Rote Indianer. Stämme ohne Häuptling.

Als ich jünger war, waren Wahlen auch deshalb interessant, weil nach der Wahl der Wahlverlierer einer Partei meist seinen Hut nehmen musste. Ganz früher reichte es, wenn eine Partei eine Regierungsverantwortung abgeben musste, später, wenn die Niederlage nicht allzu deftig ausgefallen war bzw. auch der zweite Anlauf an die Regierung zu kommen erfolglos war. Der Häuptling muss gehen. In Baden Württemberg musste Mappus von der CDU 2011 gehen, weil er ca. 10% der Wählerstimmen verloren hatte und 39% erreichte. An diesem Sonntag stürzte Mike Mohrings CDU auf 21% ab und verlor ein Drittel der Stimmen und ich habe in den Medien niemanden gehört, der seinen Rücktritt gefordert hätte. Inzwischen denke ich, dass es nicht Charakterlosigkeit ist, mangelnde Einsicht oder die Leute einfach an ihrem Stuhl kleben, vielmehr liegt es daran, dass sich in keinen der Ministerien oder Landes- oder Bundesverbänden der Parteien mehr Häuptlinge befinden. Inzwischen ist auch Merkel abhandengekommen und AKK mit dem Charme einer Leiterin einer Putztruppe spielt so eine Art auswechselbaren Platzhalter. Die Leute streben zwar nach innerparteilicher Macht, um ihre Gegner kleinzuhalten, aber nicht, um die Verantwortung eines Häuptlings zu übernehmen, sondern einen der begehrten Plätze zu ergattern, wo man ein unauffälliges, fettes Auskommen hat. Das kann man am besten in der SPD beobachten. Lauter Leute mit Nullqualifikation, die sich immer irgendwo unterstellen wollen; Vize ist ein toller Posten wie der von Ralf Stegner. Als es nun um den SPD-Vorsitz ging, fanden sich zuerst keine Kandidaten, dann plötzlich ganz viele Tandems, wo einige wohl erst ins Rennen gingen, als klar war, dass es aussichtslos ist, man aber sich brüsten kann, Mut bewiesen zu haben, die SPD in  dieser schwierigen Zeit zu führen. Wer möchte schon das Schicksal einer Nahles teilen? Wenn es wie zu erwarten Olaf Scholz wird, dann ist alles gut, denn er ist Minister; musste gerade nachsehen, welcher. Für ihn gilt, dass er im Amt bleibt, solange er Haltung zeigt und bedeutungsschwer von Gerechtigkeit und schwarzer Null redet. Dabei war er in Hamburg schon einer, der mit Geld nicht umgehen konnte. Eine v.d. Leyen konnte als Verteidigungsministerin, obwohl sie keinen blassen Schimmer von Militär hatte und als Ergebnis nur verbrannte Erde in der Bundeswehr hinterließ, mit diesem Totaldebakel sogar noch zur EU-Kommissionspräsidentin aufsteigen. Man lese mal dieses kurze Stück von 2002 über den ehemaligen Verteidigungsminister Schraping:

Scharping hatte zuvor bestätigt, während seiner Amtszeit 140 000 Mark (rund 71 600 Euro) Honorar von Hunzinger angenommen zu haben. Zugleich bestritt er, sich damit als Bundesminister falsch verhalten zu haben. Er habe die Honoraransprüche bereits vor seiner Ministerzeit erhalten und das Geld ordentlich versteuert.

Vorgriff auf das Honorar für Lebenserinnerungen

Bei der Summe handelte es sich laut Scharping um ein 1998 gezahltes Lizenzgeld in Höhe von 80 000 Mark im Vorgriff auf das Honorar für seine Lebenserinnerungen sowie um eine Zahlung von 60 000 Mark im Jahr 1999. Bei der letzten Summe soll es sich um Honorare für drei Vorträge Scharpings vor seiner Amtszeit als Verteidigungsminister gehandelt haben. Die Honorare und Lizenzgelder habe er unter anderem für wohltätige und politische Zwecke verwendet, sagte Scharping.

Unionskanzlerkandidat Edmund Stoiber (CSU) bezeichnete die Ablösung Scharpings als „lange überfällig“. „Das ist eine Regierung in Auflösung“, sagten er und auch CDU-Chefin Angela Merkel. CDU – Generalsekretär Laurenz Meyer erklärte in Berlin: „Scharping ist eine Belastung für die Bundeswehr und das Ansehen Deutschlands.“ FDP-Chef Guido Westerwelle sagte: „Rot-Grün taumelt zur Wahl wie ein angeschlagener Boxer vor dem k.o.“ Auch der Bundeswehrverband begrüßte die Ablösung.

