Klimajugend und der Schuss ins eigene Knie.

Seit mehreren Monaten, und in den letzten Wochen verstärkt, geht die Jugend auf die Straße und fordert, dass wir unseren Lebensstandard senken müssten, um das Klima zu retten. Laut Extinction Rebellion müssten sonst in den nächsten Jahren Millionen sterben, allerdings, wenn man genauer nachfragt, löst sich das alles in Spekulationen und heiße Luft auf. Irgendwo bin ich heute auf eine Überschrift gestoßen: Wie sie zuhause etwas gegen den Klimawandel tun können; weiß nicht mehr wo, denn solche Artikel würde ich als letztes lesen. Dennoch soll es Kinder geben, die ihre Eltern an den Pranger stellen, wenn sie kein Wohlverhalten zeigen, Wochenende den Grill anwerfen, dazu auch noch Fleisch auflegen oder kein Biogemüse einkaufen. Die anderen Forderungen sind dann schon allgemeiner gehalten; Auto mit Verbrennungsmotor abschaffen, wir sollen weniger fliegen, wir sollen weniger Plastik verbrauchen, wir sollen aus Kohle und Atomstrom aussteigen und wir sollen nur noch Nullenergiehäuser mit Solar auf dem Dach bauen. Man kann es ihnen nicht vorwerfen, denn von Geburt an haben sie ihr Leben so eingerichtet, dass alle Annehmlichkeiten jederzeit verfügbar waren. Warme Bude, täglich Duschen, voller Kühlschrank, Internet und Smartphone, Funktionskleidung und ein Hol- und Bringservice auch für die kürzesten Strecken. Und, wenn man älter war, natürlich Urlaub mit Freunden, in entfernte Länder, die man unbedingt mal kennenlernen wollte. Ihr Leben war zu keiner Zeit anders, sodass diese Dinge als Selbstverständlichkeiten und als lebenswichtig angesehen werden, sodass bei ihrem persönlichem Klimakampf natürlich nichts übrigbleibt, wo sie Abstriche machen könnten. Deshalb fordern sie ja immer die Allgemeinheit und die Politik auf etwas zu ändern, alles umzubauen, dass am Ende trotzdem alle Annehmlichkeiten erhalten bleiben. Sie können sich nicht vorstellen, dass es jemals anders war, bzw. anders sein könnte.

Wenn man älter ist, denkt man natürlich auch so, allerdings, wenn man über 50 ist, dann hat man auch das Zeitalter kennengelernt vor Farbfernsehen, Computer, Zentralheizung und Handy bzw. Telefon. Und das bildet dann den Maßstab und war für jede Verbesserung dankbar oder hat sogar revolutionäre Veränderungen erlebt, wo man fast demütig ist, dass man das erleben durfte bzw. darf.

Nun habe ich seit Wochen Internet im Schneckentempo und seit einer Woche immer Komplettausfälle von Internet und Telefon. Heute Mittag war es wieder Mal so weit und zufällig machte sich einer von der Telekom an dem Schaltkasten vorm Haus zu  schaffen. Weil ich zufällig draußen war, fragte ich, ob er etwa schaut, dass Internet und Telefon wieder funktionieren. Anscheinend haben mehrere in der Straße das Problem und er hat festgestellt, dass ein Bauteil ziemlich seltsame Geräusche macht und fragte mich dann, ob ich denn auch betroffen wäre, was ich bejahte. Er meinte, ich müsse mich unbedingt beschweren, schließlich zahle ich monatlich Gebühren und ließ sich dann ziemlich über seinen Arbeitgeber, die Telekom, aus. (Übrigens auch gleich über die Politik in Deutschland) Er wäre Telekom-Technik und könne das jetzt nicht beheben, weil da wäre Telekom-Service zuständig, die müsse dann er wieder rufen. Irgendwann kommende Woche sollte das gemacht werden.

Nun ist mir nachher eingefallen, dass wir ja angeblich im Ort schnelles Internet haben, allerdings habe ich nie erwartet, dass dann der Aufbau einer Seite kürzer dauert als fünf Sekunden oder ich ein Video ohne Unterbrechung funktioniert oder, dass das wirklich sieben Tage für 24 Stunden funktioniert. Als ich den Beginn von Computer und Internet mitbekommen habe, musste man wirklich Freunde haben, die dann in die Innereien des Computers vordringen konnten, damit am Ende alles wenigsten einigermaßen funktioniert. An schnell oder problemlos hat da gar keiner gedacht. Da schätzt man es ganz anders, wenn alles reibungslos funktioniert und man Empfang hat. Das war nämlich eher die Ausnahme als die Regel.

