Mit zertifizierter Dummheit zum Experten.

Früher hieß es als Politiker, man sollte dem Volk aufs Maul schauen. Das war nicht nur wichtig, um die Themen, die dem Volk unter den Nägeln brennen, zu identifizieren, sondern, weil die Bürger vor Ort und Leute, die eine entsprechende Qualifikation oder Tätigkeit hatten, am ehesten eine realistische Einschätzung über gegenwärtige Zustände oder die Auswirkung politischer Entscheidungen geben konnten. Heute werden die Bürger gleichsam als völlig unmündig wahrgenommen. Nicht nur von Politikern mit Nullqualifikation, sondern auch von graduierten Schwätzern aus den Geisteswissenschaften, die in den Medien dann als Experten auftreten. Nicht jeder hat Bürger Laie die Qualifikation oder kann sich Wissen privat aneignen, dass er überall mit Substanz mitreden kann, doch oft hat man allein aus seinen Erfahrungen das richtige Bauchgefühl. Doch es wird uns von sogenannten Experten eingeredet, wir hätten keine Ahnung, auch, wenn jeder mit einer abgeschlossenen Lehre schon mehr Hirn bewiesen hat, als ein nicht unerheblicher Teil der Abgeordneten im Bundestag.

Mich stört ja schon lange der Belehrton in den MS-Medien wie von einem Harald Lesch oder in der Sendung „Wissen vor acht“. Die sollten sich mal ein Beispiel an den Sachgeschichten und der Sendung mit der Maus nehmen. Da fühlt man sich sogar als Erwachsener ernst genommen. Jemand, der sich als Laie weitergebildet hat, egal welches Niveau er erreicht hat, das Wissen ist nichts wert, solange es nicht „zertifiziert“ ist, was auch eine Autorin beklagt, die einen wirklich guten Artikel auf EIKE geschrieben hat.

Es ist ein trauriger Kommentar hinsichtlich des Zustandes unserer Gesellschaft, dass Thunbergs auf falschen Informationen beruhenden Meinungen eine derartig hohe Aufmerksamkeit auf der Weltbühne zuteil wird. Ironischerweise werde ich unentwegt von progressiven Aktivisten beschimpft, weil ich es wage, über den Klimawandel zu sprechen, obwohl ich kein „Klima-Wissenschaftler“ bin oder noch nie etwas zum Thema Klima in der begutachteten Literatur veröffentlicht habe

Wer sich den Zustand an US-Unis ansieht und den deutschen Geisteswissenschaften, der kann da mit einem Abschluss aber wirklich nicht mehr angeben. Für den gebildeten Laien ist es umso schwerer, Personen im eigenen Umfeld zu überzeugen, denn der Prophet gilt im eigenen Land nichts. Da findet man eher bei einer Zugfahrt wildfremde Leute, die sich überzeugen lassen. Man kann auf der anderen Seite auch noch so viel „Wissen“ angesammelt haben, doch bei der Menge an widerstreitenden Belegen und Positionen kann man es oft nicht „verifizieren“. Ich finde, dass man schon auf einem guten Weg ist, wenn man mehr Fragen als Antworten hat, denn dann weiß man wenigstens, wo man suchen muss. Das gilt vor allem dann, wenn uns der Mainstream Tatsachen verkaufen will.

Dies ist schon an diesem Video zu sehen zu einem Bild zum Klimawandel, wo der Wandel Daten in Form von Schaubildern belegt ist. Alles ganz eingängig, belegt und in dem Sinne auch nicht falsch. Der Autor stellt aber die entscheidende Frage, warum alle Daten zum Klimawandel zu einem unterschiedlichem Zeitpunkt, also Jahr, beginnen. Geht man nämlich so weit zurück wie Daten bekannt sind, dann zerbröseln die angeblichen Hinweise auf die Apokalypse sehr schnell. Und, weil das so ist, haben sich die „Experten“ in eine Art Reinraum zurückgezogen, wo sie nur ihr eigenes Echo hören und sich auferlegt haben, mit niemandem anderen zu sprechen als mit den eigenen Sektenmitglieden. Die Verbindung nach draußen stellen die linksgrünen Zwangsmedien her, die dann noch die passenden Bilder zu dem Gelaber bringen.

