Öko-Sozialismus beschleunigt das Unvermeidliche.

Es ist sicher schon einigen aufgefallen, dass man den Bürgern einen Systemwechsel schmackhaft machen will. In vereinzelten Nebensätzen wurde davon gesprochen, dass das demokratische System eben nicht schnell genug wäre, die Probleme von heute zu bewältigen. Dann hieß es, die Demokratie wäre zu langsam, dann sie wäre zu wenig effektiv und heute wird offen ein neues System gepriesen, ohne darauf hinzuweisen, dass damit auch die Demokratie selbst untergeht. Der SPIEGEL preist es hier an unter dem Titel:

Waldbrände und Klimaschutz

Drei Menschheitsfallen – und wie wir ihnen entkommen

Nun hätte man auch Mikroplastik, Insektensterben oder Überfischung nehmen können, doch, warum Christian Stöcker genau die beiden genommen hat, zeigt er sogar unbeabsichtigt selbst. Zuerst wird der „rechtsradikale“ Präsident Bolsonaro in die Pfanne gehauen, denn unter ihm „beschleunigten“ sich die Waldbrände und er hat sich einer Einmischung Macrons verbeten. Geht gar nicht denn:

Ohne den Dschungel aber, da sind sich Fachleute einig, funktioniert das Ökosystem Erde nicht mehr richtig. Der Regenwald geht die ganze Menschheit etwas an.

Dass die Anzahl der Brände im Vergleich zu den letzten Jahren unterdurchschnittlich war und die Regenwälder auch als ganzes CO2-neutral sind, weil Pflanzenreste in der Wärme zu schnell abgebaut werden, wurde ja schon berichtet. Das war der Aufhänger, denn es geht gleich weiter mit Klima und Artenschutz.

Beim Klimaschutz gibt es keine inneren Angelegenheiten

Was Atmosphäre und Artenschutz angeht, gibt es aber keine „internen Angelegenheiten“ mehr. Dem Klima sind Staatsgrenzen gleichgültig, das Erdsystem nimmt auf die willkürlichen Unterteilungen, die wir Menschlein vorgenommen haben, keine Rücksicht. Die größten Probleme, die es derzeit gibt, betreffen uns alle gleichermaßen. Auch, wenn die Auswirkungen von Klimakrise und Artensterben sich in verschiedenen Regionen zunächst ganz unterschiedlich zeigen werden.

Stöcker meint, dass es anders nicht funktioniert, weil niemand dafür persönliche Einschränkungen hinnehmen will, denn keiner will ein Windrad im eigenen Garten, will billig fliegen und Wälder können nur gerettet werden, wenn es nicht mit der Landwirtschaft kollidiert. Wenn alle immer mehr wollen, aber nicht bereit sind, sich dem Gemeinwohl zuliebe einzuschränken, muss das in einer Welt mit begrenzten Ressourcen in den Untergang führen. Und dann werden drei Fallen beschrieben, die uns in den Untergang führen:

  • „Soziale Fallen“: Die anderen fischen mit Dynamit – das macht zwar die Korallenriffe kaputt und damit bald auch die Fischbestände, von denen wir alle abhängen. Aber bis dahin fangen meine Konkurrenten viel mehr Fische. Warum sollte ich dann nicht auch mit Dynamit fischen, solange es noch geht?
  • „Zeitliche Fallen“: Es mag ja sein, dass mein Verhalten irgendwann in der Zukunft negative Konsequenzen haben wird, aber im Moment bringt es mir Vorteile – billige Energie zum Beispiel, bequemen Transport. Der Schaden scheint in ferner Zukunft zu liegen, also ignorieren wir ihn.
  • „Räumliche Fallen“: Es mag ja sein, dass es für die Einwohner von Kiribati und Mikronesien irgendwann ungemütlich wird, wenn das Wasser weiter steigt, aber was geht das mich an? Mein Haus steht auf einem Hügel, weit weg vom Meer.

Und Stöcker weiß auch die Lösung:

Wir können uns nur als Menschheit retten, nicht als Nationen.

