Schweden tilgt seine Geschichte.

Es muss wohl an der langweiligen geographischen Lage Schwedens zwischen zwei friedlichen Nachbarn und dem Meer liegen, dass man sich vor gut 40 Jahren schon entschieden hat, sich als Schweden aufzugeben und es zu einem multikulturellen, öko-feministischen Paradies zu machen. Wenn es einen Vorreiter für links-grüne Ideologien gibt, dann ist es Schweden. Es scheint so gut zu laufen, dass man sich nun entschieden hat, mit der schwedischen und insgesamt der westlichen Vergangenheit zu brechen und deshalb den Geschichtsunterricht in den Schulen zu gunsten von ideologischem Gequatsche weitgehend abschaffen will. Römisches Reich, Wikingerzeit und schwedische Kaiserzeit werden eliminiert und konzentriert sich nur mehr auf die negativen Seiten dieser männlich dominierten Zeit.

Der vorgeschlagene Lehrplan enthält dagegen stark politisierte Themen wie Geschlechterrollen, Einwanderung, Umwelt, Klima, so genannte norm-herausfordernde, demokratische Werte und kritische Theorie. Wenn es um die eigentliche Geschichte geht, werden der westliche Kolonialismus, der Sklavenhandel und der Nationalismus im Mittelpunkt stehen.

Ja, da dürften die Normen von alten Schweden ziemlich herausgefordert sein, wenn man schon den jüngsten nahebringt, dass es eine gute Idee wäre, sich später bei einem Techtelmechtel eine schriftliche Einverständniserklärung von der Frau geben zu lassen, andernfalls könnte man in Schweden leicht zum Vergewaltiger werden. Schließlich hat sich niemals nie in der Menschheitsgeschichte eine Frau aus sexueller Lust oder Liebe mit einem Mann ins Bett gelegt. In Sachen Einwanderung tun die Schweden ja alles, um die Migrantengewalt und die Übergriffe auf blonde Schwedinnen schönzureden. Da müssen natürlich die eigenen westlichen Normen hinterfragt werden, wenn das Zusammenleben nicht wie gewünscht funktioniert, schließlich hat sich durch den Kolonialismus, den Sklavenhandel und den Nationalismus gezeigt, dass diese Normen unbrauchbar sind. Schwedische Politiker leben in einer Fantasiewelt von völliger Realitätsferne, in die sich jemand eingesponnen hat; schade, dass diese Definition schon für Wolkenkuckucksheim vergeben ist, sonst würde sie für Schweden gelten.

Was sie im Praktischen damit bezwecken wollen, wenn es um gender und norm-challinging, democrativ values geht, dann braucht man nur den Links in dem obigen Artikel folgen. Es geht um feministische Außenpolitik, die, oh Wunder, von der Heinrich Böll Stiftung ausführlich erklärt wird.

(…)Als solches bedeutet eine feministische Außenpolitik zunächst anzuerkennen, dass Ungerechtigkeiten, einschließlich, aber nicht beschränkt auf die Ungleichheit der Geschlechter, global existieren. Zweitens trägt eine feministische Außenpolitik aktiv zur Beseitigung dieser Ungerechtigkeiten und zur Überwindung von Unterdrückungs- und Ausgrenzungsmustern wie der weißen Vormachtstellung und des Patriarchats bei. Menschenrechte sind nicht nur universelle Rechte, sondern nachhaltiger Frieden und Konfliktverhütung bleiben eine Utopie ohne feministische Außenpolitik. Untersuchungen wie die von Valeria Hudson zeigen, dass der wichtigste Faktor für die Bestimmung des Friedensniveaus eines Landes die Gleichstellung der Geschlechter ist. Es ist diese ständig wachsende Forschung, die Wallström zu ihrer berühmten Bemerkung geführt hat: „Feministische Außenpolitik ist kluge Politik. Es ist nicht nur die richtige.“

Ja, wie kommt es bloß, dass die Männer nicht eher draufgekommen sind, was sie damit versäumt haben.