Scharping war seit der Veröffentlichung von Badefotos im vergangenen Sommer, während Soldaten in den Mazedonien-Einsatz geschickt wurden, immer wieder unter Druck geraten. Dabei ging es unter anderem um umstrittene Flüge mit der Flugbereitschaft der Bundeswehr und um angeblichen Geheimnisverrat.

Heute verschieben Minister wie von der Leyen Millionen an Berater, Lobbyisten und regierungsgenehme NGOs und damals fürchtete die Opposition wegen dieser Banalität einen Ansehensverlust Deutschlands. Unglaublich, es gab sowas wie eine Opposition unter den Altparteien. Hat je jemand gehört, dass jemand den Rücktritt einer v.d. Leyen gefordert hätte? Scharping warf man Badephotos vor, während eines Bundeswehreinsatzes, unter v.d.L war nicht mal mehr ein ernstzunehmender Einsatz möglich: ein Schiff, drei Panzer und Munition für einen Tag. Die hätte die ganze Amtszeit am Strand verbringen können.

Svenja Schulze verkörpert für mich alle Merkmale einer Politikerin in der Gegenwart. Laberstudium, Anschluss an marxistische Gruppierungen wie AStA und dem sozialistischen Hochschulbund, andere bei der Arbeit beraten und Parteisoldat bei der SPD. Sie führt ihr Ministerium mit harter Hand und weist einfach an, was zu geschehen hat. Jedes Ministerium muss nun die vorgeben CO2-Einsparungen umsetzen, wie, sagt sie natürlich nicht. Da dürfte das Verteidigungsministerium automatisch als Sieger hervorgehen; bis zur Erhebung dürfte auch der letzte Panzer stillgelegt sein. Bei den Klimaschutzzielen für das restliche Land und der Beschleunigung der Energiewende spielen technische, physikalische und ökonomische Grenzen keine Rolle bei ihr. Am Ende sind natürlich die anderen schuld, wenn sie bei der Umsetzung versagt haben. Für sie gilt, was für alle Hintlerbänkler im Bundestag gilt: Jede Verantwortung wegschieben. Mir kommt es so vor, dass jeder insgeheim annimmt oder hofft, dass man von genügend Leuten umgeben ist, die auch Ahnung von der Materie haben, sodass man sich ganz unauffällig verhält und gar nicht annimmt, dass man irgendetwas Sinnvolles beitragen könnte. Im Berliner Senat musste eine turnusmäßige Sitzung abgesagt werden:

Die geplatzte Senatssitzung führte am Dienstag zu politischen Querelen in der rot-rot-grünen Landesregierung. Insgesamt fehlten fünf Senatoren und der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) – vier von ihnen entschuldigt. Ursprünglich sollte Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) in Vertretung von Müller die Sitzung leiten. Pop verpasste jedoch ihren Rückflug aus Kroatien, wo sie Urlaub gemacht hatte, und fehlte so unentschuldigt. (Anm. Urlaub war nicht genehmigt)

Macht eigentlich nichts, denn Politiker sind zu reinen Befehlsempfängern von Lobbyisten, linksextremen Gruppierungen und NGOs geworden und die linksverseuchten Medien begleiten die Politiker, ob das Gewünschte auch umgesetzt wird. Die angedachte Enteignung des privaten Wohnungsmarktes und der Mietdeckel sind ja genau die Forderungen der Interventionistischen Linken, die ein sozialistisches Berlin fordert. Die Forderung, mehr Flächen für Windkraftanlagen auszuweisen, ist sicher nicht einem Politikerhirn entsprungen, sondern da dürften die Windlobbyisten schon lange bei den Politikern Schlange gestanden sein, bevor sie das verkündet haben.