Und das war auch mit anderen Dingen so. Ich kannte Schlafzimmer nur als Ort, der unbeheizt war und in einem kalten Winter die Werte immer einstellig war. Ich war unterm Dach und ich konnte am Morgen dann auf dem weißen Bettbezug den Reif in der Morgensonne glitzern sehen. Ich kann mich erinnern, dass ich als Kind mit den Händen ganz fasziniert auf dem Eis an der Wand neben meinem Bett herumgefahren bin. In der Nacht hörte ich einen Vater wie er im Stiegenhaus mit dem Bunsenbrenner die Wasserleitung erwärmte, damit sie vom Eis nicht platzen. Da gäbe es jetzt in Sachen Telefon, Essen, Duschen und Freizeitbeschäftigung noch einiges zu erzählen. Weil ich trotzdem eine glückliche Kindheit hatte, ist das ungefähr mein Maßstab, an dem ich die jetzigen Annehmlichkeiten messe. Und wer selber Kinder oder Enkel hat, der gönnt es ihnen.

Was aber übersehen wird, dass wir auch eins und eins zusammenzählen konnten. Wenn wir am Badetag im Schaumbad saßen und das alle tun, dann sah der heimische Fluss notwendigerweise wie eine Kloake aus. Wenn wir Auto fahren, um schnell wohin zu kommen, dann stinkt es; und wo viele Autos sind, da stinkt es besonders. Und, wenn wir Müll in die Tonne warfen, war klar, dass irgendwo am Ortsrand ein großer Haufen Müll war. Irgendwann war letzteres alles weg, und die Annehmlichkeiten blieben trotzdem. Die Jungspunde in Deutschland, die heute gegen die Älteren auf die Straße gehen, übersehen, dass die Folgen ihrer Annehmlichkeiten in 90% der Länder noch sichtbar sind als Smog, Deponien und Kloaken. Die ganzen esoterischen Klimazirkel, die die Straßen unsicher machen, raffen nicht mal das. Ich kann mich nicht erinnern, dass nach einer PEGIDA-Demo das Gelände so vermüllt gewesen wäre, dass man extra einen Entsorgungstrupp zur Verfügung stellen musste, wie bei den ganzen, ach so umweltbewussten Weltenrettern.

Früher hieß es: Lehrjahre sind keine Herrenjahre; und Studienjahre meist auch nicht. Man musste erst Mal beweisen, dass man auf eigenen beinen stehen kann, bevor man erwachsenen Leuten an den Karren fahren konnte. Damit sich der einäugige Blinde nicht einbilden konnte, deshalb könnte er mitreden, schickte man die Gesellen auf die Walz.

 Erst nach Beendigung der Wanderschaft und einer weiteren mehrjährigen Arbeitszeit, den sogenannten Mutjahren in einer Werkstatt am Ort der Antragstellung, bestand die Möglichkeit, sich zum Meisterstück anzumelden. An die Erlangung der Meisterschaft war das Niederlassungsrecht gebunden und damit die Eintragung als Bürger in das Bürgerbuch der Stadt. (wiki)

Da kann man im Gegensatz zu heute wirklich von „Mutjahren“ sprechen, als man mit 16 oder 17 in die Welt hinausgeschickt wurde, mit der Vorgabe, schlauer zurückzukommen als zuvor und es sich verdient zu haben, am Schicksal der Gemeinde als Bürger mitzureden. Und auch die, die man zum Studium schickte, konnten dann nicht einfach ein Lotterleben führen, schließlich investierte man in die. Ehemalige Lehrer, der Pfarrer und der Vater hatten da ein Auge darauf. Heute bestehen die „Mutjahre“ darin, dass man während der Schul- und Studienjahre unter staatlicher Aufsicht Haltung zeigt, um sich die Karriere nicht zu verbauen. Durch den finanziellen Hintergrund der Eltern und BaFög entsteht der Eindruck, dass die ganzen Annehmlichkeiten zur Grundausstattung gehören. Nach der Schulzeit im Elternhaus gehörte es früher dazu, dass man da erst mal einen „Wohlstandsknick“ hatte, damit man erstmal lernte, was entbehrlich oder unentbehrlich ist. Wer das nicht lernt, für den gehören das biologisch angebaute Dreikornmüsli zum Frühstück und Navi und Freisprechanlage im ersten Auto natürlich zu den unentbehrlichen Dingen, die ohne eigenes Zutun so einfach da sind.