Natürlich wird mit zweierlei Maß gemessen, wenn es darum geht, wer Experte genannt werden darf. Die Mitglieder von Fridays for Science sind Experten für das Klima, auch wenn viel nur Experten für mittelalterliche Literatur, Gendertralala oder Zahnprothesen sind. Fridays for Parents sind auch Experten fürs Klima, allerdings wäre das so, als würde sich jeder, der in Oberpfaffenhofen wohnt, für einen Raumfahrtexperten halten. Kinder sprechen immer die Wahrheit -Kindermund tut Wahrheit kund- und sind somit per se Experten für alles. Einem Verein wie EIKE, der aus mehreren Wissenschaftlern vom Fach besteht, hat es da trotzdem schwer; schließlich ist es ja nur ein privater Verein, der nicht den Segen bekommen hat und, obwohl die Leute entsprechende Ahnung von ihrem Gebiet haben, reicht es bei weitem nicht, einer durchgeknallten 16-jährigen, die CO2 sogar sehen kann, das Wasser zu reichen. Dabei ist kindliche Neugier der Antrieb sich Wissen anzueignen, während sich Erwachsene lieber mit Halbwissen begnügen. Jeder fühlt sich berufen zur Atomkraft eine Meinung zu haben, nur weil es in der Schule mal ein paar Stunden behandelt wurde. Wir reden aus dem gleichen Grund mit bei sterbenden Eisbären, Regenwäldern oder Energiewende und ein Defizit fällt den meisten nicht auf, weil Politiker und Medien auf dem gleichen Niveau weitreichender Ahnungslosigkeit und gefährlichem Halbwissen agieren. Da ist man dann überall auf Augenhöhe, sogar Grundschüler bei Fridays for Future können da mitreden. Das ist natürlich für die frustrierend, die sich privat in ein Thema einlesen oder schon beruflich mit einem Gebiet zu tun haben und dann trotzdem sofort als unqualifiziert abgebügelt werden, wenn sie zu einem Thema gewichtige Gegenargumente haben.

Mit der Zeit denkt man wirklich man hat selbst einen an der Waffel, wenn in „Expertenrunden“ zum Beispiel über den Kohleausstieg und die angestrebten 100% Erneuerbaren geredet wird, und dann Grundlast überhaupt keine Rolle spielt. Spätestens, wenn jenseits des physikalisch und technisch Machbaren nach Lösungen gesucht wird, dann kann man sich das ganze Gequatsche und auch die privaten Diskussionen darüber sparen. Wenn man bedenkt, dass es hier noch um unbestechliches Wissen aus der Mathematik und Physik ginge und schon ein dermaßen Schwachsinn verzapft wird, dann kann man sich vorstellen, welcher Blödsinn in den Geisteswissenschaften in Umlauf ist. Dabei sind manche sogar noch stolz darauf, wenn sie keine Ahnung von Mathematik haben.

Die Inflation von Abiturabschlüssen, die noch dazu eine Inflation von Einserabschlüssen mit sich brachte, hat dazu geführt, dass viele junge Leute deshalb auf Erwachsene herabschauen und jetzt meinen, sie hätten die Weisheit mit dem Löffel gefressen. Das stelle ich auch in meinem Umfeld fest.

Es herrscht dazu eine völlige Obrigkeitshörigkeit gegen irgendwelche Dödel in den ÖR-Medien, die dort als „Experte“ oder besonders kompetent deklariert werden. Es kommt aber keiner drauf, dass die alle auch nur mit Wasser kochen. Wenn jemand sagt, wir können aus Kohle- und Atomstrom aussteigen und gleichzeitig Millionen Elektroautos auf die Straße bringen, dann ist so jemand hohl wie Brot. Wenn jemand sagt, wir könnten Strom im Netz speichern, oder nicht mal ansatzweise weiß, was es mit der Pendlerpauschale auf sich hat und darauf ganz selbstbewusst seine Argumentation aufbaut, dann erübrigt sich jede Diskussion.

Man buttert Abermillionen in politische Stiftungen, damit deren „Experten“ Untersuchungen liefern, diese aber nicht in der Lage sind Korrelation und Kausalität auseinanderzuhalten. Trotzdem werden deren Ergebnisse in allen Nachrichtensendungen und Magazinen breitgewalz, dabei hat man die Untersuchung selbst nicht gelesen, sondern höchstens die halbe Seite Kurzzusammenfassung. Dabei genügte oft Laienwissen und gesunder Menschenverstand, dass die Macher meist schon keine Ahnung von den Methoden der Sozialforschung haben. Überwiegend handelt es sich um sinnfreies Gelaber, das mit ein paar bunten Graphiken aufgepeppt wurde, und die Schlussfolgerungen, die sie daraus ziehen, sind meist einfach herbeiphantasiert, so dass sie in deren links-grün-ideologischen Weltbild passen.

Für jemanden der neugierig ist und sich das bis ins Erwachsenenalter erhalten hat, für den ist das Internet ein Paradies. Ich denke, junge Leute schätzen es einfach gering, dass sie innerhalb von Sekunden Informationen besorgen können über die abwegigsten Dinge, wo man früher eine ganze Woche brauchte und schon überlegte, ob es das wert sei. Da malen sie Plakate mit sterbenden Eisbären und untergehenden Inseln, sind aber nicht in der Lage einfach mal auf Wikipedia einen Artikel über Eisbären oder Tuvalu zu lesen. Spätestens dann müsste es ihnen dämmern, dass das völliger Humbug ist.

