Die Kultur der totalitären Schamlosigkeit.

Viele moralische Standards sind im Westen weitgehend erodiert und es hängt weitgehend vom Alter und der Sozialisation ab, in wie weit jemand bei einer Handlung einen Standard übertreten sieht und sich schämt.

Norbert Elias hat 1939 in Über den Prozeß der Zivilisation das „Vorrücken der Schamschwelle“ als wesentliches Element der „Zivilisation“ seit dem Mittelalter zu einem soziologischen Schlüsselbegriff gemacht, indem er in der Scham ein wesentliches Kriterium für die Umwandlung von Fremd- in Selbstzwänge sah.

Natürlich ist es gut, dass man sich heute nicht mehr für Dinge schämen muss wie vor 50 oder 100 Jahren oder noch länger. Noch als ich in der Grundschule war, hatte ich eine Klosterschwester, die es als unzüchtig ansah, wenn die Mädchen im Sommer kurzärmlig herumliefen und die nackten Unterarme auf dem Tisch abstützen. Dann kam sie von der Seite, packte den Stoff des kurzärmligen Teiles an der Schulter, zog die Schulter dann Richtung Tischplatte (das Mädchen saß dann ganz verdreht auf dem Stuhl) und wischte diese mit dem kurzen Stoffärmel ab. Völlig bescheuert. Gut, dass wir diese Zeiten hinter uns haben.

Heute sind beinahe alle Schranken gefallen und so etwas wie ein Schamgefühl scheint bei vielen nicht mehr zu existieren. Heute lassen sich bei Love-Parades Leute an der Hundeleine auf allen Vieren im Ledertange durch die Straße führen. Das Schamgefühl ist tief in uns verwurzelt und wird schon Kindern im Namen einer angeblichen Freiheit aberzogen. In diesem Video strippen zwei Schwule vor Kindern in einem roten Tanga und man sieht an der Reaktion der Kinder, dass ihnen das voll peinlich ist, denn sie drehen sich teilweise weg und halten die Hände vors Gesicht. Ich halte sowas für Kindesmissbrauch und finde das Verhalten der beiden Männer in diesem Zusammenhang als schamlos und eklig. Ich finde es auch eklig, wenn man zur Hauptsendezeit in einem Krimi glaubt, man müsse jetzt zeigen, wenn zwei Schwule es miteinander treiben, und ich finde auch eklig, wenn zwei Schwule in der Öffentlichkeit herumschmusen. Deshalb finde ich es trotzdem gut, dass sie sich die Freiheit nehmen dürfen, ohne, dass sie dafür irgendwie bestraft würden und ich hoffe auch, dass das so bleibt. Ich finde es gut, dass heute sexuell jeder tun und lassen kann, was er will, sofern dabei kein Zwang oder Kinder im Spiel sind.

Wenn sich aber auf den Schmuddelsendern Männer mit Wampe und Tanga im Swingerclub interviewen lassen und erzählen, was sie dort treiben und wie toll das wäre, dann finde ich das trotzdem peinlich und muss mich wundern, dass sich jemand freiwillig so erniedrigen kann. Man ist aber inzwischen so viel gewohnt, dass ich vom Fremdschämen weit entfernt bin. Allerdings finde ich es ziemlich heuchlerisch, wenn sich die guten Toleranten darüber aufregen, wenn eine Frau in der Bierwerbung Oberweite zeigt, während man Pussi Riot und andere Feministinnen dafür feiert, wenn sie barbusig auf Bühnen oder in Kirchen stürmen oder Männer zur Feier des Tages Kindern am Straßenrand ihren Schwanz ins Gesicht halten. Auf der einen Seite volle Prüderie, auf der anderen Seite schamlos wie Tiere.

Früher gab es ja so eine Art kollektives Schamgefühl sozusagen als Kitt der Gemeinschaft oder gar eines Volkes. Heute ist der Westen so zerbröselt, dass, ob etwas beschämend ist, weitgehend davon abhängt, wo man sich aufhält. Sind wir einigermaßen aufgeschlossen, akzeptieren wir das im Westen als Teil der Freiheit, sodass wir höchstens noch beschämt sind, wenn jemand in der eigenen Familie oder im Freundeskreis etwas tut, das wir selbst als beschämend finden, denn es fällt in gewisser Weise auf uns zurück:

„Regelverletzungen führen zu einer Beschämung des Individuums und der Gemeinschaft – und wenn der Zustand andauert, zur Schande.“ (hier)

Schön zu sehen, wenn Dinge, die im christlich geprägten Westen gang und gäbe sind, woanders mit einem Ehrenmord geahndet werden.

