Durch den Tod eines Märtyrers in die Knechtschaft?

Dogmen und Glaubensätze sind Kennzeichen einer religiösen Bewegung und dazu kommen Rituale, Gesänge und eine Art Erlösungshoffnung durch gute Werke. Seit Fridays For Future auf die Straße gehen, gibt es immer mehr Leute, die dort die Zeichen einer religiösen Bewegung sehen und ich zähle mich auch dazu. Trotzdem war ich nicht in der Lage, diese Bewegung mit allen Konsequenzen auch als solche einzuordnen, denn täglich wird uns erzählt, es handle sich um eine Protestbewegung, die einfach nur den schweigenden Teil der Bevölkerung repräsentiert, der sich vor eine Klimakatastrophe fürchtet und mehr Klimaschutz fordert. Und so denkt man logischerweise, dass sich einfach die Politiker und Wissenschaftler Gehör verschaffen müssen, die einen drohenden Weltuntergang für Humbug halten und dies auch belegen können, dass man uns allein herbeiphantasierte Szenarien aus Computermodellen verkaufen will, für die es weder Anzeichen noch Belege gibt. Hier wird aus einem Buch zitiert, warum dieses Unterfangen nicht glücken kann:

Wir gehen derzeit durch eine gewaltige Umnachtung der Gesellschaft. Öffentlich und Privat, on- und offline, verhalten sich die Menschen auf eine Art und Weise, die zunehmend irrational, krank, dem Herdenprinzip folgend und einfach ungemütlich ist. Der tägliche Nachrichten-Zirkus ist voll mit den Konsequenzen daraus. Wir sehen das Symptom überall, aber wir sehen nicht die Ursachen.

Dies ist die einfache Tatsache, dass wir seit über einem Vierteljahrhundert gelebt haben, in welchem alle unsere großen Überzeugungen kollabiert sind.

Die Erklärungen für unsere Existenz, welche üblicherweise von der Religion geliefert werden, zerfielen ab dem 19. Jahrhundert. Die während des vorigen Jahrhunderts geweckten säkularen Hoffnungen, hoch gehalten durch alle politischen Ideologien, begannen, den Fußspuren der Religion zu folgen. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts traten wir in die post-moderne Ära ein – eine Ära, die sich selbst definiert und von außen definiert worden ist mit dem Argwohn gegenüber allen großen Narrativen. Wie jedoch alle Schulkinder lernen, ist Vakuum der Natur ein Gräuel, und im post-modernen Vakuum begannen neue Gedanken aufzukeimen – mit der Absicht, eigene Erklärungen und Bedeutungen zu liefern.

Menschen, die danach trachten, diese Bewegung wegen deren inhärenter Widersprüche abzuwickeln, werden noch lange warten müssen. Erstens, weil sie die marxistische Sub-Struktur dieser Bewegung ignorieren, und zweitens wegen der inhärenten Bereitschaft, sich in Widersprüche zu verwickeln anstatt angesichts der alptraumhaften Brüche zu bemerken, dass die Bewegung nicht wirklich an der Lösung irgendwelcher Probleme interessiert ist, von denen sie behauptet, daran interessiert zu sein. Das wird nicht in der Art einer Kritik mit der Hoffnung auf Verbesserungen ausgedrückt, sondern als ein Feind, der vernichtet werden muss.

Zu der neuen Metaphysik gehört auch der Ruf, eine Bedeutung in diesem Spiel zu finden: uns selbst mit Menschen zu, verbünden‘, mit ihnen zu kämpfen, um das Gelobte Land zu erreichen. In einer Ära ohne Sinn und Zweck sowie in einem Universum ohne klare Bedeutung hat dieser Ruf nach Politisierung von Allem und jedem und dann dafür zu kämpfen etwas zweifellos Attraktives.

