Schneeflöckchen-Sieb

In den USA gibt es ja das Problem, dass die ganzen Schneeflöckchen von den Unis irgendwann auch einen Job suchen. Viele Naturwissenschaften und die Informatik sind ja dort von irgendwelchen sozialwissenschaftlichen Laberköpfen durchsetzt, die keinerlei Ahnung vom Fach selbst haben. Schon vor einiger Zeit haben dort Unternehmen begonnen, die Bewerber nicht auf einen bestimmten Abschluss zu beschränken, sondern wählen selbst die aus, die sie am kompetentesten halten. Nun hat es heuer einen ziemlichen Auflauf vor einer Bäckerei gegeben, die die Schule beliefert hat, weil sie es gewagt hat dunkelhäutige Schüler, die dort geklaut hatten, der Polizei zu übergeben. Die Bessermenschen brachten die Schulleitung dazu, den Liefervertrag mit der Bäckerei wegen Rassismus zu kündigen. Der sah das als geschäftsschädigend, klagte und erhielt Millionen an Entschädigung. Nun gehören diese Protestler sicher zu denen, die zwar keinen Dreisatz beherrschen, aber jede Mikroaggression erkennen und bei sachlicher Kritik psychische Probleme bekommen und einen Schutzraum aufsuchen müssen. Dazu kann jeder Blick oder flapsige Bemerkung als sexuelle Belästigung ausgelegt werden. Genauso schlimm ist es, wenn ein Mitarbeiter zu den Weltverbesserern gehört, die die besten Kunden vergraulen könnten, wenn sie nicht die gleiche kunterbunte Weltsicht haben, doch auch hier hat jemand zum Teil Abhilfe geschaffen. Der The Silent Partner Marketing CEO Kyle Reyes hat dazu 30 Fragen entwickelt, um die Schneeflöckchen gleich beim Bewerbungsgespräch auszusieben. In einem Interview meint er, dass es bei den Fragen kein Wahr oder Falsch gäbe, sondern es ginge darum, seinen Standpunkt stichhaltig zu begründen. Da dürften die ganzen religiös-ideologisch Beseelten schon ihre Probleme haben. Hinter den Fragen steht der Versuch, die typisch arbeitsamen, konservativ denkenden Amerikaner, die zu ihrem Land stehen, zu finden. So wären manche Fragen bei uns eher befremdlich:

Wie denkst Du über Waffen bzw. Was denkst Du über Leute, die Waffen tragen?

Wie stehen Sie zur Polizei?

Was bedeutet ihnen Amerika?

Würde heute jemand in einem Bewerbungsgespräch fragen, wie jemand zu Deutschland stehe, dann käme sicher der Verfassungsschutz vorbei und die Gewerkschaften und die SPD wären mindestens bestürzt. Bei einige anderen Fragen dürften sich die Schneeflöckchen direkt outen:

Wie stehen Sie zu sicheren Räumen in herausfordernden Arbeitsumgebungen?

Sollten „Trigger-Warnungen“ ausgegeben werden, bevor wir Inhalte für Kunden oder das Unternehmen veröffentlichen, die als „umstritten“ gelten könnten?

Was bedeutet für Sie „Privileg“?

Wie gehen Sie damit um, wenn Ihre Ideen niedergemacht werden?

Als er sich die letzte Frage überlegt hat, wird er gedacht haben, dass er gleich noch fragen sollte:

Wann hast Du das letzte Mal geweint und warum? (alle Fragen hier engl.)

Nun ist ja die Schneeflöckchenwelle noch nicht in der ganzen Macht nach Deutschland geschwappt, sodass sie sich in der freien Wirtschaft bewerben müssen (Da meine ich jetzt nicht die Zwangssender, NGOs oder Zeitungsredaktionen), sodass solche Fragen hier nicht wirklich verstanden würden. Von einem Informatiker weiß ich, dass die Bewerber von den Unis eher ein gefährliches Halbwissen haben, sich dennoch maßlos überschätzen und deshalb völlig überzogene Gehaltsvorstellungen haben.