Ja, da sind wir in unserer Kultur ja gut dran, dass man durch die neomarxisitische Zerstörung des althergebrachten Schamgefühls anscheinend ein ultimativ freies Individuum geschaffen hat, das keinerlei Fremdzwang mehr unterliegt und seine individuellen Maßstäbe absolut setzen darf. Dabei hat man nur ein neues Programm auf die Festplatte gespielt in Form der Political Correctness. Die ganze Brut, die das natürliche Schamgefühl zerstört hat, gibt sich heute angewidert und beschämt, wenn jemand nur das Wort „Mutterglück“ oder „Heimat“ in den Mund nimmt. Es sind genau die, die uns seit Jahrzehnten Schuld und Schamgefühl wegen des NationalSOZIALISMUS einpflanzen, aber genau die Elite bilden, die wirklich nichts daraus gelernt hat. In ihrem Namen tritt Deutschland im Ausland als arroganter Rechthaber auf und belehrt andere Länder darin, was moralisch und demokratisch sei. Man ist jedes Mal peinlich berührt, wenn Heiko Maas nur den Mund aufmacht und schämt sich inzwischen, wenn man im Ausland als Deutscher erkannt wird, und zwar, weil deren Verhalten so wie oben beschrieben auf uns zurückfällt. Man ist beschämt, dabei ist das so wie ich es erfahren habe, in den ehemaligen Ostblockländern nicht notwendig, weil die noch wissen, dass, wenn in ihren Ländern die Kommunisten bei Wahlen 100% Zustimmung bekamen, nicht bedeutete, dass das Land ausschließlich aus Kommunisten bestand. Die anderen europäischen Länder nehmen uns das wesentlich übler. Die ganze Hetze Deutschlands gegenüber anderen Ländern ist aber so durchschaubar, dass deren Politik vielleicht nicht so sehr die Ursache von Schamlosigkeit ist, sondern einfach nur von Arroganz, Inkompetenz und Dummheit.

Jede Meldung, die wir täglich hören, verarbeiten wir kognitiv und, ob wir wollen oder nicht, werden auch unsere Emotionen berührt. Wir freuen uns, lachen, ärgern uns, sind darüber gelangweilt oder überrascht oder schütteln den Kopf.

Überprüfen Sie mal, welches Gefühl sie bei der folgenden Meldung haben bzw. hatten, wenn sie sie schon kennen. Die Bio-Waren-Kette BioMare machte einen Aushang, dass sie die Waren der Firma Spreewalder Hirsemühle nicht mehr anbieten wird, weil sie deren Vorstellung von Nachhaltigkeit widerspricht, denn der Besitzer ist Mitglied der AfD und besetzt dort ein Amt. Inzwischen haben sich auch andere Handelsketten dem Boykott angeschlossen.

Ich war nicht sauer oder habe mich geärgert, sondern ich habe mich richtig geschämt. Leute, die anderen aus Neid oder moralischer Überheblichkeit schaden wollen, führen ihre Intrigen ja deshalb heimlich aus, weil sie selbst darüber beschämt sind, weil sie die Lebensleistung eines Menschen missachten oder ihr Schaden zufügen. Deshalb soll es geheim bleiben, wer für den Schaden verantwortlich ist, und deshalb zählt Neid als Auslöser für so eine Tat ja selbst schon als unmoralisch. Dass dazu auch moralische Überheblichkeit zählt, habe ich erfahren, als ich in der 5.Klasse war. Ende der Pause war in der Klasse eine ziemliche Unruhe  und ein unübersichtliches Gerangel nähe der offenen Tür. Ein Lehrer, der zufällig vorbeikam, machte uns kurz zur Schnecke und gab dem ersten, den er von der Gruppe an der Tür zu fassen bekam, eine Strafarbeit. Nun war der aber eher ein Opfer der anderen und deshalb kamen da zwei oder drei Mädels gelaufen, die sagten, sie gehen jetzt zum Direktor und beschweren sich über den Lehrer. Wie die weg waren saß die ganze Klasse ganz still. Plötzlich kam eine Lehrerin herein, eine kleine resolute, die war damals etwa 60 Jahre. „Aufstehen! Niedersetzen! Aufstehen! Niedersetzen! Aufstehen! Niedersetzen!“ Natürlich folgten wir wie die Soldaten und, als wir dann saßen, hat sie uns richtig zur Sau gemacht. Was uns einfallen würde, erst Randale zu machen und dann wegen einer Minimalverfehlung eines Lehrers durch ein Missverständnis gleich zum Direktor zu rennen und sich zu beschweren und es nicht zu versuchen, es anders zu klären, und so womöglich seine berufliche Karriere zerstören. Der hätte Frau und Kinder und baut ein Haus und jetzt spielen wir uns ohne Rücksicht darauf als Moralapostel auf. Wir hätten noch nichts geleistet und sollten froh sein, hier zu sein, und sollten uns schämen, ihm derart an den Karren zu fahren. Ihr Auftritt war so beindruckend und nachhaltig, dass ich es heute nach 40 Jahren noch weiß. Ja, da haben wir uns dann alle geschämt.

Regelverletzungen führen zu einer Beschämung des Individuums und der Gemeinschaft – und wenn der Zustand andauert, zur Schande“, habe ich oben zitiert. Da haben sie den Deutschen über 70 Jahre Bilder unter die Nase gehalten, wo man sieht wie jüdische Geschäfte mit dem Judenstern markiert wurden und dann martialisch irgendein Braunhemd davorstand. Vielleicht noch zwei oder drei geifernde Passanten. Man sieht aber, dass die meisten Leute schweigend und beschämt mit gesenktem Kopf vorbeigehen. Auch, wenn sie nicht mitmachen, sind sie beschämt, weil dieses Verhalten wie gesagt auf ihre Gemeinschaft bzw. Volk zurückfiel.