Was man in dieser Situation politisch bräuchte, wären Staatsmänner und -frauen mit globalem Verantwortungsgefühl. Aber in vielen großen Nationen, etwa in den USA, Russland, Brasilien und auf den Philippinen regieren derzeit Männer mit den politischen Instinkten von Schulhofschlägern. (…) Diese Grundhaltung: Sollen doch erstmal die anderen machen, beziehungsweise: Wenn wir handeln, machen die anderen ja doch nicht mit, ist derzeit das größte Hindernis auf dem Weg zur Eindämmung der Katastrophe.

Und Stöcker meint, die Menschheit wäre heute soweit, dass man die Probleme global lösen kann, weil man die menschlichen Schwächen kennt und sie auch nutzen kann (aha) Jedes persönlich erlebte oder medial stark bearbeitete Extremwetterereignis, jede vieldiskutierte Katastrophe, die sich mit der Klimakrise in Verbindung bringen lässt, verdeutlicht denjenigen die sie erleben, die Dringlichkeit des Problems. Stimmt. Wenn man jahrelang jedem bisher normalem Wetterphänomen das Label einer Katastrophe anhängt, jedem vollgelaufenen Keller hinterher fährt und dem Zuschauer damit täglich den nahenden Weltuntergang vor Augen führt, dann ist er irgendwann so weichgekocht, das er zu allem bereit ist, diesen zu verhindern. Deshalb ist er ja mit Waldbränden eingestiegen, weil er da ein passend bedrohliches Bild verwenden konnte.

Stöcker sagt, man habe bei der Bekämpfung des sauren Regens und des Ozonlochs gezeigt, dass man das Problem durch internationale Übereinkünften lösen kann. Und um das ganze abzurunden gibt es dann noch das anschauliche Zitat, um den Leser auch emotional zu kriegen, dass er merkt, dass wir alle sonst gegen die Wand fahren:

„Wenn alle immer mehr wollen, aber nicht bereit sind, sich dem Gemeinwohl zuliebe einzuschränken, muss das in einer Welt mit begrenzten Ressourcen in den Untergang führen. Das hat der Ökologe Garrett Hardin im eingangs zitierten Artikel schon 1968 als „Tragödie der Allmende“ bezeichnet. Irgendwann sind die Weiden alle abgegrast, die riesigen Herden verhungern. 

Völlig überzeugend, was der Stöcker so schreibt, doch, wenn man alles in einen Topf verquirlt, dann fallen die Widersprüche gar nicht mehr auf, obwohl der Haken schon im Zitat steckt, denn hier steht Gemeinwohl und nicht Globalwohl. Zu einer Zeit, als Deutschland seine Lebensmittel noch weitgehend selbst erzeugten ist ihnen genau das nicht passiert. Lange vor der Industrialisierung. Man hat gemerkt, dass die Erträge sinken, wenn man die Felder einseitig bewirtschaftet. In manchen Ländern zieht man einfach weiter, wenn der Boden ausgelaugt oder überweidet ist, doch hier hat man eine Fruchtfolge eingeführt. Die Bauern brauchten auch keinen Gschudierten, dass sie ihren Wald nachhaltig als Plenterwald bewirtschafteten, denn, wenn man ihn abholzt, kann man zwar kurzfristig Geld machen, aber dann ist er eben weg. Als man zuerst in Nürnberg ein Gesetz einführte, dass gerodeter Wald neu angepflanzt werden muss, ging das, weil es für alle ersichtlich war, dass das Sinn macht und keiner damit benachteiligt wird. Und unter der Kosten-Nutzen-Abwägung hat man dann Holz durch Kohle ersetzt und schließlich durch Gas. Deshalb funktionierte auch die Einführung FCKW-freier Kühlschränke international. Nicht jedes Land, sondern eher nur sehr wenige, produzieren nur für sich selbst eigene Kühlschränke, sondern immer auch für den Export. Wer nicht mitmacht ist eben raus. Deshalb war es auch kein Problem, dass die Dreckschleuder an Trabbi bis zum Ende der DDR fuhr; wohin hätten die auch exportieren können. Bei der Bekämpfung des sauren Regens hatte man auch keine globale Lösung, sondern es beteiligten sich nur die Länder an Maßnahmen zur Luftreinhaltung, wo das Gemeinwohl Zeit, Geld und Ressourcen hat, sich neben der reinen Nahrungsbeschaffung für das Überleben, sich noch darum zu kümmern, die dreckige Luft loszuwerden. Wenn ich wo lebe, wo man froh ist überhaupt Strom zu haben, da darf das Kraftwerk ruhig qualmen. 

