Landtagswahlen im Osten: Nachlese zur Nachlese.

Nachdem nun die Nachlese zu den Landtagswahlen bei den Meinungsmachern weitgehend durch ist und die Systemjournalisten und -politologen ihren Senf dazu gegeben haben, kann man jetzt auch mal deren Nachlese betrachten. Vielleicht sollten die ÖR-Medien und unsere „Qualitäts“-journalisten mal ihr Framing auf den neusten Stand bringen, denn es stammt noch aus einer Zeit, als die AfD nur um die 5% herumkrebste. Sicher sind die Angestellten ihren links-grünen Auftraggeber hörig, allein schon, um ihren Arbeitsplatz zu behalten, doch so viel Hirn sollten die Sprechroboter schon haben, wenn sie Schlagzeilen setzen oder Statements abgeben, die auch der einfach gestrickte Bürger durchschaut. Beispiele gefällig?

Die AfD fällt hinter die CDU zurück

hieß es am Wahlabend, obwohl sie in den letzten Wochen nie vor der CDU lag und auch nicht in Prognose und Hochrechnungen und ein Moderator sprach noch immer vom rechten Rand, der die AfD wählt. Der SPD-Umfrage Güllner meinte, die AfD wäre keine Volkspartei, sondern eine Regionalpartei. Wie kann sich dann die SPD Volkspartei nennen, wo sie in vielen Teilen Deutschlands nur eine Splitterpartei ist, die in einzelnen Wahlkreisen nicht mal an die 5%-Hürde herankommt. Man ist einfach in der Vergangenheit gefangen und glaubt das, was von den eigenen Apparatschiks von den Unis geliefert wird.

Was den Bürger aufstößt, sind Dinge, die man immer als Framing unterbringt, in der Annahme, dass die Zuseher so vertrottelt sind, das nicht zu merken, obwohl man sicher sein kann, dass die Sender bei jedem Versuch entsprechende Mails bekommt, dass man sich nicht für dumm verkaufen lässt mit der angeblich so neutralen und ausgewogenen Berichterstattung. In einer Kommentarspalte wird dies für den Wahlabend wieder aufgezählt:

  • Die taz stellt die AfD in ihrer Graphik mit „braun“ dar und gibt dabei das ZDF/Forschungsgruppe Wahlen als Quelle an. Dabei haben die das mit Sicherheit „blau“ abgebildet.
  • Soeben hat in der Phönix Runde ein gewisser Tilo Jung ( YouTube – Journalist ) unwidersprochen behauptet, dass in Sachsen und Brandenburg 25-30 Prozent NAZIS gewählt haben.
  • Habt Ihr das gerade gehört? AfD 27,8%…Tina Hassel macht daraus „knapp ein Viertel der Menschen
  • (…), Was die Linken „Spontis“ natürlich nicht davon abhielt etwas Negatives sofort zuerst zu nennen.

         Sie haben zwar gewonnen aber sie sind nicht stärkste Kraft geworden…

Dann folgt, die übliche Platte in den Diskussionen aller Parteivertreter:

Ich schaue gerade MDR, der sächsische AfD-Chef Urban wird interviewt. Die Art der Interviewführung scheint mir diesmal ausnahmsweise ziemlich fair. Aber wenn (z.B. von einem Parteimitglied der Linkspartei aus dem Publikum) eine scharfe Anfrage an ihn gestellt wird, klatschen 75 % der Anwesenden. Auf die Antwort von Herrn Urban hin klatschen etwa 3 %. Nun hat aber die AfD nach ersten Hochrechungen 28 % bekommen, Linke, SPD und Grüne nur zusammen ebenso viel. Wie aber ist nun hier das Publikum zusammengesetzt, wenn 75 zu 3 rauskommt? Selbst wenn alle CDU-er noch gegen ihn (und für einen Linken) klatschten, müsste gut 1/4 für ihn klatschen. Wie wird so ein „Publikum“ zusammengesetzt? Sehr einseitig, wie ich sehe: liberal-rechts/rechtsliberal, rechtslastig, rechtspopulistisch, stramm rechts,rechtsextrem, rechtsradikal, ultrarechts, endrechts, ende universum, wand.

Vielleicht macht man das beim ÖR trotzdem, weil man es inzwischen aufgegeben hat, irgendwelche Wähler an die Blockparteien zurückzugewinnen und lieber versucht die ganzen indoktrinierten Schlafschafe bei der Stange zu halten. Dass die Nerven blank liegen, sieht man an der Reaktion auf eine Aussage der mdr-Moderatorin Wiebke Binder, die meinte:

„Eine stabile Zweierkoalition, eine bürgerliche, wäre ja theoretisch möglich“

Sofort kam es zur Bestürzung innerhalb der Meinungsmacher. Wie blöd muss man eigentlich sein. Da wird jeder Furz geframed, dass er unbemerkt direkt ins Unterbewusstsein kriechen kann und der Schein von der objektiven Berichterstattung erhalten bleibt und dann verlieren diese Profis bei einer neutralen, sachlich richtigen Feststellung in einem 3. Fernsehprogramm gleich die Fassung und geben indirekt damit zu, dass es ausschließlich um die links-grüne Haltung geht und um die Ausgrenzung und Diffamierung aller Kritiker.