Deshalb sind wir auch über das Verhalten des Bioladenbesitzers beschämt. Es ist beschämend, dass es weder in den Medien noch in der Politik einen Aufschrei dagegen gab. Ganz im Gegenteil, das ist die neue Moral. Man würde die Gemeinschaft heute beschämen, würde man die Waren eines politisch Aussätzigen annehmen. Früher gab es auch so politische Chefideologen, die in so einem Fall auch den Lieferanten loswerden wollten, weil er politisch anders dachte. Da hat man wenigstens was vorgeschoben – passt nicht mehr ins Sortiment oder so -, andernfalls hätte man ihm wirklich die Bilder von den boykottierten jüdischen Geschäften unter die Nase gehalten. Diese Art jetzige Moral ist nicht irgendein persönlicher Splin wie bei den ganzen professionellen Dauerbestürzten, sondern eine allseits akzeptierte moralische Konvention und die wird jetzt genauso totalitär gehandhabt wie unter der christlichen Kirche des Mittelalters, dem Islam oder dem Nationalsozialismus. Viele sind schon so hirngewaschen, dass sie echt beschämt wären, hätte der Müslifuzzi seinen Lieferanten nicht in die Wüste geschickt. Wer seine Hypermoral öffentlich so hinausposaunen kann, der muss sich völlig sicher sein, dass sein Handeln wirklich in jedem (relevanten) Winkel Deutschlands Konsens ist. Dazu gehört es auch, „Klimaleugner“ und die Kritiker von Gender und Multikulti so zu behandeln. Dabei ist das ganze Klimatralala, Gender und, dass wir zum Überleben Millionen an Arabern im Land bräuchten, völliger Bullshit.

Genauso ist man damals in der Sowjetunion vorgegangen. In diesem kurzen Video ist es gegen Ende im Detail erklärt. Obwohl jeder gesehen hat, dass der Kommunismus einfach nicht funktioniert, zu Armut, Hunger und Rückständigkeit führt, wurde einem permanent das Gegenteil eingebläut. Die Kritiker hat man nach Stalins Zeiten eher zermürbt, sozial isoliert und ausgegrenzt als umgebracht. Denen wurde so lange erzählt, dass sie falsch liegen, auch, wenn Dinge offensichtlich waren, mit der Begründung, dass ja alle sagen, dass der Kommunismus furchtbar toll läuft. Irgendwann haben die einen an der Waffel bekommen, insbesondere, wenn man ihnen ohnehin schon gesagt hat, dass sie psychisch krank sein müssen, sich mit ihrer Meinung gegen die kommunistische Mehrheit zu stellen. Genau das haben wir heute bei uns. Immer wieder liest man Artikel darüber, dass sich Psychologen über Rechtspopulisten und Klimaleugner Gedanken machen und welche psychischen Probleme dahinterstecken könnten, dass sie nicht wie die Mehrheit an den Klimawandel glauben. Wissenschaft, in der Form wie ich sie kenne, verschwindet allmählich. Es ist alles „wahr“ und richtig, was dem moralischen Konsens entspricht, und man braucht sich auch an kein Recht mehr halten, wenn es um die gute Sache geht. Die Beispiele spare ich mir jetzt, denn jede Demo oder Partei, die gegen diesen Irrsinn aufbegehrt, kann ein Lied davon singen.

Moralische Werte sind nicht festgeschrieben, sie werden aufgrund von Konventionen eingehalten. Die Indoktrination und Propaganda der letzten 20 Jahre haben dafür gesorgt, dass unser Zusammenleben hier völlig auf den Kopf gestellt wurde. Jeder, der die Zeit davor noch erlebt hat, weiß das. Wenn ein Land erst Mal in einen derartigen moralischen Totalitarismus versunken ist wie das unsrige, dann ist die Sache eigentlich gegessen. Da kommt man mit Argumenten nicht mehr durch. Man kann höchstens noch darauf hinwirken, dass nicht auch noch der Rest der eigenen Familie einem derartigen Dachschaden verfällt.

 

5 Gedanken zu “Die Kultur der totalitären Schamlosigkeit.

    1. Ja, in meiner Blase habe ich fast vergessen, dass man inzwischen diverse Schamlosigkeiten eingeführt haben. Allerdings schämen sich da nur die Neuprogrammierten.

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  1. Die Scham hat sich auf irrelevante Nebengleise verdrückt. Gesunde Scham hingegen ist ein Zeichen von Intelligenz. Schamlosigkeit hat demzufolge auch nichts mit Freiheit zu tun, sondern viel mit fehlendem Anstand und fehlgeleitetem Narzissmus. Die heutige Schamlosigkeit ist tatsächlich zum Fremdschämen.

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  2. Den Linken, den Gutmenschen liegt das
    „kauft nicht bei Juden“ halt im Blut.
    Die waren und sind heute wieder die besseren Nazis. Respekt

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