Wo es in einem Land nur begrenzte Ressourcen gibt, da sterben die Leute einfach weg bis sich ein Gleichgewicht wieder eingestellt hat. Oder man ist so schlau, die Ressourcen wie Boden, Wasser und Brennstoff so effektiv und nachhaltig zu nutzen wie möglich und nur so viele Nachkommen in die Welt zu setzen, dass kein Mangel entsteht. Gut, wenn man durch die heutige medizinische Versorgung, die Anzahl der Nachkommen auch planen und mit modernen Waffen sein Leben auch verteidigen kann.

Erst der globale, willkürlich regulierte Handel und unsere Menschlichkeit haben das System ins Wanken gebracht. Länder, wo sich die Bevölkerungszahl von selbst regulierte, wurden von uns mit medizinischer Versorgung, technischen Geräten und der Entwicklungshilfe beglückt. Die Bevölkerungszahl stagniert dann eben nicht, weil noch immer genügend Ressourcen verfügbar sind. Mit denen von heute könnten bestimmte afrikanische Länder mit der damaligen Bevölkerungszahl ein gutes Leben führen. Doch wie der Westen sich diesen Wohlstand durch ein geringeres Bevölkerungswachstum zu erhalten, krebsen diese immerwährend am Rand der Armut entlang. Und da kommen solche Freihandelsabkommen mit Südamerika ins Spiel, das uns billiges Rindfleisch und Soja beschert. Man knebelt die eigenen Bauern mit Vorschriften, während man z.B. Brasilien dazu nötigt, ihre eigenen Ressourcen zu verschwenden, weil man es nicht geschafft hat andere Märkte im eigenen Land zu erschließen.

Der ganze globale Kampf gegen den angeblichen Klimawandel wird das noch verschärfen. Wir nehmen angebliche „Klimaflüchtlinge“ auf, die Gelder in deren Länder tarnsferieren, oder schicken gleich Entschädigungsgelder, weil Inseln angeblich von uns verursacht im Meer versinken, obwohl sie dafür selbst verantwortlich sind, weil sie zu viel Grundwasser entnehmen oder die Meeresströmungen durch Sprengen der Atolle für Baumaterial selbst verschulden.

Auf der anderen Seite zwingen sich Länder wie Deutschland in einem Klimawahn, der ihre eigene Industrie zerstört oder zum Abwandern zwingt. Die Industrie ist dann nicht weg, sondern nur woanders. Man macht den zweiten Schritt vor dem ersten. Wenn sich der Westen nicht rigoros gegen Länder abschottet, die nicht mit den gleichen Standards produzieren, dann verschwinden die Teile der Industrie und Landwirtschaft bei uns, die sich darauf verlegt haben, besonders „klimafreundlich“ und umweltfreundlich zu produzieren und die, die sie ersetzen, lassen dann in ihren Ländern weiterhin die Sau raus. Die irrsinnige Energiewende beschleunigt das noch durch die hohen Strompreise.

Das letzte was wir brauchen sind Staatsmänner mit besonderer globaler Verantwortung, die glauben sie könnten den Weltengang am Reißbrett planen und deren Utopien dann der ganzen Welt aufs Auge drücken. Wir mögen uns vorübergehend auf die Schulter klopfen, wenn wir deindustrialisiert sind und alles, was Spaß macht verboten ist und der CO2-Ausstoß sinkt. In der Zwischenzeit haben dann Südamerika und Südostasien diese übernommen, werden wohlhabender und haben dann auch Zeit und Ressourcen sich um Umwelt und Klima zu kümmern. Doch zugleich wird die Bevölkerung in Afrika weiter wachsen und dadurch trotz aller Maßnahmen und Geld aus Europa immer noch weitgehend in Armut bleiben. Ein Ende kommt erst, wenn Afrika und Europa geplündert sind und die verbleibenden aufgestiegenen Staaten sich massiv abschotten und auch keinerlei medizinische Hilfe mehr schicken. Dann setzt das ein, was die Bevölkerungszahl in Afrika Jahrtausende konstant gehalten hat; nämlich das große Sterben.