Ist aber scheißegal, denn Politik ist ein Ort geworden, wo sich Narzissten austoben können und sich ein riesiges Heer an Mitläufern an Steuergeldern bedient. Gerade war Merkel mit AKK zu sehen wie sie Mike Mohring zur Wahl in Thüringen gratulierten. Früher hätte es bei so einem Ergebnis einen Anruf, wann er sein Büro räumen müsste, aber inzwischen kann die CDU ja mit der Linken zur neuen SED fusionieren. Gestern hat man gleich passend eine Umfrage präsentiert, dass die Bürger das mehrheitlich befürworten. Die Zeiten, in denen ein Häuptling und seine Ressorthäuptlinge von den untergebenen Indianern die Arbeit machen ließen und die Verantwortung übernahmen, wenn das nicht angemessen geschah, sind vorbei. Heute sind die Altparteien zu einer gemeinsamen Volkskammer verkommen mit einem parteiübergreifenden Politbüro, wo man sich nur noch gegenseitig kontrolliert, ob jeder auch schön links-grün linientreu ist. Wenn eine Partei wie die SPD stirbt, dann sind die SPDler ja nicht weg, sie sind nur eben woanders, wo sie als brave Parteisoldaten weiterwirken. Entweder in politischen Stiftungen oder wie Sigmar Gabriel bald als Chef der Autolobby oder Hannelore Kraft als Mitglied des Aufsichtsrates des Steinkohlekonzerns RAG.

Dieser Abklatsch einer Demokratie, wo Bürger mit einer Wahl die politische Richtung nicht mehr bestimmen können und auch ein herber Denkzettel nicht dazu führt, dass ein Politiker zurücktreten muss, musste zwangsläufig entstehen. Es begann mit dem Überhang von linken und grünen in den Medien, die durch die Rekrutierung Gleichgesinnter immer mehr die links-grüne Einheitsmeinung verkündeten und die gewünschten Politiker rauf bzw. die anderen runterschrieb: Karriere oder Karriereende. Sie setzen und setzen die Themen und hypen die nützlichen, gesinnungsgleichen Personen und Minderheiten der „Zivilgesellschaft“, die ihnen als Sprachrohre dienen. Beide bestimmen in Wirklichkeit die Politik und sorgen dort für die passenden Leute, die ihrerseits wieder die staatlichen Institutionen infiltrierten und am Ende kaperten, so wie die meisten Unis, Gerichte und Verfassungsschutz, und dafür von den Medien wiederum getätschelt werden.

Aber wie es im Sozialismus so ist, die Party endet, wenn das Geld der anderen Leute ausgeht. Durch die Negativzinsen, durch die der Staat billige Kredite aufnehmen kann, wird das noch gekittet, doch, wenn der Ökostrom für alle erst mal zu Blackouts führt, die Kernindustrien Deutschlands in die Knie gehen und deren Arbeiter auf der Straße stehen und gleichzeitig Multikulti schwedische Ausmaße annimmt, dann könnte das Ende kommen, wie üblich in sozialistischen Diktaturen: Die Bürger werden dann nicht mehr groß unterscheiden, wer Häuptling war oder einfacher roter Indianer, wenn sie sich ihre Souveränität über die Straße zurückholen.

 

2 Gedanken zu “Rote Indianer. Stämme ohne Häuptling.

  1. Schaue beizeiten Deinen Landsmann ,Outdoor Chiemgau, wenn er was aktuelles hat. unprätenziös, mit bayrischem Charme, sachliche Information, auf den Punkt gebracht. Kann mich erinnern, daß Möllemann ,gehen mußte, weil er einen Chip, den sein Schwager erfunden hatte (für Einkaufswagen im Supermarkt) als er Minister war, auf ministeriablen Briefbögen bewarb. Zu Pilati-Rudolf, alias Hufeisenplan, gibt es auf WDR eine gute Doku, Thema Jugoslawien, Titel, es begann mit einer Lüge. Über den Scholzomaten, weiß ich nur zu berichten, daß er vor besagtem G 20 Gipfel in Hamburg verkünden ließ, daß werden die Hamburger, wie den Hafengeburstag im Gedächtnis behalten. Man könnte versucht sein, es so zu sehen. Hamburg, ist und war eine rote Hochburg, und genügend Fachleute, haben davon dringenst abgeraten den Gipfel in Hamburg zu veranatalten. Bei unseren Politikern muß ich feststellen, handelt es sich schwerst, um Einfältigkeit ,gepaart mit Ignoranz, und einem gehörigen Schuß Weltfremdheit. Es ist höchst sträflich, solchen Figuren Regierungstätigkeit zu überantworten. Wir werden sehen, wo die Reise endet………………………………………………………………………………………………….Gruß aus Flensburg.

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