Man darf dabei nicht vergessen, dass in Großbritannien eine große Mehrheit der Jugendlichen ihr Leben als sinnlos empfinden. Bei uns dürften es nicht weniger sein. Die Befreiung von religiösen Dogmen und moralischen Zwängen hat dafür gesorgt, dass sich das Individuum zwar völlig befreien konnte, aber ein größerer Sinn oder ein Ziel, das alle teilen, verlorengegangen ist. Es entstand eine große Leere, die im Westen früher durch den christlichen Glauben und die christliche Kultur gefüllt wurde. Der Kampf gegen den Klimawandel und die Rettung der Mutter Erde als Erlösung sind als metaphysisches Ziel an seine Stelle getreten. Im Umfeld von FFF spielt sich fast eine religiöse Ekstase ab mit Gesängen und Riten und irrationalen Zielen. Fehlen eigentlich nur mehr die Märtyrer vor Ort; in England hat sich angeblich eine 14-jährige wegen der Angst vor dem Klimawandel umgebracht, ein sicherer Fall ist die Selbstverbrennung eines Mannes aus Protest gegen Öl und Kohle (habe ich in einem früheren Artikel schon berichtet). Solange man die Teilnehmer als legitime Protestbewegung wahrnimmt, wird man meiner Meinung nach nicht zum Kern vorstoßen, für welchen besonderen Zweck FFF in Deutschland instrumentalisiert wird, und das gelingt nur, wenn man sie wirklich als religiöse Bewegung wahrnimmt, die unter bestimmten Umständen auch wie eine solche reagiert.

Man kann das daran erkennen, welche Gruppen sich auf der einen Seite FFF angeschlossen haben und auf der anderen den patriotischen Bündnissen. Bei FFF sind es die üblichen Haltungszeiger wie Gewerkschaften, Parteien und Kirchen. Einen Kern, der die Bewegung auch mitlenkt, bilden marxistische Gruppen und Antikapitalisten und die von den Parteien gepamperten Kampftruppen der ANTIFA. Ihnen stehen Konservative und Patrioten gegenüber und im Schlepptau der übliche rechtsradikale Bodensatz.

Nehmen Sie einmal die Berichterstattung über letztere. Seit ein Einzeltäter den Regierungspräsidenten Lübcke erschossen hat, versucht man rechtsradikale Netzwerke herbei zu konstruieren, in Leipzig stehen „Rechtsterroristen“ vor Gericht, die einen Umsturz geplant haben sollen; mit Luftgewehren. Einer der Angeklagten ist ein Mann, dem außer drei Tweets nichts vorgeworfen wird und trotzdem den „Terroristen“ zugerechnet wird. Und immer geht es bei der Berichterstattung den Schwenk, dass es sich bei den Patrioten, Konservativen und der AfD, die sich gegen die ökosozialistische und familien- und deutschlandfeindliche Politik stellen, nur um verkappte Nazis handelt, die ebenfalls den Umsturz planen. Ihnen wird kollektiv Gewalt und Gewaltbereitschaft vorgeworfen und sie rüsten immer mehr mit Waffen auf, heißt es. Sieht man jedoch die Realität, dann begrenzen sich die Straftaten auf Hakenkreuzschmierereien, die im Zweifel immer den Rechten zugerechnet werden, die Getöteten seit den früher Zweitausendern auf Fälle, die man gewöhnlichen Vergehen ohne politischen Hintergrund zurechnen muss, und auf Milieu-Kriminalität. Ohne den NSU, der durch Merkel aus dem Nichts gehoben wurde und ein großer Fake ist, und den angeblichen Hetzjagden auf Ausländer in Chemnitz, was derselbe Humbug ist, dann bleibt da eigentlich nichts wirklich Relevantes übrig.

Auf der anderen Seite verübt die ANTIFA aktiv politische Straftaten, zündet Autos an, greift Autos und Gebäude von AfD-Politikern oder gleich sie selbst auch körperlich an und ruft öffentlich zur Gewalt gegen Andersdenkende auf. Wer sich als Konservativer positioniert, der muss um seine finanzielle und berufliche Existenz fürchten, Straftaten von vermeintlich Rechten gelten immer als Hassverbrechen und werden um ein Vielfaches schwerer bestraft als zum Beispiel bei Migranten. Konservative Stimmen werden im Internet zensiert und Kritiker der Merkelregierung abserviert. Blickt man in die USA, dann gilt die ANTIFA dort als terroristische Vereinigung. Immer wieder kommt es vor, dass Farbige Weiße bezichtigen, dass sie von ihnen angegriffen worden wären, was sich in allen Fällen, die medial hochgekocht wurden als Fake erwiesen. So auch der letzte. Nun greift die ANTIFA auch ältere, wehrlose Bürger wegen ihrer falschen Gesinnung an wie hier in Kanada.