(…)feminist analysis of international relations has historically been regarded as a niche topic which has suffocated under the weight of political realism.

Ach, ja. Die Realität hat blöderweise immer zugeschlagen und die schwedische Außenministerin Margot Wallström hat das wohl auch festgestellt, weshalb sie sich jetzt lieber um die Familie kümmern will. Ein Land, das alle in Ruhe lassen, sollte sich aus ideologischem Antrieb nicht ohne Not Feinde machen. Die feministische Außenpolitik von Wallström hat das geschafft. Sie hat Palästina anerkannt und zeigte sich bei einem Staatsbesuch im Iran demütig verschleiert. Anschließend wurde Wallström in Israel zur Persona non grata erklärt, weil sie eine Untersuchung dahingehend unterstützt hatte, ob palästinensische Angreifer Opfer von „außergerichtlichen Morden“ wurden. Darüber hinaus hielt sie Saudi-Arabien Menschenrechtsverletzungen unter die Nase und hat deren Methoden als „mittelalterlich“ bezeichnet. Sie hat die Westsahara, das unter marokkanischer Kontrolle steht, offiziell als Land anerkannt, musste aber nach wirtschaftlichem und diplomatischem Druck zurückrudern. Dazu unterstützt Schweden als größter Nettozahler palästinensische „Hilfsorganisationen“ mit mehr Geld als die USA und um ein Vielfaches mehr als Dänemark und Finnland. Die Realität sieht eben so aus, dass Länder eigene Interessen haben, die den eigenen widersprechen und für ein kleines Land ist es besonders wichtig, es sich vor allem mit den mächtigen Ländern nicht zu verscherzen. Es hätte Schweden mehr genutzt, hätte sich Wallström schon immer ausschließlich um ihre Familie gekümmert. In ihrer Amtszeit zeigte sie nämlich die gleiche moralische Überheblichkeit wie Deutschland vor dem ersten Weltkrieg und jetzt noch schlimmer unter Angela Merkel. Dass feministische Außenpolitik friedlicher wäre und man deshalb überall mit Frauen gequotet mitreden müssten, weil sie menschlicher sind und weniger auf die militärische Karte setzen, halte ich für ein Gerücht. Madeleine Albright hat auf die Frage, ob sich die Sanktionen gegen Irak ob der halben Million toter Kinder gelohnt hätten, gemeint, dass die den Preis wert gewesen wäre. Hillary Clinton hat maßgeblich den Krieg gegen Libyen angezettelt und sich schamlos nach dem Erdbeben in Haiti bereichert. Angela Merkel hat es geschafft, dass die EU völlig gespalten ist und Deutschland in der Welt keine relevanten Freunde mehr hat, weil sie unser Land für den moralischen Weltmeister hält, der deshalb alle belehren und vor den Kopf stoßen darf.

Was wollen sie den Kindern in Schweden in der Schule beibringen? Dass die islamische Kultur frauenfeindlich und menschenverachtend ist, sobald sie sich im eigenen Land breit macht aber als heilig gilt, sie nicht kritisieren darf und man sich ihr anpassen muss? Typisch linke Doppelmaßstäbe.

Folgt man einem weiteren Link, dann sollen Schüler wohl auch lernen, dass ihre eigenen christlichen Normen hinter der linken Ideologie zurückstehen müssen. So können sie auch akzeptieren, dass die Satanisten in Schweden offiziell als Religionsgemeinschaft anerkannt wurden, denn die Auflage war nur, keinen Namen zu tragen, der den guten Sitten und der allgemeinen Ordnung widerspricht. Die Satanisten sind so voll auf Linie, dass sie durch die Quote sicher auch mal ein Ministeramt in Schweden bekommen:

Sogar ein flüchtiger Blick auf die Facebook-Seite der Community zeigt eine Menge von Gesprächen, die im Allgemeinen mit linken oder liberalen Debattierern zusammenhängen, wie zum Beispiel LGBT-Themen, Umweltschutz und Kritik an Hebammen, die sich weigern, Abtreibungen vorzunehmen. Die Gemeinde verteilte auch Damenbinden in einem Projekt namens Menstruation with Satan. Während der Stockholm Pride Week organisierte die Gruppe ein Seminar über die Notwendigkeit des satanistischen Feminismus.

