ziemiak, der sich über das Duo Stegner/Schwan lustig macht, gleich was von Verrohung der Sprache faselt, dann weiß man sofort, wer schon darauf empfindlich reagiert, der ist kein Mann, sondern eine Memme. Und wer möchte schon gerne von einer Memme regiert werden.

Ein weiteres Manko ist, wenn man sich ausschließlich mit Problemen beschäftigt, die eher drittrangig sind, während der ganze Landen brennt. Bestes Beispiel Berlin. Man will am Flughafen Tempelhof sogenannte Verrichtungsboxen einführen, eine Art Garage in der Freier und Prostituierte ihr Geschäft verrichten. Achtung, keine Satire: Die Bezirksbürgermeisterin von der SPD ist auch dafür, die Verrichtungsboxen sollten aber so klein sein, damit kein ganzes Auto Platz hat und der Freier mit dem Fahrrad kommen muss. Hilfe! Klimaneutral vögeln oder was.

Die Bettina ist geistig schon richtig eingenordet, wenn man ihre Blogbeiträge liest und ihre Tweets, da steht ihrer Karriere bei der SPD nichts entgegen. Bevor es aber in ihrer Heimat bald heißt, alle SPD-Wähler aus dem Bayerischen Wald treffen sich im gemütlichen Gasthof zur Post, sollte sie vielleicht nach Berlin ziehen. Denn mit ihrer Gesinnung kann sie dort sogar problemlos zwischen den SED-Parteien hin- und herwechseln.

PS: Liebe Frau Blökm, falls Sie hier mitlesen. Ich bewundere jedes politische Engagement in meiner Region, auch der SPD. Schließlich habe ich auch mal einen SPD-Bürgermeister gewählt. Allerdings hielt sich der aus gutem Grund von den SPD-Ideologen fern.

 

 

5 Gedanken zu “SPD und ihre bürgerferne Basis.

  1. Da sollten sich die LeiDmedien mal an ihre eigenen Massgaben halten. Ueber eine Partei, die nur noch „von regionaler Bedeutung“ ist (und selbst da schwaechelt) muss man bundesweit nun nicht mehr berichten 😀

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  2. Die SPD hat doch Dreißigjähriges „Wer die menschliche Gesellschaft will, muss die männliche überwinden.“.
    Wirkt offenbar.

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    1. Da kann man aber nie sicher sein, ob man auch das richtige Klo erwischt. Die saftige Geldstrafe dafür, als fluider Non-Binary mit einer pansexuellen Delphin-Transfrau auf dem Herrenklo erwischt zu werden, mag ich mir gar nicht ausmalen.

      Die Knatterboxen sind dagegen richtig rechtssicher 🙂

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