Bei uns gibt es ja im Gegensatz die duale berufliche Ausbildung, sodass es dazu Untersuchungen gibt, wie die Ausbilder ihre Lehrlinge einschätzen. Sucht man danach bekommt man auf den ersten Seiten nur das Gejammer von Auszubildenden und Hilfestellungen wie man gegen die angeblich schlechte Behandlung klagen kann. Sicher werden viele Auszubildende auch ausgenutzt, doch heute wird man alles tun, um die Fähigen nicht noch zu vergraulen. In Berlin beklagen sich Betriebe darüber, dass zwei Drittel unmotiviert wären und wenig belastbar und ein Drittel kein Interesse zeige. Für einen Dienstleister ist es natürlich fatal, wenn 40% keine Umgangsformen kennen und knapp 60% sich mündlich oder schriftlich nicht ausdrücken können. So schlägt auch gleich das Berliner Schulsystem voll durch, das neben Bremen in der PISA-Studie immer die letzten Plätze belegt, obwohl sie doch die meisten Schüler bis zum Abitur bringen. Das hat zur Folge, dass von den Auszubildenden über 40% Abitur oder ein Studium abgebrochen haben und so der Schnitt bei über 21 Jahren liegt. Die reden sich ein, ein Studium wäre nicht das Richtige gewesen, dabei waren sie dort einfach Mangels Hirn, Motivation und Belastbarkeit fehl am Platz. Das hindert sie aber nicht daran in einer Ausbildung größenwahnsinnig zu sein und zu glauben, man könnte eine berufliche Ausbildung im Vorbeigehen machen und genauso träge rumzuhängen wie auf dem Uni-Campus. Für die hat Berlin ein Programm aufgelegt „Youturn“, wo man solche Leute in eine Ausbildung bringen und begleiten will. Da sollte man eher im Schulsystem eine Wendung einlegen, damit sie nicht mit 25 Jahren noch glauben, sie wären zu Höherem berufen.

Ein Betriebspraktikum in der Schule zu machen ist eine gute Idee, allerdings legen die Schüler dort meistens nicht ihr Verhalten ab, um für sich Werbung zu machen. Am Land funktioniert das viel besser. Es gibt im Umkreis weniger Betriebe von einer Sorte. So macht es kein gutes Bild, wenn man sich zum Beispiel in einer Autowerkstatt aufführt wie Sau und danach dann die Eltern wieder vorbeikommen. Jeder weiß, dass sich das im Gegensatz zu Berlin rumspricht, sodass die Eltern sicher sagen werden „Mach mir keine Schande“ und auch der Praktikant nicht unbedingt als Looser dastehen will.

Doch heute sind viele junge Leute schon so Ich-zentriert, dass ihnen das gar nicht mehr auffällt. Ein Polizist hat mir von einer Ausbahnkontrolle auf einem Parkplatz mit Anwärtern erzählt. Die fragen nicht nach und gehen auch nicht von ihrer Gruppe mal zu einer anderen, um zuzuschauen wie das abläuft, sondern sobald irgendein Freiraum ist, zücken sie sofort ihr Handy. Null Interesse, sagt er.

Viele sehen auch die Arbeit nicht oder die Arbeitsabläufe. Ein Landmaschinenmechaniker hat mir erzählt, dass er sich keinen einstellen kann, weil er jedem alles ansagen muss, weil die einfach gelangweilt rumstehen, anstatt mitzudenken, was als nächstes kommt. Da kann er es gleich selber machen. Braucht keiner glauben, dass man heute ohne besondere Ansage einen Lastwagen mit Gerüstteile abladen lassen kann. Da denkt keiner mit, an welche Teile man nachher wieder als erstes muss. In einem Umfeld, wo junge Leute sehen, dass man auch mit HartzIV wie in Berlin gut auskommen kann, für den besteht natürlich keine Motivation sich groß anzustrengen.