Heute zählen weder Wissen, noch handwerkliche oder musische Meisterschaft, sondern was zählt, ist die richtige Haltung. Wenn es der guten Sache dient, darf es ruhig Dummheit oder Halbwissen sein, das uns ans Ziel bringt. Fällt aber nicht auf, weil es ja durch die Medien und das Abitur für Analphabeten zertifiziert ist und man glaubt lieber den „Autoritäten“, als sich Wissen selbst anzueignen. Ich habe Leute kennengelernt, die mich ganz arrogant weggebügelt haben, im Grunde aber nur deren vorverdauten Kram nachgeplappert haben.

Es soll der Eindruck entstehen, dass alles, was wir an technischer Infrastruktur im Bereich der Stromversorgung haben, einfach so vom Himmel fällt und wir das nach Belieben in die richtige Form kneten könnten. Deshalb fühlt sich jeder berufen, da mitzureden und, wenn sich dann doch mal einer zum Beispiel über die Netzfrequenz informiert oder das Stromnetz, dann wird er feststellen, dass das über das Niveau einer elektrischen Modelleisenbahn hinausgeht und sich trotzdem denken: Die Svenja Schulze muss ja hochintelligent sein, dass sie das bei der Energiewende alles miteinberechnet. Wenn es darum geht, sind die alle hohl wie Sägemehl,

Von der Leyen hat sogar noch Unmengen an Beratern engagiert und es ist trotzdem nur verbrannte Erde von der Bundeswehr übriggeblieben.

Deutschland hat seinen Zenit längst überschritten. Heute bildet man Arbeitsgruppen in der Hoffnung, dass wenigstens einer ein bisschen Ahnung hat, obwohl es heute schon wichtiger ist, ob auch wirklich alle ideologisch linientreu sind. Die Ergebnisse sind dem entsprechend. Wer mal eine sachliche Anfrage an das Umweltministerium stellt, der wird feststellen, dass da Volllaien sitzen, die nur nachplappern, was ohnehin auf ihrer Seite steht. Denen fällt gar nicht auf, dass es da technische Probleme geben könnte.

Warum züchtet jemand zum Spaß Tauben. Warum spielt jemand Klavier oder Geige oder pflanzt sich Blumen- und Gemüsebeete? Warum will ich etwas über Stromnetze, Strahlungstheorien und Gentechnik wissen, genauso wie über die Lebensweise im Mittelalter, über Schiffbau und essbare Wildpflanzen? Weil ich neugierig bin, es Spaß macht und aus sich selbst sinnvoll ist, etwas darüber zu wissen.

Wer sich schon gut fühlt und nur dann, wenn ihm jemand für die richtige Haltung auf die Schulter klopft oder trotz Dummheit zertifizieren lässt, sich Experte nennen zu dürfen, der ist echt arm dran.

 

7 Gedanken zu “Mit zertifizierter Dummheit zum Experten.

  1. Mein Goldstandart ist Maggie Thatcher. Die Frau hatte einen Oxford-Abschluss in Chemie und war einfach fit im Hirn. Die hätte nie gesagt, etwas ist so, weil ich Expertin bin. Sie hat auch nie auf Experten verwiesen. Sie hätte ja auch auf Hayek und Friedman verweisen können, um ihre ökonomischen Prämissen zum Gral der Wahrheit zu erklären. Stattdessen sagte sie einfach, dass das Geld mit Waren und Services gedeckt sein muss. Dann erklärte sie, wie sie der Inflation an den Kragen gehen will. Die ganze Nation folgte ihr. Das Pfund war unter ihr die stabilste Währung der Welt. Die Steuern wurden von teilweise über 90% des Einkommens auf normales Maß gesenkt, Schulden zurückbezahlt (kein Scheiß) und die anderen ökonomischen Variablen wie Arbeitslosenquote und Einkommenssteigerungen verliefen überraschend normal weiter.

    Man kann eben erklären oder behaupten, Experten wären eh der gleichen Meinung. Man muss sich entscheiden.

    Fay Weldon’s Buch „Chelcot Crescent“, das eine Ökodiktatur vorhersah, führt dieses Expertengetue auch brilliant vor.

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    1. Besonders stolz war Thatcher übrigens über den offenen Brief von hundert sonstwas Wirtschaftswissenschaftlern, die ihr vorwarfen, die britische Ökonomie in den Boden zu rammen. Zum Teufel mit denen.

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  2. Ja, am Großen Arber hat es gestern zum ersten Mal für diesen Winter geschneit. Das PIK- Klimasektenzentrum dürfte jetzt auch Kurzarbeit anmelden bis sie das nächste Mal die Möglichkeit bekommen, in den Medien ihre Untergangsstorys zu verbreiten

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    1. Falsch. Das ist zu kalt. Daran sieht man doch glasklar die Klimakrise. Der Schellnhuber muss jetzt nur noch schnell sein Buch aus dem Verkehr ziehen, selbstverbrennung. Mal wieder gelacht.

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  3. Naja, bei der von den Guten(TM) vorgeschlagenen Energie-, Industrie-, und Migrationspolitik sind Kenntnisse im mittelalterlichen Leben gar nicht so verkehrt. Die Goldene Bulle von 1365 zB garantiert dem Kaiser ein Bett aus Stroh.

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