Die Leute verarschen kann man auch damit, indem man Wesentliches weglässt oder nicht, je nachdem, ob es nützt oder nicht. Wer erinnert sich nicht an den Wahlsieg Trumps, wo man sagte, das hätte alles am Wahlsystem gelegen und, dass er seine Stimme fast nur von den weißen Rassisten auf dem Land bekommen hätte und so erst die bunten und weltoffenen Demokraten in den Städten überwinden konnte.

Hat man an diesem Wahlabend je was von den unterschiedlichen Wahlergebnissen in der Stadt und auf dem Land gehört? Wohlweislich nicht, denn so konnte man behaupten, die GRÜNEN hätten jetzt auch im Osten Fuß gefasst und hätten phantastische Zugewinne eingefahren. Dabei krebsen sie auf dem Land zwischen 3,1% und 6% herum und können trotzdem als Minisekte in einer Koalition dafür sorgen, dass auf die Schnelle tausende Arbeitsplätze im Braunkohletagebau und den abhängigen Industrien verlorenen gehen.

Und ihr eigenes Geschwätz von gestern muss sie auch nicht mehr interessieren. Als die AfD noch um die 5% hatte, hieß es, das wäre der NPD-Sumpf unter anderem Namen, als sie größer wurden, dann wurden Dumpfbacken, Modernisierungsverlierer und Abgehängte daraus, die die großen alten Parteien so lange ernst nahmen, solange sie von denen gewählt wurden. Heute wissen aber die „Experten“, dass das rechtsextreme Potential 25% beträgt. Was für ein Zufall, dass das ziemlich genau dem AfD-Wahlergebnis entspricht oder auch kein Zufall, wenn dieser „Experte“ über einen Ableger direkt von der mit Steuergeld zugeschissenen Amadeo-Stiftung ausgehalten wird. Die hippen GRÜNEN hatten sicher noch eine Begründung im Ärmel, warum sie jetzt so Zuspruch erfahren. Die bösen, alten, weißen Männer, die der Jugend die Zukunft verbauen und sich das nicht mehr gefallen lassen. Aber womöglich hat ihnen einer rechtzeitig gesteckt, dass inzwischen die Wähler im Osten zwischen 18 und 30 Jahren mehrheitlich AfD wählen. Der Osten besteht eben nicht ausschließlich aus Studenten aus dem Westen, die von ihren Eltern durchgefüttert werden, damit sie sich um die Weltenrettung kümmern können. Deshalb hat bento als Seite für die Ewigpubertierenden dies aufgegriffen. Löblich, denn alle anderen Medien schweigen darüber. Natürlich wird erst mal ausführlich darüber geschrieben, dass die AfD rechtsextrem und völkisch wäre, bevor ein „Experte“ sagt, die jungen Leute würden die AfD als normal wahrnehmen.

Eine Studie der Otto-Brenner-Stiftung macht das ebenfalls deutlich: Je seltener die Wende in der Familie thematisiert wurde, desto häufiger sind junge Menschen im Osten der Meinung, sie spiele für ihr Leben heute keine Rolle mehr. 70 Prozent derjenigen, in deren Familie die Wiedervereinigung eher selten Thema war, stimmen der Aussage zu.

Was für eine Überraschung aber nicht für Bento. Die meinen, die ganzen Professoren und Ärzte hätten Verlustängste und würden deshalb AfD wählen und Bento weiß auch genau wie die Jungwähler im Osten ticken:

  • Die Grünen – in der Nähe zu „Fridays for Future“ – erheben für sich den Anspruch, als einzige Partei die Klimakrise wirklich ernst zu nehmen. Du kannst selbst mit die Zukunft retten, wenn du auf Pappbecher und Langstreckenflüge verzichtest, sagen sie. Und wenn du gleichzeitig mit einer Stimme für Grün „denen da oben“ deutlich machst, dass ihre Politik nicht genug ist.
  • Die AfD – und mit ihr rechtsextreme Grüppchen wie die Identitären – erheben für sich den Anspruch, als einzige Partei Themen wie Globalisierung und Migration wirklich anzusprechen, obwohl das aus ihrem Mund „Umvolkung“ heißt. Und du kannst selbst ein bisschen dabei mithelfen, wenn du die AfD wählst und „denen da oben“ deutlich machst, dass ihre Zeit vorbei ist.

Dieser jeweilige Team-Spirit entsteht vor allem durch eine Dringlichkeitsrhetorik: Jetzt muss was passieren, bevor es zu spät ist! Bei den Grünen ist das der Kampf gegen die Klimakrise, bei der AfD der Kampf gegen ungebremste Einwanderung.