Wenn die Betriebe um Auszubildende betteln müssen, dann heißt das, dass man Leute dazu motivieren muss, für ihren eigenen Lebensunterhalt zu sorgen. Das gleiche gilt für Absolventen von sinnlosen Laberfächern, die glauben, dass sie ein Anrecht darauf haben, dass ihnen jetzt wegen ihres Titels von den anderen ein entsprechender Arbeitsplatz mit entsprechend guter Bezahlung gebacken werden muss. Dabei müssen in den nächsten Jahren über 20000 Stellen als Grundschullehrer besetzt werden. Als ich Abitur machte, waren bei den Studienwünschen viele exotische Fächer dabei. Die Mädels haben nach dem zweiten Semester zu Genüge auf Grundschullehramt umgesattelt, denn damals wurde eben auch an der Uni ausgesiebt, weil man noch nicht genügend Sinnlosfächer mit Niedrigstansprüchen erfunden hatte, um sich am Ende einen Titel umhängen zu können.

Es fehlen in den nächsten Jahren zehntausende LKW-Fahrer und Lockführer. Elektriker, Spengler oder Schlosser muss man bei uns fast schon suchen. Irgendwann wird es wieder heißen, dass man das als Beruf ausüben muss, was man eben kriegen kann, denn mit der andauernden Einwanderung von weitgehend nicht Ausbildungsfähigen wird die Wohlfühlstütze auf eine Art Armenspeisung eingedampft werden und dann wird man etwas können müssen, wofür andere auch freiwillig Geld bezahlen würden.

Vielleicht tritt dieser Zustand noch rechtzeitig ein bevor man sich auch bei uns noch zusätzlich mit den ganzen Schneeflöckchen herumschlagen muss. Und vielleicht haben wir dann gleichzeitig Zustände, wo die Frage, ob man mit einer Waffe umgehen könne, durchaus berechtigt sein würde.

 

 

3 Gedanken zu “Schneeflöckchen-Sieb

  1. Jein, also ich glaub, dass nicht nur Absolventen sich überschätzen. Dass die ganzen Informatiker en gefährliches Halbwissen hätten, halte ich mal für weit hergeholt. Wenn eine Gruppe an der Uni schon produktreifes Zeug baut, dann die.

    Es fehlt mir in der ganzen Diskussion auch die Generation Praktikum. Es ist nämlich auch nicht endlos viel Motivation erwartbar. Wenn Leute mit immer mehr oft schwachsinninge Aufgaben zugemüllt werden und links und rechts keiner was davon hat und man bei Mama und Papa trotz Abschlüssen und Praktika betteln muss, während man weiter motiviert sein soll, dann schlaucht sich das bis mitte dreißig durch. Irgendwann ist der Frust da. Und wenn jetzt auch noch die Lausitz deindustrialisiert, die Kohle- und Atomkraftwerke runtergefahren und die Autoindustrie, an der durch Zulieferer, etwa 30% der deutschen Arbeitsplätze hängen, vernichtet wird, dann geht jungen Leuten eben auch die Motivation aus. Ist halt so. Da muss man sich auch mal über die Rahmenbedingungen unterhalten.

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  2. Es gibt so einen ‚dummen Spruch‘ ueber den Bankrott. Erst geht’s ganz langsam, dann ganz schnell. Wenn die Umwelt-Aktivisten plaerren, dass in 10-12 Jahren die Welt untergeht, haben sie recht, aber ganz anders als sie meinen. In ganz Europa wird die Babyboomer-Generation dann vollstaendig in Rente gegangen sein, und die viel kleinere Rentenzahler-Generation wird das nicht stemmen koennen. Die Renter werden politisch die Parteien waehlen, die ihre Rente versprechen zu garantieren. Die Produktiven werden weglaufen und Europa wird ein Altersheim mit weitgehend unfaehigen ‚Jungen‘, denen nicht nur die Motivation, sondern auch die Faehigkeit fehlt produktiv zu sein. Wie gesagt – dann geht’s ganz schnell.

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