Und genau die ganzen Umweltschreihälse, die so gepolt sind und den heutigen Ökosozialisten und der Politiknachfolgen, die das Geld mit der Gießkanne nach dem guten Gefühl ausgießen, setzen dann den Rasenmäher ein, um den Konsum und die Energieproduktion zurückzufahren, und regulieren und verbieten, damit die Bürger planwirtschaftlich in die richtige Richtung genötigt werden. Und seitdem sie merken, dass der freie Markt anders reagiert, als erträumt, schreien sie nach dem Systemwechsel.

Ich denke, dass weder die FFF-Jünger, noch die Extinction-Rebellion-Esoteriker wissen, was im Leben unentbehrlich ist: Sicherheit, Essen, Wärme, Strom und Mobilität. Und genau da legen sie die Axt an, weil sie diese Errungenschaften der Zivilisation gar nicht mehr wahrnehmen. Sie kennen das nur als Schutzräume für Schneeflöckchen, vegane Biokost, Fußbodenheizung, Ökostrom und Elektroautos mit sämtlichem Schnickschnack. Nur wird das bei ihrem Ökowahn als erstes unter die Räder kommen. Die Räder heißen Sozialismus.

Der Witz  dabei ist, dass diejenigen, die noch die Zeit vor diesen Annehmlichkeiten erlebt haben, mit den Folgen dieses Wahns sicher leichter fertig werden, als die, die ihn initiiert haben. Das ist sozusagen der Schuss ins eigene Knie.

 

7 Gedanken zu “Klimajugend und der Schuss ins eigene Knie.

  1. Hehe. In meiner Jugend war’s halbwegs warm im Schlafzimmer, was aber auch daran lag, dass das gesamte Haus gerade mal 80qm gross war. Dafuer mussten wir 30m ueber’n Hof zum Plumpsklo, spaeter zum WC. Im Winter mit einem Eimer Wasser, weil die Leitung zum WC zugefroren war. Wir lernten auch wie man Kartoffel, Zwiebeln und sonstiges Gemuese anbaute, sowie Obstbaeume schnitt, usw. Das alles ohne Handy-App, ohne YouTube Lehrvideo, einfach deshalb, weil das jeder konnte und wusste. Wir sind auch auf echte Baeume geklettert – und von ihnen runter gefallen – , fanden deshalb Stahl-Klettergerueste in Kindergaerten usw. eher langweilig.

    Der Berufswunsch der Freitags-Fuzzys scheint Ziegenhirte zu sein. Um diesen Beruf zu erlernen importieren sie Facharbeiter aus dem mittleren Osten und Afrika, die ihnen das beibringen 😉

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    1. Der Berufswunsch der Freitags-Fuzzis ist „göttlich“ zu sein, alles besser zu wissen und die Erde, den Himmel und das Klima zu retten; und alle alten weissen Männer und Frauen, (also ihre Vorfahren) abzuschaffen um wieder bei NULL anfangen zu können.

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    1. Glück gehabt, dass die Kinder noch nicht Test ausgesetzt bekommen und man mal für ein ganzes Jahr das Mathebuch nicht aufschlägt. Ein Nachbarkind von mir HATTE in der vierten Klasse gar kein Mathebuch. Da macht man sich über die gehätschelten Kleinen lustig und dann haben die ärmsten nicht mal ein Mathebuch!

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  2. Ich musste auch mit mehreren Decken durch die Winter in England und hab mit dem klimafeindlichen Radiator gegen das luftige Gemäuer angeheizt. Mir wäre es auch im Traum nicht eingefallen, „nur“ zwei Urlaubsreisen im Jahr als Verzicht zu sehen. Die Greta hat in zwei Wochen mehr Urlaubsreisen gemacht als ich in meiner gesamten Kindheit. Die Grünen sind v.a. der Kampf der Snobs gegen normale Bürger.

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  3. Die gehören doch alle mal eine Weile in ein Gelände verpflanzt, wo es kein fließend Wasser und nur stundenweise Strom gibt, damit sie mal merken, wie abhängig die Zivilisation von der Infrastruktur ist. Und nur Fahrräder, keine Autos.

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