Doch was bei der einen Partei harmlos ist, macht die andere gefährlich. Die Grünen bewegen sich innerhalb demokratischer Spielregeln, die AfD hingegen will die liberale Demokratie zersetzen.

Das Ende habe ich hervorgehoben, denn dies ist eigentlich der Grund, warum viele AfD wählen, die selbst noch oder als deren Kinder von der DDR wissen. Wer damals die SED-Linie kritisierte, der galt als Systemfeind, der versucht den Sozialismus zu zerstören, und die Sender ließen allein die Partei hochleben. Wenn diese AfD-Wähler die Berichterstattung am letzten Wahlabend sehen und wie mit denen umgegangen wird, die den links-grünen Utopien widersprechen, dann wissen sie, dass sie recht haben, weil ihre Argumente und Einwände nicht für voll genommen werden und ihnen stattdessen vorgeworfen wird, sie würden das System (die liberale Demokratie mit dem Parteienkartell) zerstören.

Man kann fast von Glück reden, dass die heutigen Medien zwar viel subtiler und mit mehr Möglichkeiten ihre Propaganda verbreiten können. Allerdings sind die heutigen Partei- und Journalistenkader völlig unprofessionell. Wer sich damals öffentlich oder in den Medien oder der Politik zu weit vorgewagt hatte, der wurde unauffällig entfernt. Heute kriegen sie öffentlich Schnappatmung und feiern sich für die eigene richtige Haltung und fordern in vielen Fällen öffentlich Konsequenzen für die Abtrünnigen. Da merkt auch der größte Dödel, dass diese angeblichen Vorzeigedemokraten in Wirklichkeit grüne Stalinisten sind, die den ganzen Klimatralala nur dazu verwenden wollen, ihren Ökomarxismus umzusetzen und die Medien und die Internetzensoren fleißig mithelfen, dass von den Bürgern nicht das Falsche angenommen oder gewusst wird.

In der DDR half irgendwann das ganze Schönreden nicht mehr, weil die Folgen des Sozialismus zu augenfällig wurden. So wird es auch dem links-grünen Sozialisten ergehen. Diesmal sollten wir aber aufmerksamer sein, wenn sich wieder einer dieser linken Apparatschiks in das neue System -also das alte rechtstaatliche- hinüberretten will, um sich wieder als Schmarotzer an einem Wirt festzusaugen.

 

3 Gedanken zu “Landtagswahlen im Osten: Nachlese zur Nachlese.

  1. In der DDR hat es auch sehr lange gedauert, bis den Leuten was gedämmert ist. Außerdem gab es die Alternative vor der Haustür. Was die Sozialisten gelernt haben, ist die Alternativlosigkeit. Die USA und der Westen müssen zerstört werden, um die Welt insgesamt in Hunger, Blutvergießen und Tod zu stürzen. Viva la revolución!

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  2. Gute Zusammenfassung! – Hadmut Danisch ist noch was aufgefallen: „Niemand hat SPD, CDU, Linke gewählt, und kaum jemand Grüne.“ (Es geht) „immer nur darum, wieviele AfD und wieviele nicht oder gegen AfD gewählt haben.“
    Ist mir auch aufgefallen. Damit blenden die aus, dass auch andere Leute außer AfD-Wähler größte Vorbehalte zu Kernthemen wie Zuwanderung, Klimahysterie, Männerhass u.s.w. haben. Und hinzu kommt, dass die permanente Verleumdung der AfD sich auch irgendwie auswirken muss, aber trotzdem die Meinung zu den eben genannten Themen bleibt. Kurz: Dass die Formel „Wir gegen Braun“ eine infame Mehrfachlüge ist. Das „Wir“ gibts nicht (vielen CDU-Wählern und FDP-Wählern gruselts vor Rot-Grün) und die AfD ist nicht braun. Hatten wir aber schon mal – genau deshalb in der DDR der Ruf „Wir sind das Volk“, Betonung auf „wir“, soll heißen „nicht ihr“. Und der angebliche Kampf gegen rechts war auch damals ein Versuch, die Opposition zu diffamieren. Ich hab sogar noch Zeitungsausschnitte von 1989 rumzuliegen, wo man das genau so lesen kann.
    Es nervt echt. Aber die Leute merken es, wie man an den Wahlergebnissen sehen kann. Mal drei Rechnungen:
    Wahlbeteiligung Brandenburg: 61,3%, Wahlbeteiligung Sachsen: 66,6%
    CDU+AfD in Sachsen: 59,6%, CDU+AfD in Brandenburg: 49,7%
    CDU+AfD+FDP in Sachsen: 64,1%, CDU+AfD+FDP in Brandenburg: 53,8%
    CDU+AfD+FDP+FW in Sachsen: 67,5%, CDU+AfD+FDP+FW in Brandenburg: 58,8%
    (ich hoffe, da ist kein Fehler drin, sollte aber stimmen)
    Wobei mich trotzdem wundert, wie viele Leute noch Rot/Infrarot/Grün wählen!

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