Was fällt auf? Jeder, der als Gruppe in dieser Weise behandelt wird, würde zwangsläufig irgendwann mit gleichen Mitteln und gleicher Gewalt zurückschlagen, doch der Funke mag einfach nicht überspringen, obwohl man die rechte Szene staatlich mit Provokateuren und V-Leuten aufgepeppt hat. Obwohl man die Kritiker als Rechtsradikale, Rechtspopulisten und Feinde der Demokratie diffamiert, sind es immer noch überwiegend CDU/CSU- und SPD-Wähler, bei denen es schon im Selbstverständnis liegt, dass man seine politischen Ziele nur mit demokratischen Mitteln erreichen kann. Noch dazu sind es Bürger, die nicht gerade im kampffähigen Alter sind. Man braucht aber dieses gewaltsame Aufeinandertreffen zwischen den Konservativen und der Staatsmacht, um zum Beispiel die AfD zu verbieten und deren Wähler und Anhänger durch einen Radikalenerlass aus allen Bereichen zu eliminieren. Nur so ist es möglich, Deutschland in einem sozialistischen Öko-Moloch in der EU aufgehen zu lassen.

Und nun kommt Fridays For Future ins Spiel. Politiker und Medien rufen immer wieder zum zivilen Ungehorsam für den Klimaschutz auf und er wird deshalb schon reichlich praktiziert. Dass Straßen blockiert werden und SUV-Fahrer und diese  gleichzeitig verhöhnt werden, dass Fahrzeuge der Oberklasse beschmiert und zerstört werden und der Schaden für Händler und Fahrer so in die Hundertausende geht, wird aber in den ÖR-Medien nicht thematisiert. Allein es fehlt der, der sich gewaltsam dagegen wehrt. Der natürliche Gegner wären die Gelbwesten, doch bis auf ein paar sporadische Aktionen nach den Dieselfahrverboten sind sie nicht in Erscheinung getreten.

Was würde ich tun, um endlich für die passenden Bilder zu sorgen? Genau das, was Altmeier und die Medien gerade machen. In der Auto- und der Autozulieferindustrie und im Maschinenbau brechen die Aufträge weg, jede Woche hört man von Kurzarbeit, Entlassungen und Werksschließungen. Was früher die erste Schlagzeile in der tagesschau gewesen ist, wird heute totgeschwiegen und ein Altmeier darf zusätzlich behaupten, die deutsche Wirtschaft wäre „robust“. Wird man den wirtschaftlichen Einbruch und die ganzen Betroffenen, die vor ihrem finanziellen Ruin stehen, weiterhin völlig ignorieren und weiterhin die angebliche Klimakatastrophe nutzen, die Bürger noch mehr zu schröpfen, dann wird auch deren Mut steigen, sich auf der Straße bemerkbar zu machen; und sie werden gelbe Westen tragen. Man kann sicher sein, dass diese Bewegung in kürzester Zeit zehntausende auf die Straße bringt. Und dann hat man sie, wo man sie haben will.

Es steht auf der einen Seite eine religiöse Bewegung, der man permanent einredet, sie wären das fleischgewordene gute Weltgewissen, die zu allen Mitteln befugt ist, der Welt das Heil zu bringen. Deren gutmenschlichen Mitglieder in der ersten Reihe sind aber überwiegend Kinder und Jugendliche, die sich zwar vielleicht nach einem Märtyrer-Tod fürs Klima sehnen, aber von denen nicht wirklich eine Gefahr ausgeht. Eingehegt steht aber die ANTIFA, die schon beim G20 bewiesen hat, wozu sie fähig ist.

Auf der anderen Seite stehen zwar auch nur Familienväter und Facharbeiter, die ihren Ärger friedlich Luft machen wollen, doch auch hier wird man die Gelbwesten so mit Gewalttätern und Provokateuren aufpeppen wie in Frankreich, um die Lage eskalieren zu lassen, um die Gelbwesten zu diskreditieren. Gelbwesten und Fridays for Future bilden nur die Staffage, um die gewünschte Konfrontation zu inszenieren. Da ist es dann egal, wenn sich die Klimajünger aus religiöser Überzeugung auch mit Übergriffen beteiligen, denn Medien und Politik würden das so oder so gutheißen.