Wenn wir heute die ganzen Globalheiligen zum Teufel schicken und wieder nationalstaatlich handeln, dann wird der Prozess früher einsetzen und dann werden hoffentlich auch einzelne afrikanische Länder, die ihr Bevölkerungswachstum gedrosselt haben und ihre Ressourcen schonen sich gegen ihre Nachbarn abschotten bis deren Ressourcen zu Ende sind. Keiner bräuchte ein schlechtes Gewissen haben diesem Sterben zuzusehen, das seinen Ursprung in unserem Gutsein hat. Und, wenn doch, dann muss er diese Schuld auf sich nehmen, damit unsere nachfolgenden Generationen überhaupt noch überleben können.

Stöcker gehört zu den Utopisten, die glauben, man könnte durch die Einführung eines Ökosozialismus den normalen Lauf der Dinge aufhalten und trotzdem fleißig Werbung für ihn machen.

 

 

3 Gedanken zu “Öko-Sozialismus beschleunigt das Unvermeidliche.

  1. Mein Müllkonsum ist – gebe ich offen zu, viel zu hoch.
    Manchmal aber, da finde ich im Müll eine Perle.
    Beim Stichwort „Saurer Regen“ fiehl sie mir direkt wieder ein.

    https://www.tichyseinblick.de/gastbeitrag/das-prinzip-waldsterben/

    Und ja, selbst *da* muss ich in Gedanken zwei Jahre zurück gehen, um was wertvolles zu finden.

    Natürlich von einem Waldbewohner geschrieben.

    Vermutlich unterscheidet uns wild waldende Landeier vom Rest der Leute das Gedächtnis.

    Denn auch beim ganzen Industriegelaber, da guck ich nur auf mein altes Handyding, und denk mir: Nokia und Bochum, da war doch was. Oder auch nicht.

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    1. Toller Artikel. Und genauso wie im alten Teil des Nationalparks, wo man die Borkenkäferbekämpfung eingestellt hat und fast der komplette Wald abstarb, kann ich das jetzt im Erweiterungsgebiet beobachten. Man kann förmlich zuschauen wie er braun wird und wir selbst haben in etwa 3 km Entfernung ebenfalls Wald mit Käferbefall. Und das muss die Grünen freuen, den wir und auch die Waldbesitzer an unseren Grenzen haben immer schon naturnah bewirtschaften. Zu naturnah, denn viele arbeiten die Gipfel nicht auf, weil das muss in reiner Handarbeit geschehen und so entstehen Käfernester. Ich war nun an 30 Tage in Folge in unserem Wald um das zu erledigen. Das Erweiterungsgebiet des NP hätte die besten Möglichkeiten gehabt den Borkenkäfer zu bekämpfen, doch diese Vollprofis sind vor Jahren schon mit dem Bagger angerückt um die Forststraßen rückzubauen, dabei wächst dieser in etwa 5 Jahren ohnehin zu, kann aber in kürzester Zeit reaktiviert werden, denn es gibt entsprechende Maschinen. Jetzt kommt die Glöckner mit Wiederaufforstung. Völliger Bullshit, denn die Samen fliegen ja an den gerodeten Stellen selbst an und die stärksten überleben. Stattdessen hätte es genügt, dass die Staatsforsten Lagerplätze und Fahrzeuge anmieten um das Schadholz aus dem Wald bringen zu können. Die Waldbesitzer fahren es aus dem Wald und müssen es dann liegenlassen, weil sich wie in unserem Fall für Langholz mit knapp 50cm Durchmesser keine Abnehmer finden, obwohl der Preis pro 1fm nur 25.-€ beträgt. Mna zahlt drauf, wenn man es selbst aufarbeitet, doch viel schlimmer ist das Gesülze unserer Politiker.

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