Nun braucht man mit dem Finger nicht auf Schweden zu zeigen. Die wenigsten dürften sich ein fundiertes Geschichtswissen aus der Schule erhalten haben. Das meiste dürfte aus den vorverdauten Bruchstücken von Guido-Knopp bestehen und der Dauerschleife aus NS-Dokus. Auch bei den anderen Themen wird nur mehr auf Emotionen gesetzt: Sklaverei, Kolonialismus, Industrialisierung ganz schlimm; Gandhi, Mandela, Frauenbewegung, alles ganz toll usw.

Es gibt keinerlei größere Zusammenhänge und feste Maßstäbe einer Bewertung, sondern man hat eben eine Meinung dazu. Sieht man gut auf einem Uni-Campus, wo die Studenten Personen auf Bildern ordnen müssen von best zu worst. Darunter Hitler, Stalin, Trump, Obama und Jesus. Stalin ist kaum bekannt und Trump wird mehrmals einfach aus persönlicher Abneigung an die letzte Stelle gesetzt. Kein Wunder, dass in den USA der Hass auf Trump mit einer positiven Sicht auf den Sozialismus korreliert. Das nennt sich dann gefühlte Geschichte.

Die Schweden führen nur logisch fort, was Geschichtsunterricht bisher bewirken sollte. Durch Themenauswahl und Schwerpunktsetzung sollen wir eine bestimmte Einstellung zum eigenen Land und zur Gegenwart bekommen und so für die Zukunft die richtigen Entscheidungen treffen. Früher hat man den Kindern die eigene Größe über Gebühr eingeredet und andere Länder zu Feinden erklärt. Heute dient deutsche Geschichte dazu, unser Land zu verleugnen, uns schuldig zu fühlen und die EU als friedlichen Heilsbringer zu sehen. Keines von beiden macht Kinder zu mündigen Bürgern, die aus der Geschichte lernen, trotzdem wird die Geschichte immer wieder so umgeschrieben, damit sie den Herrschenden nutzt. Die Behauptung, dass die Türken Deutschland nach dem Krieg angeblich wieder aufgebaut hätten, hat man zu früh gebracht; es gab einfach noch zu viele Augenzeugen, die das widerlegen konnten.

In ein paar Jahren wird das Konsens sein, so wie man schwedischen Kindern erzählen wird, Schweden wäre erst durch Multikulti und Gender so friedlich geworden und wäre so ein Modell für die ganze Welt. Na, wer an den menschengemachten Klimawandel glaubt, der glaubt am Ende auch das.

 

6 Gedanken zu “Schweden tilgt seine Geschichte.

  1. Mal abgesehen davon, ist die halbe Million Kinderleichen garantiert auch eine Lüge von wirren Linken gewesen. Klar ist aber, dass unter dem Saddam-Regime viele Leute, sehr viele, gestorben sind und er mitnichten „zwar schrecklich, aber stabilisierend“ war, wie oft behauptet wird. Klar ist auch, dass der Militärschlag zu seiner Entmachtung nur wenige Wochen dauerte und wenige Tote forderte und dass die Mordopfer der Islamisten einfach den westlichen Truppen zugerechnet wurden. Leichen fängt man nämlich erst dann an zu zählen, wenn es einer linken Agenda nutzen könnte.

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  2. Furchteinflößend.
    Eine Generation der mittlerweile ganz offen ihre Geschichte genommen werden soll. Willfährige Menschenmassen ohne eigene Wurzeln, ohne Resistenz gegen einen immer weiter in das Leben eindringenden Staat.

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