Ich finde dieses Szenario nicht so abwegig. FFF wäre längst tot, würden sie nicht mit Geldern gepampert, medial gehypt und die Teilnehmerzahl nicht durch die bunten Bündnisse und die linksextremistischen Wanderdemonstranten aufgeblasen. Sie sind nicht nur eine erschaffene Pseudozivilgesellschaft, mit der sich die Politik zu ihren öko-sozialistischen Eingriffen „nötigen“ lässt, sondern auch die Gruppe, an der sich der zu erwartende Protest dagegen reiben wird. Eine Art Blitzableiter, dass die Protestler nicht direkt vors Kanzleramt ziehen, und die nützlichen Idioten, wo man endlich ein gewaltsames Aufeinandertreffen zwischen den guten Linken und den bösen Rechten provozieren und eskalieren lassen kann. Ich habe mal gelesen, dass Greta dem Kampf gegen den Klimawandel inzwischen tot mehr dienen könnte als lebendig.

Mit dem Märtyrertod eines Klimajünger bei so einer Auseinandersetzung würden Fridays For Future endgültig in die Gemeinschaft der Heiligen aufgenommen und unser Staat hätte dann endlich die Rechtfertigung jegliche störende konservative Opposition auszuradieren. Danach wird man auch die Kinder-Kreuzzügler fürs Klima nicht mehr gebrauchen, schließlich sehen wir dann ohnehin nur mehr bunte Bündnisse auf der Straße, die einem Kanzler Habeck und seiner Klimapolitik huldigen. Sozusagen, mit einem Märtyrer-Tod in die Knechtschaft.

Sollte es dieses gewaltsame Aufeinandertreffen wirklich geben, dann muss die erste Frage sein: Cui bono?

 

 

7 Gedanken zu “Durch den Tod eines Märtyrers in die Knechtschaft?

  1. Ich bin da nicht ganz bei Herrn Murray und seiner religiösen Sinnstiftungsidee von FFF und Gutmenschentum, die er aktuell mit seinem Buch vertreibt. Ich glaube, dass Religionen an und für sich nicht einen „Sinn“ geben. Man muss schon seinen Sinn im Leben selbst entdecken. Wird man religiös wiedergeboren, wie man in Amerika sagt – oder wie wir das hier Europa nennen – hatte man eine Depression, dann ahnt man auch, dass Gott einen auf ein Gleis gesetzt hat. Das hat aber dann Gott gemacht und nicht der Glaube an ihn.

    Noch weniger macht das bei Klimarettung und Pseudonaziabwehr Sinn. Die Welt ist ja nicht gerade arm an echten Problemen.

    Liken

    1. Wann hat sich unsere Bundesregierung zum letzten Mal mit einem echten Problem beschäftigt oder mit Problemen, die sich allein durch ihre Entscheidungen erst ergeben? Ich habe ausschließlich die deutsche FFF im Blick; nur bei uns gibt es diese Kollektivhysterie.

      Liken

      1. Hier ist es am hysterischsten. Aber wie vor einigen Tagen schon mal erwähnt wurde Michael Knowles von Fox News als Gast über alle Sendungen gesperrt, weil er Linke dafür kritisierte ein behindertes Kind zur Interessensvertretung zu machen. Bei uns ist es nur schriller.

        Liken

  2. Echte Religionen sind Regelwerke fuer das Verhalten, welche aus Erfahrungswerten des Zusammenlebens entstanden sind. Aehnlich wie Gesetze, und die religioesen Regeln werden im Islam auch wie Gesetze verstanden.

    Mit der Aufklaerung wurden die absurden Interpretationen der Religion entmachtet. Die biblischen Weisheiten gingen damit leider auch unter, und das lag vor allem an den Kirchen, deren Abzockerei fuer alle ersichtlich und ekelhaft wurde. Und an dieser Abzockerei beteiligen die sich ja derzeit wieder, wie beim Migrationsgeschaeft und beim Klimageschaeft. Die Antwort auf cui bono legt die Korruption der Angelegenheit offen.

    Das ist also keine neue Religion, sondern eine Sekte oder Kirche, die, wie alle Sekten und Kirchen, nur dein Bestes wollen, naemlich dein Geld.

    Gefällt 2 Personen

  3. Ich finde das Szenario nicht so abwegig. Und die Einordnung von FFF als religiöse Bewegung noch weniger. Es hat so was von Ablaßhandel, Geißlersekte und Weltendeerwartung.

    Liken

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.